Smart Cities: Wohnen findet Stadt – Hallein

Mehrgeschossige urbane Wohnsiedlungen in offener Bauweise, welche in den 30-80er Jahren in ganz Europa entstanden sind, bergen viele Verbesserungs- und Nachverdichtungspotenziale in sich, welche häufig nicht genutzt werden. Problemstellungen sind der unzureichende energetische Standard, die Lärm- und Schadstoffbelastung durch zunehmenden Verkehr, die demografische Überalterung der Siedlung, die erforderliche Anpassung an heutige BewohnerInnenbedürfnisse, sowie die Abdeckung des zukünftigen Wohnraumbedarfs wie z. B. barrierefreie Wohnungen. Die Resultate des vorhergehenden Sondierungsvorhabens „Wohnen findet Stadt“ zeigen erhebliche nicht genutzte Wohnraumreserven, sowie ein großes Interesse der BewohnerInnen an ganzheitlichen Sanierungsmaßnahmen in der Burgfriedsiedlung Hallein.

Ausgangssituation
Die BewohnerInnen werden über die Laufzeit mittels Workshops, Infoabenden, aber auch Wahrnehmungsspaziergängen in das Projekt mit eingebunden. Dies ist zentral für die Akzeptanz der Maßnahmen zur Optimierung der Lebensqualität künftiger Generationen. Relevante Akteure aus verschieden Fachbereichen dienen als nachhaltige Multiplikatoren und sichern auch die Österreichweite Übertragbarkeit der Ergebnisse ab. Das Projekt dient als Prototyp für weitere Realisierungen smarte Modernisierungen in der Stadt Hallein und weit darüber hinaus. Das Demonstrationsvorhaben zur energieeffizienten und klimabewussten Sanierung soll zeigen, dass die Gewinnung von neuem Wohnraum positive Effekte nach sich zieht und damit auch die Freiräume und das Umfeld insgesamt aufgewertet werden können. Der Erkenntnisgewinn aus detaillierten Auswertungen wird zur Optimierung und Weiterentwicklung der angewandten Elemente verwendet. Die Häufigkeit derartiger Situationen lässt – 25% der Österreichischen Bevölkerung sind zumindest mittelstark durch Lärm belastet – eine gute Reproduzierbarkeit durch Standardisierung des angestrebten Vorhabens und somit eine erhebliche Nutzbarkeit des Marktpotenzials erwarten.

Ziele & Ergebnisse
Das übergeordnete Ziel des Projektes ist es, technische und soziale Innovationen zu verbinden und auf diese Weise einen Mehrwert zu schaffen. Die Stadt Hallein plant aufbauend auf den vorliegenden Zwischenresultaten Sondierungsvorhabens zwei Demonstrationsgebäude der Burgfriedsiedlung mit ca. 45 Wohneinheiten in Form von Bestandsanierung und Nachverdichtung durch eingeschossige Aufstockung ab 2017 umzusetzen.

Innovation
Das Projekt selbst verbindet neueste Technologien aus den Bereichen Schallschutz, Bau- und Gebäudetechnik mit Anforderungen aus den Bereichen Mobilität, Energie, Infrastruktur, Freiraum und Demographie unter Einbeziehung der BewohnerInnen. Eine besondere Innovation stellt der Einsatz einer multifunktionalen Fassade dar, welche eine Intelligente Neukombination weitestgehend bestehender Technologien wie Bauteilaktivierung und Schallabsorber beinhaltet und zur beispielhaften Ertüchtigung erhaltenswürdiger, aber stark sanierungsbedürftiger Altbestandsbauten für die Erfordernisse des 21. Jahrhunderts dient. Die im Rahmen des Demoprojektes geplanten und umgesetzten Maßnahmen werden einem intensiven Monitoringprozess unterworfen. Dies betrifft insbesondere das Verhalten der multifunktionalen Fassade sowie die Energieversorgung der Objekte (Bauteilaktivierung, PV). Ebenso sollen die komplexen Wechselwirkungen, die sich durch den im Projekt gewählten gesamtheiltichen Ansatz ergeben, evaluiert und die getroffenen Maßnahmen einer Erfolgskontrolle unterzogen werden – insbesondere im Spannungsfeld Lärmreduktion, Freiraumgestaltung und Mobilität.

Projektdaten

Konsortium

  • Wohnen findet Stadt OG (Konsortialführer)
  • Stadtgemeinde Hallein
  • Fachhochschule Salzburg GmbH
  • Research Studios Austria Forschungsgesellschaft mbH
  • PLANUM Fallast Tischler & Partner GmbH

Forschungs- und Innovationsnetzwerk „Alpines Bauen“ zur Entwicklung von neuartigen Konzepten im Bereich der Sanierung und zur Stärkung der „alpinen Baukompetenz“ der KMU und Region

Die Projektregion Oberbayern/Salzburg/Tirol hat einen Wirtschaftsschwerpunkt im Bausektor, der von vielen kleinen und mittleren Unternehmen (Handwerk, Gewerbe, Planung, Dienstleistung - auch über Baubranche hinaus) getragen wird. Was hier als „alpines Bauen“ bezeichnet wird, ist die Kompetenz der KMU, regionale Baumaterialien, Bautechniken, Know-how und Nachhaltigkeit mit alpiner Bautradition zu verbinden.

