Flüchtlingsdrama läuft in Cannes

16.05.2017
Bei den Filmfestspielen in Cannes gezeigt zu werden, ist für viele Filmemacher die Krönung ihrer Karriere. Einer, der das schon während seines Studiums geschafft hat, ist der 23-jährige MultiMediaArt-Student Jeremias Bayerl.
David Luis Burgart spielt die Hauptrolle in dem preisgekröntem Kurzfilm.

Sein Projekt aus dem 4. Semester „Tür zur Freiheit“ wird im American Pavilion im Rahmen des Emerging Filmmaker Showcase des Festivals laufen.

Die Ehre in Cannes zu starten, verdankt Bayerl seinem Sieg in der Studenten-Kategorie des internationalen „Fine Cut Film Festival“ in den USA. Die Reisekosten des Teams übernimmt der kalifornische Fernsehsender „KCET“, der den 20-minütigen Kurzfilm auch ausstrahlen wird.

Flucht als Märchen
„Tür zur Freiheit“ handelt von einem Flüchtlingsjungen, der einen Weg aus einem Kriegsgebiet in ein sicheres Land sucht. Das bedrückende Thema wird als eine Art modernes Märchen inszeniert. Der Vater des Jungen gibt dem Jungen drei magische Gegenstände mit auf die Reise, er muss drei Hindernisse überwinden und drei mal dem Tod von der Schippe springen.

„Wir haben lange überlegt, wie wir uns dem Flüchtlingsthema nähern sollen“, erklärt Bayerl. „Das Genre Märchen erschien uns geeignet, da sich so die Grausamkeiten der Realität in eine poetische Erzählung packen lassen.“ Am Ende ist es dann aber keine übernatürliche Kraft, sondern ein Mensch, der dem Jungen die rettende Tür zuschlägt. „Der namenlose Junge hat am Ende seiner Reise alle Hindernisse überwunden, scheitert aber am größten, dem Menschen“.

Tür zur Freiheit wird am 23. Mai im American Pavilion in Cannes gezeigt.

Tür zur Freiheit
Kurzfilm, Ö, 2016

Jeremias Bayerl: Drehbuch/Regie
Bianca Weber: Produktion
Patrick Kamalzadeh: Kamera
Julia Grall: Sound
Maximiliane Nirschl: Schnitt
Benjamin Költringer: Licht

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