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03. Juli 2021

Die medizin-technische Revolutionärin

Informationstechnik & System-Management (ITS)-Absolventin Sabine Klausner revolutioniert mit ihrer Forschung die medizinische Befundung. Ihre technische Innovation unterstützt Ärzt*innen bei der effizienten Diagnose.

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Für die Software-Anwendung PROP (»Präoperative Befundung«), deren Einsatz für niedergelassene ÄrztInnen seit 2008 im Bundesland Salzburg verpflichtend und darüber hinaus in ganz Österreich möglich ist, legte Klausner bereits in ihrer Diplomarbeit 2007 einen der Grundsteine. Diese Software trägt heute dazu bei, unnötige medizinische Doppelbefunde zu vermeiden. Solche kamen in der Vergangenheit nämlich bei Untersuchungen im Vorfeld einer Operation immer wieder vor, was erhebliche Mehrkosten verursachte und zudem nicht gerade der Idee der PatientInnenschonung entsprach, mussten sich doch viele doppelt untersuchen lassen. Der Grund dafür war eine Kommunikationslücke zwischen niedergelassenen ÄrztInnen und Krankenhäusern. Die PROP-Software schuf hier Abhilfe, indem sie den Informationsaustausch zwischen diesen beiden ermöglichte bzw. wesentlich erleichterte. Im Rahmen ihres Masterstudiums Informations-technik & System-Management und ihrer sechsjährigen Forschungstätigkeit an der FH Salzburg (2010-2012) verlieh sie PROP den letzten Schliff. Für ihre Forschung erhielt Klausner 2012 unter anderem eine Auszeichnung vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie und den renommierten David-Sackett-Preis.

Forsch voran!

Diplom, Master – was will man mehr? Sabine Klausner wollte – und natürlich: absolvierte – noch ein Doktoratsstudium der Medizinischen Wissenschaften an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg mit Auszeichnung. Im Rahmen ihrer Dissertation sollte PROP einen würdigen Nachfolger finden: ProPath. Basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und Leitlinien, die den jeweils aktuellsten medizinischen Wissensstand umfassen, entwickelte Klausner ein System, dass ÄrztInnen eine Entscheidungshilfe bezüglich weiterer Untersuchungen von PatientInnen bieten kann. Klausners Anwendungsbeispiel, um das herum sie ihre Doktorarbeit errichtete, sind dabei unspezifische Kreuzschmerzen. Ursache solcher Schmerzen können harmlose Verspannungen sein, sie können aber auch Symptom verschiedener Entzündungen und ernsthafter Erkrankungen sein. Die bereits erwähnten, oft mehrere hundert Seiten umfassenden, Leitlinien werden auf eine Matrix reduziert, welche »die Symptomatiken eines Patienten den notwendigen Untersuchungen gegenübergestellt« und mögliche Ursachen der Schmerzen auflistet. Seit 2014 arbeitet sie im Applikations- und Projektmanagement der Salzburger Landeskliniken. Außerdem hat sich Klausner letztes Jahr selbstständig gemacht, wobei sie momentan erwägt, ProPath als Erstdiagnosetool (eventuell als App) zu etablieren. Möge die Operation gelingen!