Salzburger Beitrag zum Reformationsjahr 2017

29.05.2017
Rund 40 geflochtene Boote schwimmen im Schwanenteich in Wittenberg © FH Salzburg/Ebner
Rund 40 geflochtene Boote schwimmen im Schwanenteich in Wittenberg © FH Salzburg/Ebner
In internationalen und nationalen Workshops wurden die Bootsstrukturen gefertigt © FH Salzburg/Bagazgoitia
In internationalen und nationalen Workshops wurden die Bootsstrukturen gefertigt © FH Salzburg/Bagazgoitia
Die offene Kuppelanordnung in flexibler, geflochtener Holzbauweise bildet den Sakralraum © FH Salzburg/Huber
Die offene Kuppelanordnung in flexibler, geflochtener Holzbauweise bildet den Sakralraum © FH Salzburg/Huber

Vor zwei Jahren hat der Verein Reformationsjubiläum 2017 einen Wettbewerb unter 21 Hochschulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgerufen. Gesucht wurden die besten Ideen für Installationen in den Torräumen der Weltausstellung Reformation.

Ein interdisziplinäres Team der Fachhochschule Salzburg konnte im Torraum „Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung“ überzeugen: 30 Studierende arbeiten seitdem fachübergreifend unter der Leitung von ProfessorInnen der FH Salzburg, Campus Kuchl, daran, das Projekt Wirklichkeit werden zu lassen.

Zur 500-Jahr-Feier der Vorstellung der Thesen von Martin Luther im Jahr 1517 präsentieren Kirchen, internationale Institutionen, Organisationen, Initiativen und viele Kulturschaffende aus aller Welt ihre Sicht auf die Reformation. Die Studiengänge Holztechnologie & Holzbau und Design & Produktmanagement waren sehr erfolgreich mit dem Beitrag „Schwanenteich“ und konnten bei der Einreichung zum geladenen Wettbewerb der „Weltausstellung Reformation“ die Jury überzeugen.

Die Konstruktionen binden die vorhandenen landschaftlichen und pflanzlichen Gegebenheiten wie alte Eichenbäume, das Wasser des Schwanenteichs und die bestehende Wegführung ein. Eine Installation, die nach dem Rückbau keine Spuren in der Landschaft hinterlässt.

Die Ausstellung ist gemäß dem Thema Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung als Prozess der Bewusstseinsbildung ausgerichtet, in dem Transformation (Wiederverwendung von Materialien) und Kommunikation (in den Dialog treten mit den AusstellungsbesucherInnen) eine zentrale Rolle spielen. In diesem Sinne ist die Präsenz der Ausstellungsmacher vor Ort von wesentlicher Bedeutung. Studierende und Lehrende gestalten gemeinsam die Transformationsprozesse und stellen die Kommunikation mit den BesucherInnen sicher.

Die Ausstellung in Wittenberg wird auch während der Öffnungszeiten vom 20. Mai bis 09. September von Studierenden der Studiengänge betreut. Workshops im Themenbereich des Torraums werden angeboten.

 

Torraum 4: Erlebbare Themenfelder

  • Sakralraum

    Der Sakralraum als offene Kuppelanordungen in flexibler, geflochtener Holzbauweise steht religionsunabhängig für Erbauung und Inspiration. Die Holzlamellen geben den Blick nach oben frei, in das Blätterdach mächtiger Eichen. Vom gegenüberliegenden Ufer spiegeln sich die Kuppeln im Wasser und verstärken die architektonische Absicht. Einige Elemente der sakralen Architekturgeschichte sind in den Kuppelstrukturen ablesbar.


  • Flechtboote

    In nationalen und internationalen Workshops in Zusammenarbeit mit ortsansässigen Handwerkern, Asylsuchenenden, Studierenden und Professoren wurden Bootsstrukturen gefertigt, nach Wittenberg gebracht und in die Ausstellung integriert. Als akademische Partner hierfür konnten u.a. die Bau Bahçesehir-Universität in Istanbul, die Fachhochschule Nordwestschweiz in Basel sowie die Strate School of Design in Paris gewonnen werden. Die rund 40 geflochtenen Boote, die im Schwanenteich schwimmen, stehen einerseits für das Scheitern im Mittelmeer, andereseits für die Hoffnung der Überlebenden. Jedes Boot ist Beweis einer gelungenen Kooperation und Kommunikation über politische und gesellschaftliche Grenzen hinweg.


  • Flüchtlingsboot

    Ein originales Flüchtlingsboot von der Südküste Siziliens wird durch seine Präsenz an die Gleichzeitigkeit ungelöster Fragestellungen erinnern. Alle Details zur letzten Fahrt sind dokumentiert und die menschlichen Schicksale auf jeden Flüchtenden zuordenbar.


  • Pavillons

    Die beiden Pavillons sind in einen Informations- und in einen Workshop Pavillon geteilt. Mit einer Holzterrasse verbunden. Der Aufbau der Pavillons kann durch die verwendeten Materialien, den festgelegten Raster in Konstruktion und Fassade und die Transportfähigkeit als innovativ und zukunftsfähig bezeichnet werden.

    Der Informationspavillon zeigt in Form einer Anordnung von biogenen Materialien, Pop Art, handgeknüpften Teppichen, geflochtenen Hockern und einem stimmungsvollen Interiorkonzept die Attraktivität und haptische Qualität natürlicher Materialien und Oberflächen. Der Workshoppavillon erinnert einerseits an die TeilnehmerInnen der internationalen Workshops im Vorjahr und motiviert zur spontanen Mitarbeit der Besucherinnen und Besucher. Die Aufforderung aktiv zu werden: Vom Konsumenten zum kreativen Produzenten.


Weitere Infos: r2017.org/weltausstellung/gerechtigkeit/

Projektteam FH Salzburg, Campus Kuchl:

Projektleitung: Dr. Alexander Petutschnigg; Studiengangsleiter Holztechnologie und Holzbau
Art Director Torraum 4: Mag. Michael Ebner;
Architektur & Planung: DI Monika Tropper-Grinschgl
Holzbau & Ausführung: DI Hermann Huber, DI Thomas Forte
Design Research & int. Workshop: Dr. Michael Leube
Game Development & Mixed Reality: DI Dr. Markus Tatzgern
Innenausbau: DI Maximilian Pristovnik
Werkstatt Campus Kuchl: Markus Frauenschuh, Andreas Eichholzer, Dominik Schubert
Die Studierenden der Studiengänge Holztechnologie & Holzbau und Design & Produktmanagement der FH Salzburg

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