Holzbiegetechnik & "Fika" in Schweden

Waltraud Fischer studiert im 6. Semester Holztechnologie und Holzbau, in der Vertiefung Möbel- und Innenausbau. Ihr Pflichtpraktikum hat sie im Sommer 2019 bei der Firma Gemla Fabrikers in Schweden absolviert. Das Unternehmen liegt in einem kleinen Ort in Südschweden und ist das einzige in Schweden, das die klassische Holzbiegetechnik beherrscht. Hauptsächlich werden dort Sessel hergestellt, natürlich mit Unterstützung von Maschinen, zumeist aber in Handarbeit. Hier berichtet sie von ihrer Zeit in Schweden.

Meine Aufgabe war es, einen Sessel zu entwerfen und auch zu bauen. Ich habe so etwas vorher noch nie gemacht, war auch ziemlich auf mich alleine gestellt, konnte meine Kolleginnen und Kollegen aber jederzeit um Ratschläge bitten bzw. auch einfach beobachten, wie sie mit teilweise ganz einfachen Mitteln Lösungen für das eine oder andere bauliche Problem fanden. Obwohl ich es zuerst selbst eher nicht glauben konnte, entstand aus den einzelnen Teilen (siehe Bilder) am Ende ein Sessel, der zwar in jeder Hinsicht noch optimiert werden müsste, auf dem man aber immerhin sitzen kann. 

Nebenbei war es natürlich auch eine gute Möglichkeit, einen kleinen Einblick in die (Arbeits-)Welt der SchwedInnen zu bekommen. "Fika", die typische Kaffeepause wird tatsächlich penibel eingehalten. Die MitarbeiterInnen inklusive Chef sitzen zusammen, unterhalten sich über dienstliche, aber auch außerdienstliche Dinge und oft bringt jemand selbstgemachte Mehlspeisen oder Kekse mit. Ich durfte auch beim traditionellen Krebsessen dabei sein, was mich sehr gefreut hat. 

Selbstverständlich darf bei einem Auslandsaufenthalt auch nicht fehlen, das Land oder zumindest die Umgebung zu erkunden. Durch den Standort in der Provinz Småland hatte ich eine große Anzahl an Ausflugsmöglichkeiten, auch das Meer - für eine Stadt-Salzburgerin ja doch etwas Besonderes - war in erreichbarer Nähe. Nachdem es die ersten drei Wochen fast durchgeregnet hat und die Freizeitlaune schon etwas im Keller war, hatte ich dann doch noch ein paar schöne Wochenenden und konnte meine geplanten Ausflüge auch durchführen. So war ich unter anderem im "Glasreich" mit vielen Glasbläsereien und der typisch schwedischen Landschaft, wie man sie aus den Büchern von Astrid Lindgren kennt, im "Möbelreich" mit den bekanntesten Möbelhäusern Schwedens, in den Nationalparks "Store Mosse" (ein riesiges Moorgebiet) und Åsnen (eine Wald- und Seenlandschaft) und auf den Inseln Tärnö und Hanö. Nachdem Bilder mehr als tausend Worte sagen, habe ich noch ein paar Fotos angehängt. 

Abschließend kann ich nur jeder und jedem, die/der die Möglichkeit hat, empfehlen, einen Auslandsaufenthalt zu absolvieren. Man lernt so viel Neues kennen, sowohl beruflich als auch für das Leben allgemein.