IT-Absolventin Karin Glader lässt Fahrzeuge sicher autonom fahren

Früh übt sich: »Die Faszination für Steuerungstechnik war bei mir schon als Kind vorhanden. Bei Baggern, Greifarmen und Robotern hat mich immer interessiert, wie das funktioniert, was da im Hintergrund geschieht«, erzählt Karin Glader.

Nach Abschluss eines musischen BORG und einem Jahr Lehramtsstudium für Volksschulen wurde der Wunsch, sich technisch fortzubilden, dann doch stärker. So übersiedelte Glader 2008 von Kärnten nach Salzburg, um ITS zu studieren.

Zwar sei die erste Zeit an der FH – das Aufbauen der Grundlagen – für Glader eine Zeit des »Durchbeißens« gewesen, dann aber stellte sich der Flow ein: »So ab dem dritten Semester wusste ich: das ist es jetzt«. Vor allem das Digitaltechnik-Labor habe es ihr damals angetan: »Da konnte ich ausprobieren, Verbindungen stecken, Ursache und Wirkung konkret erforschen.«

Dass Glader Digitaltechnik heute selbst an der FH unterrichtet, kann man wohl als Glück für alle Beteiligten bezeichnen. Während und nach ihrer Bachelorarbeit war sie bei der Firma COPA-DATA zumeist für Entwicklung von Handy-Applikationen angestellt. Unmittelbar im Anschluss wechselte sie zum Forschungsprojekt SimuProd, einer Kooperation zwischen der FH Salzburg und COPA-DATA, und war dort fast drei Jahre lang tätig. Schwerpunkte dieses Projekts waren Datenintegration, virtuelle Inbetriebnahme und simulationsgestützte Wartung von Produktionsanlagen.

Realitätserprobt

Aus dem Wunsch heraus, ihre Fähigkeiten stärker an der (wirtschaftlichen) Wirklichkeit zu erproben bewarb sie sich 2015 erfolgreich für eine Stelle im Bereich Mobile Robotik bei der Firma ANDATA.

»Ich wollte, dass die von mir entwickelten Sachen auch Verwendung finden und ich Rückmeldung von Kunden bekomme«.

Dort beschäftigte sich Glader zu Beginn vor allem mit der Entwicklung fahrerloser Transportsysteme. Solche Transportwägen müssen (z.B. in Firmenlagern) unter anderem fähig sein, selbstständig eine bestimmte Route zu fahren und sich zu lokalisieren. Sie müssen dabei die Umgebung beachten ohne Kollisionen zu verursachen und auf Engpässe oder Hindernisse reagieren können. Auf ihre dortigen Erfahrungen aufbauend befasst sich Glader nun seit letztem Jahr mit der Entwicklung verschiedener Funktionen im Bereich Auto-nomes Fahren, darunter Kollisionsvermeidung, Pfad- und Manöverplanung, Situationsinterpretation etc.

Rückblickend schließt sich hier für Glader ein Kreis: Künstliche Intelligenz spielte bereits in ihrer Masterarbeit eine Rolle, mit simulationsbasierter Entwicklung hat sie sich schon im Rahmen von SimuProd ausführlich befasst. Dass sie mit ihrer Arbeit »in einer relativ kleinen österreichischen Firma wie ANDATA maßgeblich an solch großen Entwicklungen beteiligt« sei – das, sagt Glader, finde sie »immer wieder beeindruckend.«