Durch höhere Anforderungen in der Klima-, Energie- und Ökoeffizienz, durch neue Technologien mit raschem Wandel und durch ein wachsendes Wettbewerbsumfeld durch globale Bauindustrien und Technologiehersteller werden die Herausforderungen im alpinen Bau immer komplexer. KMU sind deshalb gefordert, sich verstärkt mit Innovationsfragen zu neuen Produkt- und Dienstleistungsmöglichkeiten sowie neuartigen technischen Lösungen zu befassen. So können sie ihre Rolle als Spezialist für alpines Bauen weiterentwickeln, damit Wertschöpfung und Arbeitsplätze regional sichern und werden nicht zu Drittleistern (z.B. nur Montage) degradiert.

Besonders im wachsenden Markt der Sanierung von älteren Gebäuden bestehen für KMU Chancen, über neuartige Konzept- und Technologiezugänge alpine Bausubstanz intelligent weiterzuentwickeln und bisher unberücksichtigte Nachfragestrukturen, wie die schrittweise Sanierung kleinerer Gebäude (z.B. Wohnen, Tourismus) mit ganzheitlichen Sanierungskonzepten als Nische zu besetzen. Das Projekt „F+I Netzwerk Alpines Bauen“ setzt an der Unterstützung für KMU in diesen Bereich an. Fehlende Kompetenzen, Methoden und Know-how dafür werden durch die Kooperation mit regionalen Forschungseinrichtungen erarbeitet und vermittelt. Das Forschungs- und Transferprogramm wird dabei am Bedarf der Unternehmen ausgerichtet.

Link: Interreg,  Projektbeschreibung, Netzwerk Alpines Bauen

Low-Tech Lösung für lebenszyklusorientiertes Bauen im mehrgeschossigen Wohnbau

Die Entwicklung verschiedener Lösungsansätze für zukünftige Low-Tech Gebäude, welche die Vorgaben der Salzburger Wohnbauförderung erfüllen und gleichzeitig geringere Kosten für Errichtung und Betrieb mit sich bringen, steht im Fokus dieses Vorhabens. Neben der Reduktion an Technikkomponenten gilt es die energetischen und raumklimatischen Qualitäten beizubehalten.

Dieses Forschungsprojekt beschäftigt sich mit Low-Tech Lösungen im mehrgeschossigen Wohnbau. Der Fokus liegt in der Auswahl von Einzelmaßnahmen, Baukonstruktionen und Komponenten, deren Zusammenspiel ein Low-Tech Gebäude ergeben. Darauffolgend soll eine Analyse der Lebenszykluskosten der erarbeiteten Low-Tech Varianten im Vergleich zum derzeitigen Baustandard im mehrgeschossigen geförderten Wohnbau durchgeführt werden.

Dipl. Ing. (FH) Lutz Dorsch, M.BP.

Senior Lecturer, Fachbereichsleiter Energy Design, Smart Building

Der aktuell spannendste Ansatz des noch laufenden Projektes besteht wohl darin, dass wir den Entwurf eines Gebäudes als eine entscheidende Low-Tech Lösung sehen, da dieser bestimmend für alle weiteren Maßnahmen ist. Damit aber in den "Hoheitsbereich" der Gestaltung eingreifen und uns somit spannende Diskussionen mit Architekten, Planern und Bauherrn bevorstehen.

Die rasante Entwicklung der vergangenen Jahre führt dazu, dass manche Teilbereiche im Wohnbau mit dem raschen Fortschritt und der Technisierung nicht mithalten können. Derzeit ist es nach wie vor schwierig, eine Qualitätssicherung in der Errichtung und im Betrieb zu gewährleisten. Daher stellt sich die Frage, ob der Weg hin zu weniger und einfacherer Technik im Wohnbau zu einem Mehrwert für die Bewohnerinnen und Bewohner und zu einer Stabilisierung der Baukosten führen kann. Zeitgleich muss überlegt werden, inwieweit es umsetzbar ist, ein Gebäude nicht nur über die Baukosten zu beurteilen, sondern die Baukosten den laufenden Betriebs- und Instandhaltungskosten im gesamten Lebenszyklus gegenüberzustellen.

Vor dem Hintergrund der Vision des Low-Tech Gebäudes mit geringer technischer Ausstattung und gleichzeitiger Gewährleistung der notwendigen energetischen und raumklimatischen Qualität, wurde zunächst nach bereits realisierten Low-Tech Gebäude recherchiert, um die Bereiche Gebäudetechnik, Bautechnik, Gebäudenutzung und Gebäudeentwurf zu analysieren um zusammenfassend den Begriff „Low-Tech“ zu schärfen.

Lutz Dorsch betonte hierzu: „Die Herausforderung ist die Definition von Low-Tech. Nachdem es bislang dafür keine allgemeingültige Definition gibt, musste eine solche – zumindest innerhalb des Projektes - zunächst gefunden werden, da dies ja die Grundlage für die zu entwickelnden Maßnahmen bilden soll.“

In einem Workshop mit Experten aus der Salzburger Wohnbauwirtschaft wird der aktuelle Baustandard im mehrgeschossigen geförderten Wohnbau ermittelt. In dessen Abhängigkeit werden dann passende Low-Tech Lösungen weitergehend untersucht. Schwerpunkte dabei sind die Ausführung der Gebäudehülle, die Materialwahl sowie das Lüftungs- und das Energiekonzept.

