Holztechnologie studieren heißt auch, den Werkstoff und die wunderbaren Produkte daraus gut vermarkten zu können. Dieses Zusammenspiel von Technologie und Wirtschaft wird in unserem Studium groß geschrieben und führt zu relevanten und interessanten Forschungsfragen, die wir gemeinsam mit Industrieunternehmen bearbeiten.

„Holz lebt.“

„Das riecht total gut!“

„Jedes Stück Holz hat eine einzigartige Struktur.“

„Das fühlt sich so natürlich an.“

Solche Aussagen hört man immer wieder, wenn man mit Menschen über den spürbaren Charakter von Holz redet. Es ist ein „erfahrbares“ Material, welches all unsere Sinne anspricht. Für die Vermarktung von Produkten oder auch ganzer Marken ist solch eine Ausgangsstellung absolut wünschenswert – beim „multisensualen Marketing werden mehrere Sinne des Menschen gleichzeitig positiv angeregt und in Verbindung mit dem Produkt gebracht. Je mehr Sinne angesprochen werden, desto stärker ist die mentale und emotionale Beziehung zur Marke.

Eine olfaktorische Reise durch Holz

Was bei anderen Dingen nur mit aufwendigen Zugaben oder beispielsweise im digitalen Bereich oftmals gar nicht möglich ist, ist dem biogenen Werkstoff inhärent, also schon von Natur aus mitgegeben. Der harzige-süße Duft von Zirbenholz versetzt den Kunden auf eine olfaktorische Reise in den Alpenraum, der Blick auf die raue Altholzoberfläche der Wandverkleidung aus Eiche vermittelt optisch rustikale Beständigkeit und das Gefühl der Fingerspitzen, die über den feinporigen Ahorntisch wandern ist haptisch mit handwerklicher Präzision und Hochwertigkeit verknüpft.

Im wissenschaftlichen Duftlabor

In ihrem Masterstudium der Holztechnologie und Holzwirtschaft beschäftigt sich Anna Mühlbacher mit der Wahrnehmung des Materials und wie die positiven Emotionen die durch Holzprodukte ausgelöst werden möglichst gezielt und ungetrübt bei den Kund*innen ankommen. Ihr Fokus liegt dabei auf den Düften von Holzextrakten und wie diese von verschiedenen Zielgruppen wahrgenommen werden. So können Unternehmen die unterstützende Wirkung von Holzdüften nutzen, um ein differenzierteres und einprägsameres Bild ihrer Produkte zu vermitteln. Zwar begann die Forschung von Anna inmitten der Corona-Pandemie, weshalb sich nicht nur die Probandensuche für ihre Forschungsarbeit als schwierig gestaltete, sondern auch die Herstellung der Holzextrakte. Nach Änderungen am Versuchsaufbau und der Verwendung der eigenen Küche als „Duftlabor“ konnte sie dennoch 120 Testpersonen für ihre Erfahrungsstudie gewinnen. Sie liefert damit wichtige Erkenntnisse für Unternehmen der Holzwirtschaft, die ihren Produkten nun eine weitere, duftende und stimulierende Dimension des Produkterlebnisses hinzufügen können.

Das improvisierte Duftlabor.

Derzeit erforscht Anna Mühlbacher in ihrer Masterarbeit, wie die Düfte von Holzextrakten von bestimmten Zielgruppen wahrgenommen werden und welche Art von Düften dem Markenimage eines bekannten Unternehmens der Branche am Besten entspricht. In diesen besonderen Zeiten musste Anna auch besonders kreativ sein, um zu ihre Arbeit zeitgerecht fertigstellen zu können. Erst wurden mit dem Shutdown die Labors gesperrt, was dazu führte, dass die Herstellung der Extrakte von der FH in die eigene Küche verlegt wurde, anschließend war das Auffinden und Motivieren von 120 Probanden aus der entsprechenden Zielgruppe in diesen Zeiten spannend und herausfordernd - Anna hat das alles mit ungemeinem Engagement geschafft und wertet derzeit gerade die Daten mit spss aus - wir sind schon gespannt auf die Resultate, die im Herbst auch publiziert werden sollten.