Freizeit-Monitor 2012 vorgestellt

07.09.2012
Reinhard Popp und Ulrich Reinhardt

Fernsehen bestimmt nach wie vor die Freizeit der Österreicher. Zu diesem Ergebnis kommt der Freizeit-Monitor 2012, den das Zentrum für Zukunftsstudien (ZfZ) der Fachhochschule Salzburg kürzlich in Wien präsentiert hat.

Neben dem TV-Konsum - 94 % schauen regelmäßig, zumindest einmal die Woche in die "Röhre" - bestimmen großteils die Medien den Alltag der Menschen. 89 % telefonieren von zu Hause aus, immerhin hören noch rund 87 % Radio. Auf den weiteren Plätzen folgen das Lesen von Zeitungen und Zeitschriften (86 %) sowie das Telefonieren von unterwegs (78 %).
 
Bei der Befragung von über 1000 Österreichern ab 14 Jahren stellte sich heraus: Fernsehen wird mehr und mehr sekundär genutzt. Laut dem wissenschaftlichen Leiter des ZfZ, Reinhold Popp, übernimmt Fernsehen immer mehr die Rolle der "Begleitmusik". Das TV-Gerät sei zwar ständig an, jedoch widmen sich die User parallel dazu ihren Smartphones und Tablets, sie essen, telefonieren oder bügeln Wäsche.

Kuchen statt Klimmzüge


Sport spielt - trotz Fitness- und Wellness-Boom - eine untergeordnete Rolle in der Freizeitgestaltung. Körpertraining schafft es nicht unter die Top15. Im Gegenzug dazu gibt sich, laut Popp, jeder siebte Österreicher mit großer Begeisterung dem Kaffeehausbesuch hin. Es folgen Internet- bzw. Online-Dienste (45 %) und Spielen mit den Kindern (40 %). Knapp, aber immerhin mit rund 38 % noch unter den ersten 15 rangieren Erotik und Sex.

Digitale Spaltung bleibt
 
Die Befürchtungen, dass die digitale Spaltung in Österreich größer wird, haben sich verfestigt. Aktuell nutzt mehr als die Hälfte der befragten Männer das Internet, bei den Frauen sind es nur 37 %. Zwei Drittel der Personen mit Matura surfen pro Woche wenigstens einmal im Netz, während nur ein Drittel mit Pflichtabschluss dies tut. Bei der Altersverteilung führen die unter 35-Jährigen die Statistik mit 68 % an. Bei den über 55-Jährigen ist das nur jeder Fünfte.

Bild: (c) Anna Rauchenberger
Präsentierten aktuelle Zahlen über das Freizeitverhalten der Deutschen und Österreicher: Prof. Ulrich Reinhardt und Prof. Reinhold Popp

Pressemappe zum Download (pdf) sowie weitere Informationen über die Ergebnisse der Befragung in Deutschland, die die BAT-Stiftung für Zukunftsfragen Hamburg durchgeführt hat, finden Sie hier
 
Fotos zur Präsentation des Freizeit-Monitors 2012 stehen unter http://fotodienst.pressetext.com/album/3066 als Download zur Verfügung.

Author: Manuela Kliemstein