In den Alumni Stories erfahren Sie, welchen spannenden beruflichen Werdegang unsere Absolventinnen und Absolventen nach ihrem Studium an der FH Salzburg eingeschlagen haben. Lassen Sie sich von den #Karrierewegen inspirieren.
Als sich Michael Schörghofer vor rund zehn Jahren als Ziviltechniker mit Fokus auf Holzbau selbstständig machte, war das Bauen mit Holz noch längst nicht so „en vogue“ wie heute – geschweige denn Standard. Vielmehr befand sich der moderne Holzbau gerade am Beginn seines massiven Aufschwungs. Rückblickend war Michael Schörghofer damit „zur richtigen Zeit am richtigen Ort“. Seither hat er zahlreiche anspruchsvolle und individuelle Bauprojekte in Salzburg, Oberösterreich und der Steiermark erfolgreich geplant und mit seinem Netzwerk umgesetzt.

Vom Abweichen eines Plans
Der gebürtige Kuchler entdeckte seine Faszination für den Naturwerkstoff Holz schon früh. In Kuchl, wo Holz traditionell eine große Rolle spielt, scheint diese Leidenschaft beinahe in die Wiege gelegt zu sein. Seine ersten Ausbildungsschritte absolvierte er am bekannten Holztechnikum Kuchl. Nach der Matura wollte er ursprünglich direkt ins Berufsleben einsteigen – ein Studium war „eigentlich nie der Plan“. Über zwei HTL-Kollegen wurde er im Zuge seiner Diplomarbeit auf die Fachhochschule Salzburg aufmerksam und entschied sich 2003 doch für ein Studium. Der Studiengang trug damals den Namen „Baugestaltung Holz“, Schörghofer wählte die Vertiefungen Entwurf und Detailplanung mit Schwerpunkt Holz. Bereits hier entwickelte er eine besondere Begeisterung für das Entwerfen und die Arbeit mit unterschiedlichen Materialien. Ein Pflichtpraktikum im fünften Semester in einem Salzburger Architekturbüro stellte dann einen zentralen Wendepunkt in der Karriereplanung dar . Ab diesem Zeitpunkt standen die Weichen Richtung Architektur.
Wertvolle Impulse während des Studiums
Bevor er 2007 seine Diplomarbeit zum Thema „barrierefreies Bauen“, die im Zuge einer Zusammenarbeit mit einem Architekturbüro entstand, erfolgreich abgab, gab es ein weiteres Studien-Highlight: Gemeinsam mit Kommilitonen arbeitete er an einem sechswöchigen Hilfsprojekt in Südafrika. Vor Ort errichtete das Team neue Gebäude für Schulen – darunter Werkstätten, Außenbereiche und Küchen inklusive selbst gebauter Möbel. Die benötigten Materialien wurden bereits in Österreich vorbereitet und per Container verschifft. Das Projekt stellte nicht nur eine enorme planerische und organisatorische Herausforderung dar, sondern war auch nur dank zahlreicher Sponsoren möglich. „Dieses Hilfsprojekt war unglaublich prägend. Es war beeindruckend zu sehen, was man in sechs Wochen als Team schaffen kann“, erinnert sich Schörghofer.
Im Rückblick erzählt Schörghofer noch eine weitere interessante Anekdote aus einer Lehrveranstaltung namens „Mediation“. Deren tatsächlichen Wert erkannte er nämlich erst Jahre später im Berufsalltag. Denn neben fundierter fachlicher Expertise braucht es als Ziviltechniker auch ein Feingefühl für die unterschiedlichen Bedürfnisse von Bauherrinnen und Bauherren. Gerade bei Projekten im Bereich der Nachverdichtung treffen oft verschiedene Generationen und Meinungen aufeinander. Ein gutes Gespür, aktives Zuhören und Vermittlungskompetenz sind hier entscheidend, um gemeinsame Lösungen zu finden.
Vom Architekturbüro in die Selbständigkeit
Nach seinem Abschluss an der Fachhochschule Salzburg war Michael Schörghofer in verschiedenen Architekturbüros tätig, in denen er bereits während seines Studiums praktische Erfahrung gesammelt hatte. 2014 machte er sich als Planer selbständig. Nach seinem erfolgreichen Abschluss der Ziviltechnikerprüfung im Jahr 2018 eröffnete er schließlich sein eigenes Planungsbüro in Kuchl.
Für Schörghofer bildet das Studium eine unverzichtbare Basis, doch „man sollte auch danach immer mit offenen Augen durch die Welt gehen bzw. offen für Neues sein“. Das tut er nicht nur im übertragenen Sinn: Als ambitionierter Triathlet fährt, läuft und schwimmt er regelmäßig – eine Leidenschaft, die der Familienvater mit ebenso viel Disziplin verfolgt wie seinen Beruf.
Was seine Arbeit als Ziviltechniker auszeichnet, ist sein hohes Maß an Individualität. Jedes Projekt versteht Michael Schörghofer als „Unikat“, das mit großer Sorgfalt und hohem planerischen Anspruch umgesetzt wird – vorrangig in Holzmassivbauweise. Dem Werkstoff Holz ist er seit Jahrzehnten aus vielen Gründen verbunden, lange bevor dieser zum Trend wurde. Ein Mut, der sich bis heute auszahlt.