Ergotherapeuten feiern 30-jähriges Bestehen

15.11.2012
Gratulanten und Jubilare: Festredner Frank Kronenberg, Gabriele Güntert, Lehrende Ergotherapie, FH-Geschäftsführerin Doris Walter, Landeshauptfrau Gabi Burgstaller und Erich Streitwieser, Studiengangsleiter Ergotherapie (c) A. Kolarik

Seit gut 30 Jahren werden in Salzburg Ergotherapeuten ausgebildet, seit 2007 an der FH Salzburg: ein Jubiläum, zu dem der Studiengang Lehrende, Studierende, Absolventen, Freunde und Partner an den Campus Urstein einlud.

Und sie kamen in großer Zahl. Nicht nur aus Salzburg, auch aus Wien, Linz und Innsbruck. Da zeigte sich sogar Landeshauptfrau Gabi Burgstaller in ihrer Begrüßungsrede überrascht: "Ich habe angenommen, in einem kleinen Kreis den Jahrestag zu feiern. Jetzt bin ich hier in einem vollen Hörsaal." Aufschlussreiche wie humorige Einblicke in die ersten FH-Jahre der gesundheitswissenschaftlichen Studiengänge lieferte Geschäftsführerin Doris Walter, die an der Überführung von den Akademien an den Landeskrankenanstalten an die FH Salzburg aktiv beteiligt war. "Mit den neuen Studiengängen kam eine andere Kultur an die FH. Das Gesprächsklima änderte sich, Problemstellungen wurden ausdiskutiert, erzählte Walter.

Von Beginn an dabei war Studiengangsleiter Erich Streitwieser, MSc.. Er kennt Theorie und Praxis der Ergotherapie aus dem Effeff. 1981 begann Erich Streitwieser seine Ausbildung zum Ergotherapeuten in Salzburg, im ersten Lehrgang! Ein Jahr nach seinem Abschluss, 1985, übernahm er als Direktor die Akademie für Ergotherapie in Salzburg, seit 2007 leitet er den Studiengang an der Fachhochschule, 2008 absolvierte er den Master of Science, 2010 feierte er sein 35-jähriges Dienstjubiläum an den SALK.

Begleiter auf dem Weg zurück ins Leben

"Ergotherapeuten sind Begleiter auf dem Weg zu neuer Selbstbestimmtheit. Ihre Aufgabe beginnt dort, wo Menschen solche Fertigkeiten zum Beispiel durch einen Schlaganfall verloren haben. Oder dort, wo sie bei Kindern wegen Entwicklungsstörungen nicht in ausreichendem Maße ausgebildet worden sind", erklärt Streitwieser. Die vielen kleinen Teilerfolge seien das Ziel: allein eine Scheibe Brot streichen können, allein einkaufen gehen oder eine Schleife binden können, den Wiedereinstieg in den Beruf schaffen oder eine 40-Stunden-Woche bewältigen. Streitwieser: "Vorhandene Ressourcen erkennen und sie kreativ und flexibel nutzen - dadurch wird für den begleiteten Menschen die Teilhabe am sozialen Leben möglich."

Oder wie es Festredner Frank Kronenberg, in Südafrika lebender und aus den Niederlanden stammender Ergotherapeut, Visionär und Erfolgsautor, ausdrückte: "Wenn andere 'nicht' sagen, heißt es für die Ergotherapie 'noch nicht'."

Author: Manu Kliemstein