Abgeschlossene Projekte

DM2CUA - Entwicklung und Integration von mobilen personen- und situationsbezogenen Interventionen in moderne Schulungs- und Beratungsstrategien

Dieses interdisziplinäre Projekt wird im Rahmen einer Kooperation der Studiengänge Biomedizinische Analytik, Gesundheits- und Krankenpflege und MultiMediaTechnology gemeinsam mit der Diabetesambulanz der 1. Medizin der Universitätsklinik Salzburg (Dr. Lars Stechemesser) und der Privatklinik Wehrle-Diakonissen (Primar Univ.-Doz. Dr. Raimund Weitgasser) durchgeführt.

DM2CUA ist als Pilotprojekt innerhalb des Zentrums Zukunft Gesundheit (ZZG) der Fachhochschule Salzburg angelegt.

Diabetes Mellitus Typ II (DM2) ist eine lebensstilbezogene Volkskrankheit die eine große persönliche Belastung für die Patientinnen und Patienten aber auch für die Gesundheitssysteme darstellt. Neben den Kosten, die mit der Therapie von DM2 einhergehen, stellt auch die Behandlung der langfristigen Auswirkungen von Diabetes eine große Belastung für die Betroffenen und den Gesundheitssektor dar. Das Risiko sekundärer Erkrankungen kann nur durch Therapietreue und nachhaltige Lebensstiländerung erfolgreich reduziert werden. Zur Zeit werden Patientinnen und Patienten stationär oder ambulant im Umgang mit DM2 geschult. Hierfür ist ein hohes Engagement der Patientinnen und Patienten und eine intensive Betreuung durch die behandelnden Health Care Professionals erforderlich. Im Alltag gestalten sich die notwendigen Lebensstilmodifikationen jedoch häufig schwierig.

DM2CUA nutzt Smartphone- und Web-Technologien um Patientinnen und Patienten beim Erreichen Ihrer Therapieziele mit situationsbezogenen Hinweisen zu unterstützen. Relevanz und Umsetzbarkeit werden sowohl von den Diabetikerinnen und Diabetikern als auch von allen Beteiligten in der Betreuungskette bewertet. In wiederholten Reflexionszyklen werden die Hinweise angepasst. Im Sinne der personalisierten Medizin entsteht für jede Patientin, jeden Patienten ein persönlicher digitaler Coach. Dieser Ansatz der Personalisierung basiert auf der Hypothese, dass individuelle Lebenswelten geprägt durch Geschlecht, Alter, kulturelle Hintergründe, Familien- und Arbeitskontext einen signifikanten Einfluss auf den Umgang mit der Erkrankung DM2 haben.

Die Entwicklung und Integration von mobilen personen- und situationsbezogenen Interventionen in moderne Schulungs- und Beratungsstrategien sowie die Erstellung eines Leitfadens zur Umsetzung im klinischen Alltag sind Ziel des Projektes und Grundlagen für die darauffolgende breite Anwendung.

Projektwebsite: https://dm2cua.multimediatechnology.at/


Laufzeit: März 2017 – Februar 2019
Projektleitung: FH-Prof. DI Dr. Simon Ginzinger MSc, FH-Prof. Mag. Babette Grabner, FH-Prof. Priv.-Doz. Dr. Geja Oostingh
Projektmitarbeiter*innen: DI Caroline Roth BSc, Mag. Melanie Roth BSc, Martin Tiefengrabner BA MSc 
Projektpartner: Dr. Lars Stechemesser, Primar Univ.-Doz. Dr. Raimund Weitgasser

EDORTH

Der Gesundheitsberuf „Orthoptist*in“ hat sich aufgrund unterschiedlicher Gesundheitssysteme, länderspezifischer Gesetzeslagen und anderer Bedingungen innerhalb der EU-Länder verschieden entwickelt.

Mit dem EU geförderten Erasmus KA2-Projekt soll die Harmonisierung der Ausbildung zum*zur Orthoptist*in innerhalb der EU forciert werden. Während der drei Phasen des Projekts sollen die Ausbildungsgrundlagen der EU-Länder erhoben und Kernkompetenzen der Orthoptist*innen verschriftlicht werden. Darauf aufbauend sollen e-learning Pakete für Interessierte entwickelt und eine online-Plattform geschaffen werden, die Berufsangehörigen  selbständiges Erarbeiten der für alle Länder hochrelevanten Inhalte ermöglichen. Nicht zuletzt soll auch das Ablegen der Prüfung über die Kernkompetenzen des „europäischen Diploms Orthoptik“ über diese zu erstellende Plattform ermöglicht werden.