In weiterer Folge werden die Lebenszykluskosten berechnet. Die Einzelkosten der Maßnahmen, Baukonstruktion und Komponenten werden recherchiert, gesammelt und aufbereitet. Dabei werden zuerst die anfallenden Errichtungskosten für die Einzelmaßnahmen und Konstruktion sowie für die notwendige Gebäudetechnik erarbeitet. Im nächsten Schritt werden die Folge- und Nutzungskosten der Low-Tech Lösung ermittelt, um damit einen Vergleich der Lebenszykluskosten mit jenen des derzeitigen Baustandards durchführen zu können.

Die Fachhochschule Salzburg stellt, unter der Projektleitung von Dipl. Ing. (FH) Lutz Dorsch M.BP., in diesem Forschungsprojekt den Lead Partner dar und arbeitet mit den Projektpartnern Landesinnung BAU Salzburg und der Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für Oberösterreich und Salzburg zusammen.

Laufzeit: 01.07.2019 - 31.12.2020
Förderprogramm: Auftragsforschung Land Salzburg
Lead Partner: FH Salzburg
Projektpartner: Landesinnung BAU Salzburg, Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für Oberösterreich und Salzburg
Projektleitung FH Salzburg: Dipl. Ing. (FH) Lutz Dorsch, M.BP.

Microlaboraufbau für Bauteilaktivierung 2.0

In der Kombination von Bauteilaktivierung und Wärmepumpentechnologien im mehrgeschossigen Wohnbau steckt ein enormes Potenzial für ein neuartiges Energiesystemmanagement. Genau hier setzt das gegenständliche Forschungsprojekt an und soll durch Forschungsarbeiten zu wichtigen Fragen für die Planung, Regelung und Steuerung sowie Auslegung derartiger technologiekombinierter Systeme in Gebäuden Grundlagenwissen und eine methodische Evidenz schaffen.

Mit ingenieurwissenschaftlichen und mathematischen Methoden und mit der Erschließung unterschiedlichster Daten für die Rechenmodelle sollen wissenschaftsgetriebene Kraft- Wärme- Speichermodelle erarbeitet werden, die sich durch verschiedene Technologiearten, -auslegungen und Systemkombinationen, aber auch unterschiedliche Gebäudetypologien (Mischbau, mineralischer Bau etc.) auszeichnen werden. Daraus soll ein digitales Micro-Labor als wissenschaftlicher Prototyp aufgebaut werden, mit dem dann Versuche zu verschiedenen Fragestellungen und zu detaillierten dynamischen Anlagensimulationen erfolgen können. Die gemeinnützige Wohnbaugenossenschaft „Die Salzburg“ hat sich für diesen Forschungszweck bereit erklärt, ein Bauvorhaben in Kuchl als Demonstrator zur Verfügung zu stellen und mit einer entsprechenden Sensorik auszustatten. Für das Micro-Labor soll dieser Demonstrator genutzt werden, um dann erstmals Realtimedaten zu integrieren und über ein Forschungsmonitoring den wissenschaftlichen Prototyp zu validieren und damit eine bessere Evidenz zu der Technologiekombination in der Anwendung zu erhalten. Hierfür sind im Projekt von Seiten der Wissenschaft das Sensorik- und Messparameterkonzept, die Mess- und Datenschnittstellen sowie die Integration in das Big Data Konzept selbst zu erarbeiten und im Vorfeld durch Versuchsreihen und Szenarien zu testen.

Mit dem im Projekt protypisch aufgebauten Micro- Labor (Prüft-, Test-, Simulations- und Monitoringstand) soll mit Projektende ein digitales Simulations- und Validierungswerkzeug vorhanden sein, in dem einerseits Ideen zu neuartigen Gebäude- und Anlagensystemen nach Stand der Wissenschaft entwickelt, simuliert, verbessert und evaluiert, insbesondere im Kontext komplexer mehrgeschossiger Wohnbauten, oder auch weitere Forschungsprojekte aufgesetzt werden können.

Laufzeit: 01.03.2019-28.02.2022
Förderprogramm: Wiss2025
Lead Partner: FH Salzburg
Projektpartner: Landesinnung Bau Salzburg, Ochsner Wärmepumpen GmbH, Siemens AG Österreich, Zement + Beton Handels- und Werbeges.m.b.H.
Projektleitung FH-Salzburg: Dipl. Ing. (FH) Roland Sterrer, MSc

Aktivierung von Ortskernen – Am Beispiel Bad Hofgastein

In der Studie soll anhand des Ortszentrums von Bad Hofgastein eine Strategie für das Zentrum, sowie Nutzungskonzepte für die Gebäude entwickelt werden. Ausgehend von einer stadträumlichen und baulichen Analyse wird eine Stärke-Schwächen Analyse erstellt, die die Grundlage zur Konzeption darstellt. Um die Lösungsmöglichkeiten möglichst realistisch darzustellen, werden leitfadengestützten Experteninterviews mit der Verwaltung, Lokalpolitik, Eigentümern oder Interessenten geführt. Die entwickelten Konzepte werden umsetzungsorientiert dargestellt und berücksichtigen den wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmen.

Die Studie soll Vorschläge zur Weiterentwicklung der Salzburger Wohnbauförderung liefern und gleichzeitig am Beispiele der Gemeinde Bad Hofgastein Handlungsoptionen für Innenentwicklung vor Augen führen. Dafür werden anhand von drei Orten unterschiedlicher Typologie und Identität Möglichkeiten aufgezeigt, um neue Nutzungen für Leerstand und Unterauslastung zu finden und diese in ein maßstabsübergreifendes Konzept zu integrieren. Ziel ist es, neben der planerischen Umsetzung besonders lokale Beteiligte, insbesondere Gemeinden und Eigentümer, den für Umnutzungsprozess zu aktivieren. Das Projekt bindet dabei auch den baurechtlichen, finanziellen und prozessualen Bereich ein, um einen wichtigen Beitrag zur Innenentwicklung in ländlichen Kommunen und Städten zu leisten.

