Forschungsinstitut DE|RE|SA

DE│RE│SA (Design Research Salzburg) ist das Forschungsinstitut des Studiengangs Design und Produktmanagement (DPM) der Fachhochschule Salzburg. Aufgebaut innerhalb eines FFG-Projektes (Österreichische Forschungsfördergesellschaft) forscht DE│RE│SA seit 2006 an der Schnittstelle von Design, Gesellschaft, Wirtschaft und Technik.

Im Studiengang Design und Produktmanagement wird die Ansicht vertreten, dass die gegenwärtigen sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Probleme zu einem großen Teil auf die gesellschaftliche Entwicklung und den technischen Fortschritt zurückzuführen sind. Technologischer Fortschritt ist aber gleichermaßen auch die Grundlage für zeitgemäße Designlösungen, die eine Eingrenzung und Beherrschbarkeit dieser Probleme ermöglichen.

Gestalter von morgen

Ziel des Studiengangs ist es, die „Gestalter von morgen“ auszubilden. Der Begriff „Gestalter“ ist dabei viel umfassender zu verstehen, als der bloße „Former“ einer ästhetischen Anmutung. Es geht ganz grundlegend um die Erzeugung von Produkt- und Prozessinnovationen (Produkte, Dienstleistungen, Managementprozesse, Geschäftsmodelle etc.), um verantwortungsvolle und zeitgemäße Lösungen für die gegenwärtige Situation zu finden.

Anders als an vielen anderen Designschulen werden die Studierenden daher nicht nur im darstellerischen Gestaltungsbereich (Idee, Entwurf, Planung, Prototyp etc.) ausgebildet, sondern darüber hinaus im Managementbereich (Kostenrechnung, BWL, Marketing, Projektmanagement etc.), im Innovationsbereich (Design- und Innovationsmanagement, Geschäftsmodellentwicklung etc.), im verhaltenswissenschaftlichen Bereich (Konsumentenverhalten, Anthropologie, Leadership etc.), im analytischen Bereich (Mathematik, Marktforschung, Experimente, Statistik etc.), im sozial-ökologischen Bereich (Ethik, Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft etc.) sowie im technisch-stofflichen Bereich (Materialkunde, Konstruktionslehre, Physik etc.) – daneben Sprachkurse und Training in Kreativität und Sozialkompetenz.

Alle theoretischen Ausführungen werden von Projekten und praktischen Umsetzungen begleitet, weshalb eine umfangreiche Ausbildung in der Modellbauwerkstatt (3D-Drucker, Laser-Cutter etc.) und im Tech-Labor (apparative Verfahren, wie Eye-Tracking, Face-Reader etc.) integriert ist.
Passende Lösungen für Probleme zu finden, gehört zu den elementaren Herausforderungen unserer Gesellschaft. Die große Popularität der Übertragung von Verfahren aus dem Designbereich (z.B. Design Thinking) auf die unterschiedlichsten Wirtschaftsbereiche (z.B. Informatik, Produktion, Dienstleistungsbereich, wie Logistik, Tourismus, Krankenhausmanagement etc.) lassen darauf schließen, dass kreative Menschen durch spezielle Anleitung noch besser in der Lage sind, nutzenstiftende Lösungen hervorzubringen.

Bachelor- und Masterausbildung

Genau an diesem Punkt setzt der Studiengang Design und Produktmanagement mit Auswahl und Ausbildung der Studierenden an. Aus einer mittlerweile großen Anzahl an Bewerbern werden jedes Jahr 40 Kandidaten für das Bachelorstudium und 20 für das Masterstudium ausgewählt. Beim mehrstufigen Aufnahmeverfahren wird neben Grundlagenkompetenz besonders auf Neugier, Offenheit, Authentizität sowie Leistungswille und Fähigkeit zu lateralem Denken geachtet. Im 6-semestrigen Bachelorstudium werden die Grundlagen in den erwähnten Wissensgebieten gelegt. Den Abschluss bilden zwei Bachelorarbeiten, in denen die Studierenden einerseits eine wissenschaftliche Fragestellung und andererseits ein konkretes Gestaltungsprojekt, einschließlich Marketing- und Businessplan, erstellen.

Im 4-semestrigen Master werden die Kenntnisse aus dem Grundstudium vertieft und spezielle aus den DE│RE│SA Forschungslinien kommende Veranstaltungen, wie z.B. Circular Design, angeboten. Die Studierenden haben im Master die Möglichkeit, sich stärker mit übergeordneten Problemstellungen zu befassen, an DE│RE│SA Projekten mitzuarbeiten und das Thema ihrer abschließenden Masterarbeit darauf abzustimmen. Die Ausrichtung des Studiengangs verlangt es, das das Endresultat aller Projekte und wissenschaftlichen Arbeiten - nach vorher gehender theoretischer Auseinandersetzung und empirischen Untersuchungen - ein angreifbares Produkt ist. Das Produkt ist im Ganzen gesehen oftmals nur Teil der Lösung. Die umgebenden Dienstleistungs- oder Wertschöpfungssysteme müssen aus diesem Grund ebenfalls bestmöglich grafisch oder filmisch präsentiert werden. Diese Pflicht zu Modellbau, Darstellung und Medieneinsatz soll ein weiteres Mal die Visualisierungskompetenz der Studierenden steigern und abschließend belegen.

Im Forschungsbereich DE│RE│SA werden Probleme und Fragestellungen aus Wissenschaft und Praxis untersucht, wobei die Erkenntnisse publiziert und direkt zurück in die Lehre gespielt werden. Neben öffentlich ausgeschriebenen nationalen und internationalen Projekten werden geeignete Projekte mit Industriepartnern (meist KMUs) durchgeführt. Das DE│RE│SA Team setzt sich interdisziplinär aus Designern und Experten aus Begleitwissenschaften (Anthropologie, Ökologie, Innovationsmanagement, Usability, Materialkunde etc.) zusammen. Alle Projekte werden in den vier Forschungslinien (1) User Experience, (2) Circular Design, (3) Humanitarian Design und (4) Co-Creation bearbeitet. Hierbei handelt es sich um Themen aus den Bereichen

  • Mensch-Produkt-Beziehung (vgl.. emotionally durable design; usability)
  • Kundennutzen von Design (vgl. utilitarian, social, psychological and spititual value)
  • Produkt-Dienstleistungsbündel (vgl. Hybride Produkte, user experience)
  • soziale Verantwortung von Design (vgl. design for the real world, social and frugal innovations),
  • ökologische Verantwortung von Design (vgl. cradle to cradle, Kreislaufwirtschaft, circular design),
  • interaktive Wertschöpfung (vgl. co-creation, open innovation, crowed/share/collaborative economy)
  • zukünftige Rolle und Kompetenz des Designs und des Designers (vgl. transformation design)



Ziel ist es, die Studierenden zu „verantwortungsbewussten Gestaltern von morgen“ und somit bestmöglich auf das Berufsleben vorzubereiten. Daneben soll durch wissenschaftliche Arbeiten, Publikationen und Konferenzen eine Wissensdiffusion in die Praxis stattfinden.

Aktuell

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