Biomedizinische Analytik

BioLab 2.0

Zöliakie ist eine der häufigsten lebenslangen, ernährungsbedingten Autoimmunerkrankungen weltweit. In mehr als 50 % der Fälle, zeigen Zöliakie-Patient*innen schwere Symptome ohne „direktem Darmbezug“, wie eine Eisenmangelanämie, Änderungen der Knochendichte bis hin zu Depressionen. Die unterschiedliche Manifestation der Erkrankung, macht die Diagnose zu einer Herausforderung und führt weltweit zu einer starken Unterdiagnostik der Zöliakie.

Deshalb soll im Zuge von BioLab 2.0 die Prävalenz der Zöliakie-Erkrankung in der allgemeinen Bevölkerung des Salzburger Landes mittels Auto-Antikörpermessungen eruiert werden. Mithilfe der gesammelten Daten können Symptome, Risikofaktoren und mögliche Ursachen in Erfahrung gebracht werden und eine Einschätzung gemacht werden, ob es sinnvoll ist, die Zöliakiediagnostik im Rahmen der Gesunden-Untersuchung mit aufzunehmen.

Hintergrund
BioLab 2.0 dient als Weiterführung des vom Land Salzburg finanzierten WISS2025 Projekt „BioLab“.
Als Teil des ursprünglichen BioLab Projektes wurden im Rahmen einer Kooperation mit dem Klinikum in Oberndorf und der Paracelsus 10.000 Studie der Universitätsklinik für
Innere Medizin I, verschiedenste autoimmunologische und virologische Untersuchungen an Blutproben der dortigen Biobanken durchgeführt.
Im Zuge von BioLab 2.0 wird nun eine Fortsetzung der Untersuchungen angestrebt, wobei der Hauptfokus auf der Autoimmunerkrankung Zöliakie, liegt.

Laufzeit: Oktober 2021 bis März 2022
Projektleitung: FH-Prof. Priv.-Doz. Dr. Geja Oostingh
Projektmitarbeiterin: Hannah Oberthaler MSc
Projektpartner: KH Oberndorf; Salzburger Landeskliniken, Firma Thermo Fisher Scientific

BioLab: Biomedizinisches Laboratorium zur Validierung von labordiagnostischen Testsystemen

Das Projekt BioLab baut auf den bestehenden wissenschaftlichen Kompetenzen des Studienganges Biomedizinische Analytik auf und bedient das Interesse von Herstellern diagnostischer Instrumente an angewandter, biomedizinischer Forschung. Neben der Kooperation mit der Firma STRATEC Consumables, einem wichtigen Vertreter des Life Science Bereichs in Salzburg, werden weitere Kooperationen mit klinischen Laboratorien angestrebt.

Dadurch soll unter anderem auch die Zusammenarbeit mit der Paris Lodron Universität Salzburg sowie der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität gestärkt werden. So kann auch die bereits vorhandene Biobank ausgebaut und das Netzwerk zur Beschaffung von Probenmaterial erweitert werden. Des Weiteren kann die Fachhochschule Salzburg durch das Projekt BioLab ein Tätigkeitsfeld für die Überprüfung, Validierung und Etablierung von neuen diagnostischen Testsystemen aufbauen. Im Laufe des Projektes wird eine biomedizinische Core-Facility mit integriertem professionellem Qualitätsmanagement am Standort SALK entwickelt. Hier können in Zukunft mikrofluidische Systeme, Point-of-Care Geräte und sonstige labordiagnostische Automaten getestet und anhand etablierter Testmethoden an vorhandenen Großgeräten verglichen und validiert werden. Durch das Projekt BioLab soll sich der Studiengang Biomedizinische Analytik zu einem attraktiven nationalen und internationalen Partner in der angewandten Forschung weiterentwickeln. Die Verbesserung der vorhandenen Infrastruktur und der Ausbau der personellen Ressourcen am Studiengang Biomedizinische Analytik ermöglichen in weiterer Folge auch die Durchführung von Projekten mit einem breiteren Methodenspektrum. Zusätzlich können Projekte für Masterarbeiten im biomedizinischen Bereich als auch in der Material- und Methodenforschung im Arbeitsfeld des BioLab angeboten werden.