Mit Hilfe der Studie soll zum einen auf die Problematik der Leerstände in Ortszentren hingewiesen werden und gleichzeitig auf die Potenziale brachliegender oder ungenutzter Gebäude und Grundstücke aufmerksam gemacht werden. Die erarbeiteten Konzepte sollen auch Anregung sein, wie eine neue Belebung der Ortszentren sich im Hinblick auf die bauliche und thematische Umsetzung darstellen könnte.

Laufzeit: 01.01.2019-31.12.2019
Förderprogramm: Auftragsforschung Land Salzburg
Lead Partner: FH Salzburg
Projektpartner:
Marktgemeinde Bad Hofgastein
Projektleitung FH-Salzburg: FH-Prof. DI (FH) Dr. Stefan Netsch, M.Eng.

Zero Carbon Refurbishment II (ZeCaRe) - Wie gelingt eine CO2-neutrale Sanierung einer Siedlung in Salzburg?

Im Projekt Zero Carbon Refurbishment II (ZeCaRe) werden am Beispiel einer Wohnsiedlung aus den 80er Jahren ganzheitlich betrachtete Modernisierungsmaßnahmen untersucht, mit dem Ziel ein Minimum an CO2 zu emittieren. Dieses Ziel wird durch ein innovatives Mobilitätskonzept, ein neuartiges Haustechnikkonzept und auch durch eine ökologische Sanierung bei einer Nachverdichtung am Standort verfolgt.

Das Sondierungsprojekt „Zero Carbon Refurbishment“ (ZeCaRe) am Studiengang Smart Building und das daraus folgende Umsetzungsprojekt „Zero Carbon Refurbishment II“ (Ze-CaRe II) am Salzburger Institut für Raumordnung beschäftigen sich mit der Frage, wie die Sanierung und Nachverdichtung eines sozialen Wohnbaus, mit dem Ziel null CO2 Ausstoß, umgesetzt werden kann. Die umfassenden Modernisierungsmaßnahmen werden in Bestandsquartieren am Beispiel einer bestehenden Wohnsiedlung durchgeführt.

Anhand der Wohnsiedlung Friedrich Inhauser Straße des gemeinnützigen Bauträgers Heimat Öster-reich im Stadtgebiet von Salzburg wird eine umfassende Bestandssanierung und Nachverdichtung von 75 auf 99 Wohneinheiten umgesetzt. Das in den 80er Jahren errichtete Quartier erhält eine erneuerbare Energieversorgung und als Ausgleich für die reduzierten PKW Stellplätze, alternative Mobilitätsangebote. Erklärtes Ziel von Stadt, Bauträger, Planern und begleitenden Experten ist eine nahezu CO2 neutrale Gesamtbilanz entsprechend den Pariser Klimaabkommen.

Die größte Herausforderung des Projektes war laut Stefan Pac, Projektleiter der Heimat Österreich die notwendige Absiedelung aller Bewohnerinnen und Bewohner, resultierend aus den umfassenden Sanierungsmaßnahmen. Stefan Pac erläutert: „Mit allen MieterInnen wurden Einzelgespräche geführt, in denen auf ihre individuellen Wünsche eingegangen wurde und es folgten zufriedenstellende Übersiedlungen inklusive teilweiser Rückzugsvereinbarungen. Die Ersatzwohnungssuche erfolgte schließlich unter sozialwissenschaftlicher Begleitung."

Das ganzheitliche Sanierungskonzept betrachtete neben dem Thema Energie und CO2 auch die Themen Mobilität, soziale Struktur, Ökonomie im sozialen Wohnbau und die Freiraumgestaltung. Angestrebt wurde eine umfassende Aufwertung des Wohnobjektes mit Erhöhung der Qualitätsstandards, Benutzbarkeit und Freiraumqualität. „Unser Ziel war von Anfang an, dass die Forschungsergebnisse des entwickelten Sanierungskonzeptes nach Projektschluss für ähnliche sanierungsbedürftige Siedlungen gegeben sein können“, bekräftigt Elisabeth Wieder vom Forschungsteam an der FH Salzburg.

Im Rahmen des Forschungsprojektes ZeCaRe II werden verschiedene Varianten gemeinsam mit der ECA energy consulting austria gmbh konzipiert und für Gebäudetechnikkonzepte simuliert und energetisch bzw. CO2 verglichen. „Dabei liegt die Innovation in der Kombination aus Abluft- und Abwasserwärmerückgewinnung und einer Konzeptentwicklung für einen maximalen Eigenverbrauch des PV-Stroms“, fasst Elisabeth Wieder von der FH Salzburg die Zielsetzung zusammen.

Elisabeth Wieder, BSc

Junior Researcher, Smart Building

„Unser Ziel war von Anfang an, dass die Forschungsergebnisse des entwickelten Sanierungskonzeptes nach Projektschluss für ähnliche sanierungsbedürftige Siedlungen gegeben sein können."

Projektpartner sind Salzburger Institut für Raumordnung und Wohnen, Heimat Österreich gemeinnützige Wohnungs- und Siedlungsgesellschaft m.b.H., Stadtgemeinde Salzburg, Stadt Land Berg – Dr. Rosemarie Fuchshofer, FH Salzburg - Smart Building & Smart City und wurde teilweise aus den Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert und im Rahmen des Programms „Smart City Demo“ durchgeführt.