Durch die Projektmitarbeiter*innen aus acht EU-Ländern sollen kulturelle Unterschiede und verschiedenen kontextuellen Bedingungen in allen Aspekten der Entwicklung berücksichtigt werde.

Durch das Projekt soll die von der Europäischen Kommission geforderte Idee der Freizügigkeit für qualifizierte Arbeitnehmer*innen in Europa gefördert, da durch das Diplom ein offizieller Nachweis über erforderliche Kompetenzen erlangt werden kann.

Laufzeit: September 2018 bis August 2021 (covidbedingte Verlängerung bis Jänner 2022)

Projektmitarbeiter*innen an der FH-Salzburg: FH Prof. Mag. Ruth E. Resch

Projektleitung:  Ass. Prof. PhD Agneta Rydberg (Karolinska Istitute Stockholm)

Weitere Projektpartner: Goeteborgs Universitet, Orthoptistenschule Universitätsklinikum Heidelberg, Hogeschool Utrecht, University of Liverpool, University of Sheffield, Instituto Politécnico de Lisbo und assoziierte Organisation: Europäischer Orthoptik-Verband (OCE)

NECNET

NECNET sollte klären, ob bei nuklearmedizinischen Bilddaten ein statistisch signifikanter Unterschied bezüglich der Intensität der Aufnahme des Radiopharmazeutikums bei Patientinnen und Patienten mit gut differenziertem NET, bzw. schlecht differenzierten NEC besteht.

Die Somatostatinrezeptor-Bildgebung ist in der klinischen Routine gut etabliert und ist die am weitesten verbreitete, nuklearmedizinische Bildgebung bei PatientInnen mit neuroendokrinen Tumoren (NET). NET sind selten und entstehen aus neuroendokrinen Zellen (hormonbildende Zellen mit teilweise gleichen Merkmalen wie Nervenzellen. Das Vorhandensein von SSTR auf Tumorzellen kann zur Bildgebung mittels SSTR-PET/CT, aber auch zur Peptidrezeptor-Radionuklid-Therapie (PRRT) genutzt werden. Aktuell werden in der Nuklearmedizin des Salzburger Landeskrankenhaus das Somatostatin-Analoga basierte Radiopharmazeutika Ga68 DOTA-NOC eingesetzt.

Der aktuellen Studienlage zufolge ist die Sensitivität für NET bei Ga68 DOTA-NOC mit über 90% am höchsten und der Einsatz der Ga68 DOTA-NOC PET/CT führt bei über einem Drittel der Patientinnen und Patienten zu einer Änderung im Therapiekonzept. Speziell vor der (palliativen) Peptidrezeptor-Radionuklid-Therapie (PRRT) mit Yttrium 90, bzw. Lutetium 177 muss eine ausreichende Somatostatin-Rezeptor-Expression der Tumorherde nachgewiesen werden. Bei NET Grad 3 (Ki-67>20%) unterscheidet die WHO erst seit 2017 zwei Subgruppen: die besser differenzierten NET und die schlechter differenzierten NEC (Neuroendocrine-Carcinoma). Studien haben gezeigt, dass Grad 3 NET eine bessere Prognose als Grad 3 NEC aufweisen. Wenn Grad 3 NET Somatostatin-Rezeptoren exprimieren, sieht die Leitlinie die PRRT prinzipiell als Möglichkeit, da Einzelfallbeobachtungen bisher eine gute Wirksamkeit der PRRT bei gut differenzierten NET Grad 3 zeigten. Eine niedrige Proliferationsrate, sowie ein hoher Uptake in der SSTR-PET/CT gelten als positive prognostische Marker. Dieses Projekt sollte klären, ob bei den vorhandenen nuklearmedizinischen Bilddaten ein statistisch signifikanter Unterschied bezüglich der Intensität der Aufnahme des Radiopharmazeutikums bei PatientInnen mit gut differenzierten NET und schlecht differenzierten NEC besteht.

Es wurden nuklearmedizinische (PET/CT), bzw. histologische (Biopsie) Daten und Befunde von 281 Patientinnen und Patienten an den Salzburger Landeskliniken analysiert. Es wurden alle Patientinnen und Patienten mit NET Grad 3 ab 2016 re-evaluiert und anhand der aktuellen WHO Klassifikation in NET und NEC unterteilt. Die Kriterien für die Unterteilung waren Differenzierungsgrad (hoch differenziert versus niedrig differenziert), proliferationsbasiertes Grading (Ki-67-Index), sowie Anzahl der Mitosen im high power field (HPF).