Laufzeit: Jänner 2019 bis November 2022
Projektleitung: FH-Prof. Priv.-Doz. Dr. Geja Oostingh
Projektmitarbeiter*innen: Lea Stangassinger MSc, Tanja Karl B.MSc, Hannah Oberthaler MSc
Projektpartner: Firma STRATEC Consumables GmbH

BiomassCircle

BiomassCircle forscht im Bereich der Nutzung von  Wertstoffen aus forstlicher Biomasse nach den Gesichtspunkten der Kreislaufwirtschaft und Bioökonomie.

Neben der Gewinnung von ätherischen Ölen aus Pflanzen kommen viele pflanzliche Inhaltsstoffe in der Medizin, der Kosmetik oder der Aromatherapie als spezielle Wirkstoffe zum Einsatz. Diese sind naturgemäß auch im Holz zu finden. Das Basisprodukt Baum verfügt über Inhaltsstoffe und Mechanismen, welche ihn vor mikrobiellen Infektionen schützen.

So haben sich Holztechnologen und Biomedizinische Analytikerinnen der FH Salzburg zusammengeschlossen, um das Wachstum von Bakterien im Zusammentreffen mit verschiedenen Holzarten genauer zu untersuchen bzw. Auszüge aus Sägemehl auf antimikrobielle Eigenschaften hin zu testen. Die Ergebnisse sprechen für sich, Holz und Holzinhaltsstoffe zeigen nachweislich eine bakterienhemmende Wirkung. Vor allem mit Lärche und Birke konnten bereits sehr gute Ergebnisse erzielt werden.

Ausgehend von dieser Tatsache wird nun im BiomassCircle-Projekt die Forschungsarbeit fortgesetzt, um die für diese Prozesse  verantwortlichen Inhaltsstoffe im Holz genauer zu analysieren und charakterisieren und gezielte Einsatzbereiche für beispielsweise die Pharma-, Lebensmittel- oder Verpackungsindustrie zu entwickeln. Ein äußerst positiver Aspekt dabei ist, dass das Ausgangsmaterial für diese Forschung und Entwicklung aus Nebenprodukten der Holzverarbeitung gewonnen werden kann und somit ganz im Zeichen einer innovativen und ressourcenschonenden Wertschöpfung steht.

Laufzeit: Jänner 2020 – Dezember 2021
Projektleitung: FH-Prof. DI (FH) Dr. Thomas Schnabel (htb), FH-Prof. Priv.-Doz. Dr. Geja Oostingh (bma)
Projektmitarbeiter*innen: Lukas Seidl, Stefanie Emrich MSc.

BMCS - BioMed Center Salzburg

Dieses Kooperationsprojekt zwischen der Paris-Lodron Universität Salzburg, dem Salzburg Cancer Research Institute und der Fachhochschule Salzburg dient unter anderem dem Ausbau der Lehrkooperation und fördert somit die Möglichkeit eines Masterstudiums im gesundheitswissenschaftlichen Bereich.

Im Rahmen des Masterstudiums „Medical Biology“ an der Paris-Lodron Universität Salzburg wird die Lehre in folgenden Bereichen seitens der FH Salzburg unterstützt:

  • Modul - Anatomy and Histology (Lab Course in Human and Mammalian Histology, LV Nr. 231.222, WS)
  • Modul - Medical Physiology (Lab Course in Medical Physiology, LV Nr. 231.233, WS)
  • Gebundenes Wahlmodul - Bereich: Cell Biology and Pathophysiology (Clinical Chemistry and Forensic Diagnostics, LV Nr. 231.108, SS)
  • Gebundenes Wahlmodul - Bereich: Molecular Diagnostics and Clinical Chemistry (Medical Technologies, LV Nr. 231.109, SS)

Der Unterricht findet in den Räumlichkeiten der Fachhochschule Salzburg in Urstein bzw. an der SALK statt.


Laufzeit: 01.10.2019 – 30.09.2022
Projektleitung FHS: FH-Prof. Priv.-Doz. Dr. Geja Oostingh
Projektmitarbeiter*nnen: Tanja Karl B.MSc, Stefanie Emrich MSc
Projektpartner: Paris-Lodron Universität Salzburg (Lead), Salzburg Cancer Research Institute

High Perform / NewMat4BioChips

Die Lab-on-a-Chip Technologie mit mikrofluidik-basierten Chipsystemen ist sowohl im Forschungs- als auch im Diagnostikbereich eine klar aufstrebende Methodik, da mit geringen Mengen an Probenmaterial gearbeitet und Kosten reduziert werden können.