Laufzeit: 01.04.2018-31.03.2020
Förderprogramm: FFG Smart Cities Demo 9.Ausschreibung - Klima- und Energiefonds
Lead Partner:  Salzburger Institut für Raumordnung und Wohnen
Projektpartner: Heimat Österreich gemeinnützige Wohnungs- und Siedlungsgesellschaft m.b.H. Stadtgemeinde Salzburg, Stadt Land Berg – Dr. Rosemarie Fuchshofer, FH- Salzburg - Smart Building und Smart City
Projektleitung FH-Salzburg: DI Markus Leeb
Projektmitarbeiter/innen: Elisabeth Wieder, Leonhard Eitzinger-Lange

Klimapartnerschaft und Landesdienstleistungszentrum

Die Klimapartnerschaft zwischen Land Salzburg und FH Salzburg soll die Zielerfüllung der „Klima- und Energiestrategie Salzburg 2050“ unterstützen.

Das Land Salzburg hat sich aufgrund aktueller Ergebnisse der Klimaforschung das Ziel gesetzt, bis 2050 ein klimaneutrales, energieautonomes und nachhaltiges Bundesland zu sein. Zur Erreichung der Ziele der dazu entwickelten „Klima- und Energiestrategie Salzburg 2050“ bedarf es unter anderem auch der Unterstützung von Unternehmen und Institutionen. Aus diesem Grund wurde eine Klimapartnerschaft zwischen Land Salzburg und FH Salzburg abgeschlossen, die im März 2018 in Kraft getreten ist.

Als Teil dieser Klimapartnerschaft übernimmt der Studiengang Smart Building die wissenschaftliche Begleitung der Themen Energieeffizienz und Nachhaltigkeit bei der Planung und Errichtung des neuen Salzburger Landesdienstleistungszentrums (LDZ). Bislang wurden beispielsweise eine allgemeine Betrachtung und Beurteilung von Ökologie, Energie und Nachhaltigkeit von Bürogebäuden in frühen Planungsphasen und eine Grundlagenermittlung von lebenszyklusorientierten Planungsprozessen durchgeführt. Dabei wurde insbesondere der Umgang mit dem Bestandsgebäude mit der Betrachtung von Szenarien zu Kernsanierung und Ersatzneubau evaluiert. Darüber hinaus wurde bereits im Vorfeld der Standortentscheidung des LDZ überprüft, welche Möglichkeiten des Einsatzes erneuerbarer Energiesysteme an den möglichen Standorten vorhanden sind.

Die Einbeziehung der oben genannten Themen in den Planungsprozess des Landesdienstleistungszentrums soll als Vorbildwirkung für zukünftige Bauprojekte dienen und das Bewusstsein für Nachhaltigkeit im Bauwesen stärken.

Laufzeit: 01.03.2018-29.02.2020
Förderprogramm: Auftragsforschung Land Salzburg
Projektleitung FH-Salzburg: FH-Prof. Dr. Markus Gratzl-Michlmair
 

Sophisticated Comfort Oriented Intelligent Building Envelopes

Bei multifunktionalen Hüllsystemen werden die Eigenschaften von Bauteilen, Komponenten und Systemen von mehreren Parametern systemisch beeinflusst. Diese Abhängigkeiten können mit üblichen Test- und Simulationsmethoden meist nicht abgebildet werden, da einerseits das instationäre Verhalten nicht abgebildet werden kann, andererseits in der Regel integrierte Systeme inkl. verbundener Räume Untersuchungsgegenstand sind.
Ganzheitliche Methoden, die sowohl eine entsprechende Modellbildung sowie spezielle Test- und Prüfabläufe bzw. auch die Koppelung von Modellen und Messung ermöglichen, fehlen gänzlich. Hier setzt das gegenständige Projektvorhaben an. Konkret werden integrale Entwicklungsprozesse, modellbasierte und messtechnische Methoden entwickelt. Diese sollen es gestatten, unterschiedliche und wechselnde integrale Untersuchungen durchzuführen und es gleichzeitig erlauben, Aussagen über viele relevante Aspekte aktiver Gebäudehüllen zu tätigen (z.B. Energiebedarf, Behaglichkeit, Lichtlenkung, Witterungsbeständigkeit, solarer Eintrag, Dauerfunktion, dynamisches Verhalten).

Ziel ist der inhaltlich-thematische Kompetenzauf- bzw. ausbau zur Entwicklung von fundierten dynamischen Simulationsmodellen und Testmethoden zur numerischen und messtechnischen Entwicklung/Evaluierung von Schlüsseltechnologien in multifunktionalen Gebäudehüllen. Der Innovationsgehalt liegt dabei in den zu entwickelnden nummerischen Modellen von multifunktionalen Gebäudehüllen und messtechnischen Methoden die den Ansatz einer vorgelagerten, umfassenden Prüfung (Test), Modellierung, Bewertung und Optimierung des Gesamtsystems und aller relevanten Wechselwirkungen vor dem Hintergrund realer klimatischer und nutzerbedingter Rahmenbedingungen verfolgen.

Als Ergebnisse liegt ein anwendungsbezogenes und marktreifes FEI-Dienstleistungsportfolio (Dienstleistungen zur nummerischen und messtechnischen Entwicklung, Evaluierung und Optimierung von Gebäudehüllen sowie integrierten Komponenten und Systemen) vor, um Unternehmen aus den Bau- und Gebäudetechnikbranchen, in den Entwicklungsphasen (Potentialanalyse - Markteinführung) hüllenintegrierter Komponenten und Systeme fundiert, kostengünstig sowie zielgerichtet und schnell unterstützen.

