13. Februar 2026

Nachhaltig Bauen: Architektur für eine bessere Zukunft

In den Alumni Stories erfahren Sie, welchen spannenden beruflichen Werdegang unsere Absolventinnen und Absolventen nach ihrem Studium an der FH Salzburg eingeschlagen haben. Lassen Sie sich von den #Karrierewegen inspirieren.

„Mich fasziniert, wie Bauen nicht nur Räume schafft, sondern auch das unglaubliche Potenzial von Gemeinschaften erkennt und Perspektiven verändern kann“, erzählt Janina Bregen. Der Karriereweg der FH-Absolventin zeigt, wie soziale, ökonomische und ökologische Nachhaltigkeit zu einem integrativen Ansatz verschmelzen können und wie internationale Erfahrungen diesen Blick schärfen. Als Bauleiterin in Kenia schaffte sie nach dem Studium neuen Wohnraum für Tausende von Menschen.

Janina Bregen (©Zsolt Marton)
Janina Bregen (©Zsolt Marton)

Technik und Architektur, diese Verbindung war für Janina Bregen schon früh klar. Praktika nach der Matura im interkulturellen Management in einer Aboriginal-Community im australischen Outback sowie im Hotelmanagement auf einer abgelegenen Halbinsel in Neuseeland prägten zusätzlich ihr Verständnis für soziale Verantwortung. „Ich wollte verstehen, wie Menschen in unterschiedlichen Kulturen leben und bauen. Das hat meinen Blick auf Nachhaltigkeit komplett verändert“, erzählt die Holztechnologie- und Holzbau-Absolventin über diese prägenden Erfahrungen.

Von der Baupraxis zur systemischen Nachhaltigkeit
Nach fünf Jahren kehrte Janina nach Deutschland und zur Baupraxis zurück. Sie absolvierte einen Bachelor in Bauingenieurwesen mit der Vertiefung European Civil Engineering Management. Während ihres einjährigen Studienaufenthalts in Schweden entdeckte sie den systemischen Nachhaltigkeitsansatz. Kooperationen mit den Studiengängen am Campus Kuchl der FH Salzburg und Finnland führten zu einem Forschungspraktikum und einer Bachelorarbeit über Holzbau im internationalen Vergleich. „Holz ist für mich mehr als ein Material – es ist ein Schlüssel für ressourcenschonendes Bauen“, so ihr Fazit. Im Masterstudium Holztechnologie & Holzbau an der FH Salzburg vertiefte sie diesen Fokus weiter.

Janina checkt den Einbau des ClayTwistBlocks im größten Slums Kenias. Die Technologie schafft günstigen Wohnraum für tausende Menschen.
Janina checkt den Einbau des ClayTwistBlocks im größten Slums Kenias. Die Technologie schafft günstigen Wohnraum für tausende Menschen.

Neue Technologien für Siedlungen in Afrika
Schließlich war die Arbeit mit dem Social-Start-up „Start Somewhere“ besonders prägend für ihre weitere Karriere. In ihrer Masterarbeit entwickelte Janina den ClayTwistBlock, eine Weiterentwicklung der TwistBlock-Technologie der Start Somewhere gGmbH für leistbaren Wohnraum in informellen Siedlungen Kenias und Südafrikas. 

„Es ging nicht nur um Technik, sondern um Menschen. Wir haben mit lokalen Communities gearbeitet, getestet, angepasst. Das war echte soziale Innovation“, erzählt sie begeistert. 

Ihre Abschlussarbeit wurde 2024 mit dem Nachhaltigkeitsstipendium der Arbeiterkammer Salzburg ausgezeichnet. „Ohne die Unterstützung durch Erasmus+ und dem Stipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes hätte ich nie die Freiheit gehabt, mich so intensiv mit diesen internationalen Erfahrungen auseinanderzusetzen“, bekräftigt sie. Das Erasmus+-Auslandssemester in Südafrika brachte weitere Erkenntnisse, zum Beispiel durch Design-Testing mit Nutzer*innen.

Erfahrungen in Afrika

Nach dem Studium war Janina mittendrin: Als Bauleiterin und Projektsteuerin bei Start Somewhere Kenya entwickelte sie vor Ort gemeinsam mit der Community ein leistbares Wohnraumkonzept. Für weniger als 1000 USD bietet die Organisation den Menschen die Möglichkeit, ihre Wellblechkonstruktionen in ein Haus umzuwandeln, das sowohl feuerfest und einbruchsicher ist als auch ein angenehmes Innenraumklima schafft.

"Ich stand jeden Tag auf der Baustelle im größten Slum Afrikas und sah, wie Ideen zu Realität werden. Das ist für mich die Essenz ganzheitlich nachhaltigen Bauens“, fasst Janina ihre Zeit in Afrika zusammen.

Seit Anfang 2026 ist Janina wieder in Europa gelandet und arbeitet nun in der Nähe von Frankfurt als Junior-Projektleiterin für einen großen modularen Holzbau von geförderten Wohnungen: „Ich freue mich, jetzt die gesammelte internationale Erfahrung im Projektmanagement und in der praktischen Umsetzung von Innovationen einzusetzen. Die Verbindung zu StartSomewhere in Kenya bleibt aber natürlich erhalten.“

Über Start Somewhere
Start Somewhere ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in Kenia und Deutschland, die sich für die Verbesserung der Lebensbedingungen in informellen Siedlungen einsetzt. Gemeinsam mit lokalen Communities entstehen Lösungen wie die TwistBlock- und ClayTwistBlock-Technologie, um sicheren Wohnraum und soziale Teilhabe zu fördern.

#karrierewege

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