Die Auswertung zeigte, dass in den Jahren 2016-2021 281 PatientInnen mit Verdacht auf NET in der Universitätsklinik für Nuklearmedizin und Endokrinologie mittels PET/CT untersucht wurden. Die Anzahl der PatientInnen mit niedrig differenzierten NET und einem Proliferationsindex (Ki-67-Index) von über 20%, bei denen auch eine Ga68 DOTA-NOC PET/CT durchgeführt wurde, war sehr niedrig. Insgesamt erfüllten nur 12 Patientinnen und Patienten die Einschlusskriterien. Bei diesen 12 Patientinnen und Patienten wurde eine histo-pathologische Re-Evaluierung anhand der aktuellen WHO Klassifikation durchgeführt. Diese Fallzahl unterschreitet die Mindestzahl für eine statistische Auswertung, weshalb die Ergebnisse nur als Basis für die Planung weiterer Studien dienen können. Das selten Vorkommen NET Grad 3 macht eine Single-Center Studie schwierig. Eventuell könnten in einer Multi-Center Studie genügend Daten generiert werden. 

Laufzeit: Oktober 2019 – Oktober 2021 (inkl. Covid-bedingter Laufzeitverlängerung)
Projektleitung: Prim. Univ.-Prof. Dr. Christian Pirich, Florian Szigeti, MSc
Projektpartner: Universitätsklinik für Nuklearmedizin und Endokrinologie (SALK), Pathologisches Institut (SALK)

PRISMA17

Evaluierung des Einflusses der PSMA-PET/CT auf das therapeutische Management bei geplanter radikaler Prostatektomie, bzw. Radiotherapie, sowie der Wertigkeit der PSMA-PET/CT in der Rezidivdiagnostik der Prostatakarzinompatienten mit niedrigem PSA-Wert  (0,2-2 ng/ml)

Die Abkürzung PSMA steht für Prostata-Spezifisches-Membran-Antigen. Prostatakarzinomzellen exprimieren diese Membran-Antigen auf der Oberfläche. Das verwendete Radiopharmakon Ga-68 PSMA-bindet an diese Antigene. Aufgrund der spezifischen Bindung reichert sich Radioaktivität im Tumorgewebe an und kann mit PET/CT-Geräten detektiert werden. Die Detektionsrate ist von der Größe des Tumors, bzw. des Rezidiv abhängig.

Primärstaging: Bei Patienten mit histologisch gesichertem Prostatakarzinom, bei denen eine radikale Prostatektomie vorgesehen ist, wird prätherapeutisch eine Ga-68 PSMA-PET/CT, sowie eine multiparametrische MRT durchgeführt. Es soll geklärt werden, welchen Einfluss der Einsatz  der PSMA PET/CT, sowie der multiparametrischen MRT, auf das initiale Therapiemanagement bei Patienten mit histologisch gesichertem Prostatakarzinom besitzen. Es werden nur Patienten ohne klinischen Hinweis auf Fernmetastasierung eingeschlossen. Die Verifikation erfolgt über die postoperative histologische Auswertung, inkl. histochemischer Färbung mittels eines Prostata-Spezifischen-Membran-Antikörpers.

Restaging: Als Restaging ist diese Methode bereits klinisch etabliert. Laut der S3 Leitlinie für Prosta-takarzinome, ist bei einem neuerlichen Anstieg des PSA-Wertes im Blut (prostataspezifisches Antigen) auf über 0,2 ng/ml, nach erfolgreicher Therapie, von einem Rezidiv, bzw. von einer Metastasierung auszugehen. Die Ga-68 PSMA-PET/CT zeigt deutlich höhere Detektionsraten bei PSA-Werten bis 2ng/ml als die herkömmliche Diagnostik mit F-18 Cholin. Die Detektion des Rezidivs, bzw. der Metastasierung hat einen entscheidenden Einfluss auf das therapeutische Vorgehen. In diesem Projekt wird der Stellenwert der PSMA PET/CT, sowie der multiparametrischen MTR in der Rezidivdiagnostik bei Prostatakarzinompatienten in kompletter Remission nach Primärtherapie untersucht.  Als Indikation für eine PSMA PET/CT gilt ein PSA-Wert im Bereich von 0,2-2 ng/ml. Die Zahl der Patienten, welche in der Folge durch Operation und/oder Strahlentherapie, bzw.  eine komplette Remission erreichen, wird berechnet und mit historischen Kontrollen verglichen.


Laufzeit: Oktober 2016 – September 2019
Projektleitung: Prim. Univ.-Prof. Dr. Christian Pirich, Florian Szigeti, MSc
Projektpartner: Universitätsklinik für Nuklearmedizin und Endokrinologie (SALK), Pathologisches Institut (SALK)

REACT – REdesiging HeAlth ProduCTs

Wie steigert man die Akzeptanz von Medizinprodukten? Warum verwenden (ältere) Menschen kein Rollmobil, obwohl es ihren Alltag erheblich erleichtern würde? Wie kann man Inkontinenzprodukte, Bettpfannen oder Toilettenstühle anders gestalten, um das damit verbundene sozial Stigma zu reduzieren?