Laufzeit: 01.11.2018-31.10.2022
Förderprogramm: FFG COIN Aufbau 7. Ausschreibung
Lead Partner: AEE - Institut für Nachhaltige Technologien
Projektleitung FH-Salzburg: FH-Prof. Dr. Markus Gratzl-Michlmair
Projektmitarbeiter/innen: Maximilian Lugmair, Andre Sento Se Barreto
 

Multifunktionale solaraktive Platz- und Straßenüberdachung

Eine beträchtliche Fläche in unseren Städten wird sowohl durch den fahrenden als auch den ruhenden Verkehr vereinnahmt. Insbesondere Stellplatzflächen im Freien sind hochgradig unökologisch und flächenintensiv. Sie versiegeln die Böden, begünstigen das Entstehen von sommerlichen Hitzeinseln und sind fast ausschließlich monofunktional nutzbar.

Das Projekt ParaSol widmet sich dem Ziel, diese defizitären Flächen in funktional und räumlich wertvolle Stadträume zu verwandeln. Am Beispiel konkreter öffentlicher urbaner Räume in der Stadt Leoben wird untersucht, welche Effekte neu zu entwickelnde, solaraktive Platz- und Straßenüberdachungen in Form von weitgespannten Konstruktionen in Leichtbauweise auf das Stadtbild und die Stadtfunktion haben und welche weiteren Synergien, insbesondere welche Potenziale der Energiegewinnung sie mit sich bringen. Dabei werden auch Stellplatzflächen im Einflussbereich der Stadtgemeinde und innerstädtische Langsamfahrstrecken von Straße und Schiene einbezogen, um deren Potentiale für eine dezentrale Energieversorgung festzustellen.

Mit der Sondierung wird ein nachfolgendes F&E Demoprojekt in Leoben strategisch und inhaltlich vorbereitet. Dieses F&E-Projekt wird unter Einbeziehung des Werkstoffwissens in der Region mit Fokus auf Membran-, Polymer- und Dünnglastechnologien die Anwendung bestehender und neuer Material- und Photovoltaiktechnologien bzw. Technologiekombinationen in der Stadtinfrastruktur in Prototypen demonstrieren und soll in einer marktfähigen Produktentwicklung münden.

Laufzeit: 01.01.2019-29.02.2020
Förderprogramm: FFG Stadt der Zukunft 5. Ausschreibung
Lead Partner: Technische Universität Graz - Institut für Städtebau
Projektpartner: FH Salzburg – Smart Building und Smart City, Leoben Holding GmbH
Projektleitung FH-Salzburg: Dipl. Ing. (FH) Roland Sterrer, MSc
 

Comfort Orientated and Management Focused Operation of Room Conditions

Dieses Projekt zielt darauf ab, die wahrgenommene Behaglichkeit in Räumen zu maximieren, indem die Raumzustände unter Berücksichtigung des menschlichen Komforts, der Energieeffizienz und der Betriebseffizienz gleichermaßen überwacht werden. Das übergeordnete Ziel ist die multimodale Datenanalyse auf der Basis einer gekoppelten Simulation und Datenanalyse unterstützt durch maschinelles Lernen. Daraus werden neue Modelle abgeleitet, mit denen die Behaglichkeit beurteilt und vorausberechnet werden kann. Dies wird unterstützt durch Automationssysteme (Feldebene) und In-situ-Messungen, modelliert mit Raumsimulation und Simulation der Gebäudetechnik und Regelung und bewertet durch maschinelles Lernen, um am Ende mit dynamisch gekoppelten Messdaten (Hardware in the Loop HIL) die Simulation zu verbessern.


Erkenntnisse werden durch neue Technologien gewonnen, die Faktoren untersuchen helfen, die traditionell in der Gebäudetechnik nicht berücksichtigt werden. Neue Arten von Sensoren und Messsystemen bieten flexible Lösungen zu günstigen Preisen und zeichnen mehr Raumzustandsparameter auf. Anwendungsszenarien werden unterschiedliche Arbeitsumgebungen umfassen, die breite, komplexe und anspruchsvolle Bedingungen repräsentieren. Big-Data-Technologien erleichtern die Datenerfassung, Vorverarbeitung und Analyse von Messdaten aus Sensorsystemen. Diese Daten können mit vorhandenen Datenquellen zusammengeführt werden (Gebäudetechnik, Raumverwaltung, Terminplanung, Wettervorhersagen. Die Rohdaten selbst werden zusammen mit extrahierten Erkenntnissen, Korrelationen und erkannten Mustern zur Modellierung und Simulation des Benutzerkomforts unter Berücksichtigung wichtiger Randbedingungen wie Energieeffizienz oder Raumbelegungsrate verwendet. Darüber hinaus wird untersucht, wie Building Information Mo-deling-Daten in Simulationen integriert werden können.

