Welt-Orthoptik-Tag an der FH Salzburg

06.06.2016
Gemeinsame Aktion des Studiengangs Orthoptik und des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Salzburg (BSVS) Welt-Orthoptik-Tag & Tag der Sehbehinderung an der FH Salzburg. (Im Bild v. li: Christine Scharinger, Studiengangsleiterin Orthoptik, Josef Schinwald, OM BSVS, Ruth Resch, Lehrende) © Neumayr/Susi Berger
Gemeinsame Aktion des Studiengangs Orthoptik und des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Salzburg (BSVS) Welt-Orthoptik-Tag & Tag der Sehbehinderung an der FH Salzburg. (Im Bild v. li: Christine Scharinger, Studiengangsleiterin Orthoptik, Josef Schinwald, OM BSVS, Ruth Resch, Lehrende) © Neumayr/Susi Berger

Wie ist das blind zu sein? Diese Frage stand am 6. Juni 2016, dem Welt-Orthoptik-Tag und dem Tag der Sehbehinderung, im Mittelpunkt. Der Bachelorstudiengang Orthoptik und der Blinden- und Sehbehindertenverband Salzburg (BSVS) stellten ein vielfältiges Selbsterfahrungsprogramm an der FH Salzburg für alle Interessierten zusammen. Es ging dabei um das richtige Führen blinder Personen, das Gehen mit Blindenstock und Dunkelbrille, aber auch um Tipps für das Ansagen der Speisen auf dem Teller.

Eigenes Erleben macht sensibel

„Wir wollen für unseren Alltag, für unsere Möglichkeiten, unsere Chancen und natürlich für das wichtige Sinnesorgan Auge sensibilisieren. Das gelingt am besten, wenn man als Sehender in die Rolle eines sehbeeinträchtigten Menschen schlüpft“, so Josef Schinwald, Obmann des BSVS. Schinwald weiter: „Eine große Hilfe für einen Blinden kann das Ansagen der Speisen auf dem Teller nach der Uhr sein, wie zum Beispiel die Bratwurst liegt auf 6 Uhr und die Kartoffeln zwischen 9 und 12 Uhr. Jeder kann das Zuhause mal testen, indem man versucht blind zu essen. Da lernt man diese Tipps zu schätzen.“ Sensibilisieren bedeutet aber auch zu zeigen, welche Schwierigkeiten es für blinde und sehbehinderte Menschen gibt. „Es ist wichtig, zu erfahren wie sich gut gemeinte von professioneller Hilfe unterscheidet. Die ‚Sehende Begleitung‘ nimmt hier eine wichtige Rolle ein, die Grundlagen werden von unseren Studierenden erlernt, genauso wie die patientenorientierte Low-Vision-Untersuchung“, erzählt Mag. Ruth Resch vom Studiengang Orthoptik. Blindenstöcke samt Dunkelbrille, Vergrößerungsgeräte, Lupen, sprechende Uhren oder andere diverse Hilfsmittel können ausprobiert werden. Resch weiter: „Es geht um die Verbesserung der Lebensqualität durch kompensatorische Strategien, Nutzung von Hilfsmitteln für den Alltag und das Wissen um soziale Hilfen. Die Orthoptik arbeitet hier eng mit den Blinden – und Sehbehindertenverbänden zusammen.“

Bachelorstudium Orthoptik

"OrthoptistInnen sind ExpertInnen auf dem Gebiet der Erkennung und Behandlung von funktionellen Erkrankungen der Augen und ihrer Folgen", erklärt Studiengangsleiterin Christine Scharinger. Orthoptistinnen und Orthoptisten betreuen Menschen aller Altersgruppen mit Sehstörungen, Schielen, Schwachsichtigkeit, Augenbewegungs-störungen, Augenzittern und Sehbehinderung. Der Beruf zählt zu den gehobenen medizinisch-technischen Diensten und ist ein gesetzlich geregelter Gesundheitsberuf (MTD-Gesetz BGBL 1992/460). Der Bachelor-Studiengang Orthoptik wird alle drei Jahre an der FH Salzburg angeboten und startet 2018 wieder mit einem neuen Jahrgang.