Das Josef Ressel Zentrum für Anwenderorientierte Smart Grid Privacy, Sicherheit und Steuerung

Intelligente Stromnetze oder Smart Grids sind die Energienetze der Zukunft. Für die privaten Haushalte zählen dabei der Schutz der Privatsphäre, die Sicherheit vor Eingriffen von außen sowie größtmögliche Kontrolle. Technische Lösungen dafür sind Ziel dieser Forschungsgruppe.

Intelligente Stromnetze oder Smart Grids nutzen moderne Informations- und Kommunikationstechnologien um Erzeugung, Verteilung, Speicherung und Verbrauch von Strom zu regeln. Smart Grids ermöglichen die Integration erneuerbarer Energien in die Stromnetze, aber auch die Senkung des Energieverbrauchs durch die Koordination von Produktion und Verbrauch, sowie die Verbreitung der Elektromobilität und die Automatisierung des Wohnbereichs ("intelligente Häuser").

Wie bei allen Anwendungen der Informations- und Kommunikationstechnologie müssen aber Bedenken bezüglich der Sicherheit ernst genommen werden:

  • Ist die Privatsphäre ausreichend geschützt, werden die Daten zum persönlichen Stromverbrauch ausreichend anonymisiert und verschlüsselt?
  • Ist der Schutz vor Eingriffen von außen (Hacker) ausreichend?
  • Können KundInnen ausreichend Kontrolle über Ihre Anwendungen und die Messung ihrer Daten ausüben?

An diesem Punkt setzt das Josef Ressel Zentrum an: Intelligente Stromnetze werden sich nur durchsetzen, wenn sie von den AnwenderInnen akzeptiert werden. Dazu braucht es sichtbare und vertrauenswürdige Maßnahmen, um Datenschutz, Datensicherheit und Kontrolle durch die AnwenderInnen zu gewährleisten.

Im Fokus der Forschung stehen hier technische Lösungen: Mechanismen, Prozesse, Algorithmen – Computerprogramme im weitesten Sinne. Rechtliche und soziale Aspekte werden, wo es notwendig ist, berücksichtigt, die Evaluierung erfolgt unter anderem auch durch SozialwissenschafterInnen.

Ziel ist die Entwicklung eines umfassenden "Vertrauenspakets" für die EndanwenderInnen der intelligenten Netze. Privatsphäre, Datensicherheit und Kontrolle sollen zunächst für drei Komponenten der Intelligenten Netze sichergestellt werden:

  • Smart Meters, also intelligente Messgeräte, die den Stromverbrauch der EndanwenderInnen messen und Informationen darüber liefern, wie viel Strom wann gebraucht wird.
  • Abstimmung von Stromverbrauch und -produktion, also jene Bestandteile des Netzwerkes die es ermöglichen, dass das Elektroauto dann aufgeladen wird, wenn in Norddeutschland der Wind weht.
  • Gesundheitsmonitoring, mit dem zum Beispiel ein Alarm ausgelöst werden kann, wenn in der Wohnung eines älteren Menschen über längere Zeit kein Licht aufgedreht wird.


Darüber hinaus werden allgemeine Prinzipien für Privatsphäre, Datensicherheit und Kontrolle für die AnwenderInnen intelligenter Stromnetze entwickelt.

Die Ergebnisse der Forschungsarbeit kommen in Pilotprojekten der Unternehmenspartner, insbesondere der Smart-Grid-Modellregion Salzburg, zur Anwendung und können so evaluiert und in der Folge weiterentwickelt werden.

Intelligente Stromnetze sind ein wesentlicher Bestandteil der Energiewende, ihre Entwicklung entspricht EU-weit und national dem politischen Willen. Für die Stromversorger ist es daher von großer wirtschaftlicher Bedeutung, sich auf kommende Anforderungen einzustellen und die Akzeptanz ihrer KundInnen für die neue Technologie zu gewinnen.

Aktuell

Virtual Reality Summit an der FH Salzburg

Die VR-Community trifft sich in Salzburg! Am 5. Oktober, ab 14.00 Uhr, findet der erste...

mehr