Laufzeit: 01.10.2018-31.03.2021
Förderprogramm: FFG IKT der Zukunft 6. Ausschreibung
Lead Partner: Know-Center GmbH Research Center for Data-Driven Business & Big Data Analytics
Projektpartner: Silicon Austria Labs GmbH, Thomas Lorenz ZT GmbH, EUDT Energie- u. Umweltdaten Treuhand GmbH, IKK Engineering GmbH, EAM Systems GmbH, Technische Universität Graz
Projektleitung FH-Salzburg: FH-Prof. Dr. Markus Gratzl-Michlmair
Projektmitarbeiter/innen: Maximilian Lugmair, Andre Sento Se Barreto, Edith Hofer
Projektwebsite: comfort.know-center.tugraz.at

Qualifizierungs- und Zertifizierungsmodell für Building Information Modeling in Österreich

In Zusammenarbeit mit dem unabhängigen und übergeordneten Verein „buildingSMART“ wird ein modulares Ausbildungsprogramm in Building Information Modeling entwickelt, das den Abschluss mit einer Zertifizierungsprüfung angegliedert an das „Professional Certification Program“ von buildingSMART International ermöglicht. Damit werden schlussendlich österreichweit und international vergleichbare Qualitätsstandards für personenbezogene Kenntnisse und Kompetenzen in Building Information Modeling gewährleistet.

Das Projekt gliedert sich in drei zentrale Elemente: a) die Entwicklung eines modularen Ausbildungsmodelles, das für unterschiedliche BIM-Anwendungsgruppen (BIM-Projektleitung bis hin zu BIM-Erstellung) zielgerichtet die erforderlichen Kenntnisse und Kompetenzen vermittelt, b) die erstmalige Abhaltung des modularen Ausbildungsmodelles und c) die Ausarbeitung eines nationalen Fragenkatalogs für die finale Zertifizierungsprüfung für die unterschiedlichen Anwendungsstufen nach dem „Professional Certification Program“.

Im Anschluss an das Projekt werden die Bildungsmaterialien den einschlägigen Ausbildungsstätten (private und öffentliche Aus- und Weiterbildung, Hochschulen, berufsbildende mittlere und höhere Schulen, etc.) kostenlos zur Weiterverwendung zur Verfügung gestellt. Dadurch ist gewährleistet, dass mittelfristig österreichweit einheitliche Standards in der Ausbildung im Bereich von Building Information Modeling etabliert werden können.

Laufzeit: 01.01.2019-31.08.2020
Förderprogramm:  4. Ausschreibung „Qualifizierungsnetze“ aus dem FFG Förderprogramm „Forschungskompetenzen für die Wirtschaft“ des BMDW


Lead Partner: FH Salzburg
Wissenschaftliche Partner: Technische Universität Wien, Technische Universität Graz, Fachhochschule Kärnten
Unternehmenspartner: Adenbeck GmbH, Marius project ZT GmbH, Stadt Wien - MA 19, Hopferwieser Architects ZT GmbH, BauConsult real estate projectmanagement GmbH, DI Harald Grantner, Lugitsch & Partner Ziviltechniker GmbH, IBS - Technisches Büro GmbH, pm1 projektmanagement, planen und bauen gmbh, Verband Österreichischer Ziegelwerke, Bundesimmobiliengesellschaft m.b.H, HABAU Hoch- und Tiefbaugesellschaft m.b.H., IKK Engineering GmbH, ASFINAG Bau Management GmbH, ALLPLAN Gesellschaft m.b.H., ÖBB-Infrastruktur Aktiengesellschaft, Salzburg AG für Energie, Verkehr und Telekommunikation, FCP FRITSCH, CHIARI & PARTNER, Ziviltechniker GmbH, iC consulenten Ziviltechniker GesmbH, WIEHAG GmbH
Projektleitung FH-Salzburg: FH-Prof. Dr. Markus Gratzl-Michlmair
Projektmitarbeiter/innen: Patricia Reindl, Klaudia Streicher
Projektwebsite: www.buildingsmart.co.at/bim-zert/

EPC based Digital Building Twins for Smart Energy Systems

Eingangsdaten für die Berechnung der Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden werden bereits im Energieausweis erfasst, jedoch werden die Daten noch nicht zur modellbasierten Vorhersage des künftigen Energieverbrauches genutzt. Die Herausforderung dieses Projektes ist es, die Daten in einer Art zusammenzuführen, damit einerseits die Privatsphäre der Bewohner geschützt bleibt und andererseits die Ergebnisse für eine Vorhersage des zukünftigen Energieverbrauches verwendet werden können. Die drei Pilotregionen Andalusien, Berlin und Salzburg werden die Prototypen der virtuellen Zwillinge anwenden und die Auswirkungen der Erstellung mit dem dazugehörigen Aufwand abgleichen. Die Ergebnisse werden zur Unterstützung der Schaffung einer kohlenstoffarmen Wirtschaft über virtuelle Speicher und smarte Energiesystemen der ERA-NET Initiative zur Verfügung gestellt.

Laufzeit: 02.09.2019-01.05.2022
Förderprogramm: FFG ERA_NET RegSYS, Energie der Zukunft
Lead Partner: effiziente.st Energie- und Umweltconsulting e.U. / Austria
Projektpartner: FH Salzburg GmbH, Smart Building / Austria, Wellness Telecom S.L. / Spanien, Stiftinga Vestlandsforsking / Norwegen, SenerCon GmbH / Germany, Cleopa / Germany, AICO EDV-Beratung GmbH / Austria, Salzburger Institut für Raumordnung und Wohnen / Austria, Zittau/Görlitz University of Applied Sciences / Germany
Projektleitung FH Salzburg: DI (FH) DI Dr. Georg Brunauer

„Green Public Procurement for Buildings” - Kompetenzplattform als zugeschnittene Ansprechpartner für KMUs

Das Projekt Green Public Procurement for Buildings setzt sich mit der nachhaltigen öffentlichen Beschaffung mit speziellem Fokus auf den Bausektor auseinander und wird durch die Europäische Union im Rahmen von Interreg Italia-Österreich gefördert. Die Ergebnisse der Datenerfassung werden als Grundlage für die Einführung und Umsetzung einer Kompetenzplattform, sowie physischen Kompetenzzentren herangezogen, welche das notwendige Wissen bündeln, um als zugeschnittene Ansprechpartner für KMUs zu fungieren.

