Der Masterlehrgang Salutophysiologie für Hebammen vermittelt vertiefendes Wissen über die Dynamiken der physiologischen Systeme in Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett auf Basis neuer Hebammen-Theoriemodelle.

Zielgruppe

Der Masterlehrgang Salutophysiologie für Hebammen richtet sich an berufserfahrene Hebammen, die sich durch die praktische Salutogenese ein erweitertes Hebammenbeobachtungs- und Diagnoseschema aneignen wollen, das theoriegeleitet neue Hebammen-Interventionen und Handlungsräume schafft.

Die Ausbildungsinhalte bieten auch für leitende und lehrende Hebammen eine höchst innovative Kompetenzerweiterung.

Dynamiken der physiologischen Systeme

  • Psycho-Neuro-Endokrinologie
  • Säulen der Gesundheit
  • Adaptationssysteme
  • Zirkuläre Bewertung
  • Hormonsystem
  • Kohärenzsinn und Coping
  • Clinical Reasoning
     

Vertieftes physiologisches Wissen und ein dynamisches Verständnis der Interaktion der physiologischen Systeme eröffnen Ihnen einen völlig neuen Blick auf die Geburtshilfe und die Hebammenbetreuung - weg von der Risikofahndung und Symptombekämpfung hin zum Erkennen und Aktivieren der jeweiligen Ressourcen, Bedürfnisse und Kompetenzen.

Basis dafür ist detailliertes Wissen über das mütterliche Hormonsystem, das neurovegetative System, das fetoplazentare System bzw. das Neugeborene und das Ökosystem zu jeder Phase - Schwangerschaft, Geburt und Exogestation.

Weiters ermöglicht ein vielschichtiges Beobachtungsschema gezielte Hebammendiagnosen und davon ausgehend differenzierte Hebammeninterventionen - auf verschiedenen Ebenen - Körper, Verhalten und Emotionen - um die physiologischen Prozesse und dadurch Mutter und Kind zu stärken. Das führt zu revolutionär erweiterten Hebammenkompetenzen.

Im Master „Salutophysiologie für Hebammen“ werden zielgenau und evidenzbasiert die theoretischen und praktischen Inhalte zur Umsetzung der aktuellen WHO Empfehlungen "Intrapartum care for a positive childbirth experience“ (2018) vermittelt.

Erwachsenenbildung und Beratung

Eltern mit Baby, nur Gesichter sichtbar
  • Gesättigte Information
  • Problem Solving: individuell und als Methode der Gruppenleitung
  • Empathische Fähigkeiten
  • Kultur versus Natur
  • Symmetrische Kommunikation
  • Zirkuläre, gesättigte Didaktik
  • Empowerment von Frau und Mann
     

Im Master lernen Sie eine professionelle Beziehung durch positive Kommunikation gezielt zu gestalten. Sie können einen therapeutischen Raum öffnen, in dem eine empathische Begegnung - jenseits von Vorannahmen und Ideologien - möglich wird.

Im Zentrum Ihrer Arbeit stehen die Mutter und das Kind bzw. die Eltern. Sie lernen im Team mit ihnen einen individuellen Betreuungsplan zu entwerfen. Als Ausgangspunkt dafür dienen eine salutogenetische Anamnese sowie Problem Solving. Der Betreuungsplan begleitet dynamisch den Betreuungsprozess, weiters unterstützt ein Entscheidungsschema Eltern dabei, ihre Wahl informiert zu treffen und selbstbewusst zu vertreten.

Mit Problem Solving lernen Sie Gruppen zu leiten und Themen in ihrer Komplexität zu erheben, unterschiedliche Lösungsansätze zu finden und individuelle Lösungen zu erarbeiten.

Gesättigte Information ist die gezielte Methode, Wissen durch Information auf rationaler Ebene, sowie durch Gesten, Bilder, Symbole und Körperarbeit  zu vertiefen und zu verankern.

Wissenschaftliches Arbeiten

  • Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens
  • Möglichkeiten und Grenzen von Forschungsmethoden
  • Qualitative und quantiative Forschungsdesigns
  • Planung und Durchführung von Forschungsarbeiten
  • Hebammengeschichte im Kontext
  • Erkenntnistransfer aus der Geschichte
  • Kritische Reflexion aktueller Geburtshilfe
     

Ein weiterer Schwerpunkt des Masterlehrganges betrifft das wissenschaftliche Arbeiten, insbesondere die quantitative und qualitative Forschungsmethodik sowie die Präsentation und Publikation wissenschaftlicher Inhalte.

Unser Ziel ist es, Ihnen ein tiefgehendes Verständnis wissenschaftlicher Techniken zu vermitteln. Sie lernen, Forschungsfragen zu formulieren, adäquate Forschungsdesigns auszuwählen, Forschungsschritte zu planen, innerhalb eines Projektes Ihren Anteil zu leisten und Ergebnisse strukturiert und allgemein verständlich zu präsentieren. Dadurch sind Sie in der Lage, den wissenschaftlichen Standards entsprechende Publikationen zu verfassen, die sowohl Ihre Forschungskompetenzen unterstreichen als auch bestehende Hebammen-Theoriemodelle erweitern.

Zudem können Sie durch den Einblick in die Hebammengeschichte mit der nötigen Distanz den gegenwärtigen gesellschaftlichen Strukturen und Institutionen begegnen.