Diesen Fragen gehen Studierende und ForscherInnen der Studiengänge Gesundheits- und Krankenpflege und Design & Produktmanagement an der FH Salzburg im Rahmen des Pilotprojekts REACT (REdesigning heAlth produCTs) nach. Über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren werden Produkte aus dem medizinisch-pflegerischen Bereich einem forschungsbasierten (Re-) Design unterzogen. Das Ziel des interprofessionellen Pilotprojektes ist die Steigerung der Akzeptanz und Sicherheit von Produkten zur Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit krankheits- oder altersbedingten Einschränkungen. Im Mittelpunkt steht dabei der menschzentrierte Produktentwicklungsprozess. Die Basis für den momentan stattfindenden Design-Prozess lieferte die Phase der Produktidentifikation und -analyse in Kooperation mit regionalen PartnerInnen aus dem Gesundheitswesen. Den Abschluss findet dieses Pilotprojekt in der Designtesting-Phase im Herbst/Winter 2019.

Design & Pflege
Die Nichtakzeptanz sowie die daraus folgende Nichtnutzung von Medizinprodukten kann stark auf deren Design zurückgeführt werden. Grundlegend hat Design funktionale Aspekte sowie verschiedene emotionale und soziale Zusatznutzen. Gerade im erweiterten Pflegebereich weisen Produkte häufig Gestaltungsdefizite auf. Von besonderer Bedeutung ist dabei die soziale Signifikanz dieser Produkte. Dem Umfeld wird eindeutig signalisiert, dass mit dem/der VerwenderIn „etwas nicht stimmt“. Die NutzerInnen leiden in aller Regel an sich schon unter ihren Einschränkungen und der reduzierten Lebensqualität. Wird dies durch täglich zu verwendende Produkte öffentlich kommuniziert, verstärkt sich das Gefühl der Minderwertigkeit: Stigmatisierung, Scham und Ablehnung der Produkte sind die Folge.

Drei Projektphasen zwischen September 2018 und Februar 2020

  • In der ersten Phase (Wintersemester 18/19) identifizierten und analysierten Studierenden der Gesundheits- und Krankenpflege pflegerisch-relevante Produkte für ein Re-Design. Dazu wurden Einzelinterviews mit ExpertInnen aus unterschiedlichen Bereichen des Gesundheitswesens, Fokusgruppengesprächen mit Pflegepersonen aus verschiedenen Pflegebereichen sowie Aktionsforschung mit AnwenderInnen und NutzerInnen durchgeführt.
  • Auf dieser Informationsbasis wurden insgesamt acht Produkte in einem forschungsbasierten Design-Briefing im Februar 2019 an den Studiengang Design & Produktmanagement übergeben. In einem menschzentrierten Prozess wurden in der zweiten Projektphase von den Masterstudierenden konkrete Designanforderungen abgeleitet und erste funktionelle Prototypen erstellt. Die Präsentation der ersten Prototypen fand am 27.06.2019 am Campus Kuchl der FH Salzburg statt.
  • In der dritten Phase (Wintersemester 19/20) werden die Studierende gemeinsam mit den ForscherInnen der FH Salzburg der Frage nachgehen, ob und inwieweit die redesignten Produkte besser ab-schneiden als vergleichbare handelsübliche Produkte. Analysedimensionen beinhalten dabei u.a. Funktionalität, Usability, Nachhaltigkeit, Design und User Experience.

Ausblick
Die FH Salzburg ist aufgrund des positiven Feedbacks der StakeholderInnen derzeit in der Konzeptionsphase eines „REACT“ Forschungs- und Entwicklungszentrums. Das Ziel des Zentrums ist es, durch einen mensch-zentrierten Designansatz die Akzeptanz und Nutzung von Produkten und Dienstleistungen zu erhöhen. Der Fokus liegt dabei auf der Zielgruppe der älteren Menschen und betrifft die gesamte Lebenswelt dieser AnwenderInnen: vom Gesundheitsbereich bis hin zum privaten Konsum. Mit dem „REACT“ Zentrum wird die FH Salzburg verstärkt als Brücke zwischen Praxis und Wissenschaft fungieren.

Laufzeit: September 2018 - Februar 2020
Projektleitung: Mag.a Melanie Roth, BSc
Projektmitarbeiter*innen: Laura Ackermann, B.Eng., BSc, MSc; Anneli Eddy, BA; Magdalena Fischill, BScN, MScN