Die öffentliche Beschaffung zählt zu den wichtigsten Aktivitäten der öffentlichen Verwaltung und ist mit großen Auswirkungen auf die lokale Wirtschaft verbunden. Aus diesem Grund wurden die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union dazu verpflichtet, für die öffentliche Beschaffung von Produkten und Dienstleistungen nationale Aktionspläne zur Reduzierung der Umweltauswirkungen zu erstellen und umzusetzen.

In den Referenzmärkten Italien und Österreich konnte insbesondere in der Bauwirtschaft eine stagnierende Entwicklung bei der Einführung und Umsetzung einer nachhaltigen Beschaffung identifiziert werden.

Das übergeordnete Ziel dieses Projektes ist es daher, ein transnationales Netzwerk zu konzipieren und einzurichten. Dort soll das nötige Wissen gebündelt werden, um als zugeschnittener Ansprechpartner für klein- und mittelständische Unternehmen (KMU) zu fungieren, um diese bei der Erfüllung der Anforderungen aus der öffentlichen Beschaffung zu unterstützen. Dies soll in Form einer Kompetenzplattform umgesetzt und in zwei Pilotprojekten getestet werden.

Jakob Weithas von der FH Salzburg meinte hierzu: „Der Versuch, die unterschiedlichen Aktionspläne der nachhaltigen öffentlichen Beschaffung in den beiden Referenzmärkten und die damit einhergehende unterschiedliche juristische Umsetzung in einer gemeinsamen Kompetenzplattform und Kompetenzzentren zu bündeln, kann als grenzüberschreitende Innovation in der Beschaffung angesehen werden.“  

Um die Unterschiede der beiden Referenzmärkte zu analysieren, wird zu Beginn eine Benchmark-Analyse zur Identifizierung der relevanten Stakeholder vorbereitet, sowie Experteninterviews mit wichtigen Akteuren in der öffentlichen Beschaffung geführt. Auf Basis dieser Erkenntnisse, sowie auf weiteren Recherchen und Analysen der unterschiedlichen nationalen Umsetzungen der öffentlichen Beschaffung, wird ein Fragebogen ausgearbeitet, in welchem mindestens 60 kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) zu ihren Kompetenzen und Hürden im Zusammenhang mit nachhaltiger öffentlicher Beschaffung befragt werden. Jakob Weithas von der FH Salzburg erklärte, dass das Ziel sei ein möglichst vollständiges Bild der öffentlichen Beschaffung in den beiden Referenzmärkten und von Auftraggeber- und Auftragnehmerseite zu erhalten. „Mit Hilfe der Ergebnisse der verschiedenen Datenerhebungsmethoden wird eine GAP-Analyse erstellt um die Lücke zwischen den nationalen Umsetzungen aufzuzeigen“ führt Jakob Weithas von der FH Salzburg aus. 

Dipl. Ing. (FH) Lutz Dorsch, M.BP.

Senior Lecturer, Fachbereichsleiter Energy Design, Smart Building

Die Herausforderung des Projekts liegt einerseits in der Bündelung der unterschiedlichen nationalen Umsetzungen der nachhaltigen öffentlichen Beschaffung im zweisprachigen Curriculum und andererseits in der Aktivierung und Partizipation der KMU in den beiden Referenzmärkten.

Weiters sollen diese Kompetenzplattform und Kompetenzzentren in zwei Pilotprojekten getestet werden, um weiterführend ein zweisprachiges Curriculum auszuarbeiten, mit welchem zukünftige Kompetenzträger identifiziert und unterstützt werden sollen.

Konsortialführer des Forschungsprojekt ist die Agentur für Energie Südtirol – KlimaHaus. Die FH Salzburg übernimmt für das Arbeitspaket 3 die Verantwortung, welches sich mit der Datenerhebung zur Umsetzung der Kompetenzplattform und Dienstleistungen, sowie mit den vorbereitenden Maßnahmen zur Aktivierung der Kompetenzträger auseinandersetzt. Die Projektleitung hat Dipl. Ing. (FH) Lutz Dorsch, M.BP. inne, mit Unterstützung von Junior Researcher Jakob Weithas, MSC und Junior Researcher Dipl. Ing. Patricia Reindl. Die weiteren Forschungspartner sind die Freie Universität Bozen, Universität Padua, Innovations- und Technologietransfer Salzburg GmbH und APE Energieagentur Friaul-Julisch Venetien.

Laufzeit: 01.10.2019 - 30.09.2021
Förderprogramm: 2014 - 2020 INTERREG V-A Italy - Austria
Lead Partner: Agenzia per l'Alto Adige – CasaClima
Projektpartner: Libera Università di Bolzano, Fachhochschule Salzburg GmbH, Universitá degli Studi di Padova, Innovations- und Technologietransfer Salzburg GmbH, Agenzia per l'energia del Friuli Venezia Giulia
Projektleitung FH Salzburg: Dipl. Ing. (FH) Lutz Dorsch, M.BP.
Projektmitarbeiter/innen: Patricia Reindl, Jakob Weithas