Das ZZG (Zentrum Zukunft Gesundheit der Fachhochschule Salzburg)-assoziierte Projekt High Perform wird vom Studiengang Biomedizinische Analytik in Kooperation mit der STRATEC Consumables GmbH (Lead-Partner), einer Zweigstelle der STRATEC Biomedical AG und einem der weltweit führenden Anbieter von Probenträgern und Lab-on-a-Chip-Systemen für den Bereich der In-vitro-Diagnostika, durchgeführt.

Ziel der Kooperation ist, mit bestehendem Know-how aus der biomedizinischen Analytik die Entwicklung und Produktion neuer Medizin-Produkte zu optimieren und mit dem Transfer neuer Testmethoden die Forschung an der FH Salzburg zu fördern. 

Durch die bestehende Expertise des Studiengangs Biomedizinische Analytik bezüglich standardisierter klinischer Messmethoden und den verschiedenen Einflüssen der Präanalytik auf Richtigkeit und Präzision von Ergebnissen kann der Entwicklungsprozess von neuen Analysensystemen maßgeblich unterstützt werden. Die in Aufbau und Testung befindlichen Medizin-Produkte können mit etablierten Standardmethoden im Labor des Studiengangs verglichen und überprüft werden. Durch die direkte Einbeziehung der Biomedizinischen Analytik in die Produktion von mikrofluidischen Biochips am Firmenstandort von STRATEC Consumables in Anif wird die enge Vernetzung von Herstellungsprozessoptimierung und Funktionalität gewährleistet. Anhand der in diesem Projekt generierten Ergebnisse können standardisierte Testverfahren aufgesetzt werden, die zukünftig auch für die Überprüfung weiterer In-vitro-Diagnostika verwendet werden können.


Laufzeit: August 2019 – September 2024
Projektleitung: FH-Prof. Priv.-Doz. Dr. Geja Oostingh
Projektmitarbeiter*innen: Lea Maria Stangassinger, MSc, Tanja Karl B.MSc
Projektpartner: Firma STRATEC Consumables GmbH

KiaMed: Künstliche Intelligenz zur Analyse medizinischer Bilddaten

KiaMed ist ein gemeinschaftliches Projekt der Studiengänge Informationstechnik & System-Management und  Biomedizinische Analytik.

Innovative bildgebende Verfahren im Bereich Life-Sciences haben das Potential die Analyse von Bilddaten, und somit schließlich die Diagnostik nachhaltig zu revolutionieren. Um die enormen digitalen Datenmengen optimal im Sinne der Diagnosegenauigkeit und somit der Patientensicherheit nutzen zu können, werden automatisierte Methoden der Bildanalyse in Zukunft unabdingbar sein.

Im interdisziplinären Projekt KIAMed werden relevante Forschungsfragen im Bereich Life-Sciences mit Fokus auf digitale Bildgebung bearbeitet. Ziel ist die Lösung medizinischer Fragestellungen mittels neuster Methoden aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz, wie beispielsweise “Convolutional Neural Networks” und “Generative Adversarial Networks”, um schließlich tiefgreifende Erkenntnisse in der Medizin zu ermöglichen.

Dabei sollen die Synergien in der Region zwischen Life-Sciences und der Informationstechnologie mit dem Data Science & Analytics Schwerpunkt an der FH Salzburg genützt werden. Es soll ein Netzwerk mit den Einrichtungen im Bereich Life-Sciences in der Region Salzburg aufgebaut werden.

In drei initialen “Seed-Projekten” werden gemeinsam mit PartnerInnen aus dem Cancer Cluster Salzburg (CCS), der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU), den Salzburger Landeskliniken (SALK), der Naturwissenschaftlichen Fakultät (NAWI), der Paris Lodron Universität Salzburg und dem Kardinal Schwarzenberg Klinikum (KSK) prototypische Anwendungen realisiert:

  • Seed-Projekt 1: “KI zur multimodalen Tumordiagnostik”
  • Seed-Projekt 2: “Analyse von Rückenmarkslesionen in multimodalen Daten”
  • Seed-Projekt 3: “Deep Learning zur Optimierung von histologischen Schnittanalysen”


In weiterer Folge sollen außerdem heimische Unternehmen wie Molecular Devices oder MedPhoton eingebunden werden. Die heterogenen Strukturen in der Region sollen so zusammengeführt werden, um eine fokussierte und exzellente interdisziplinäre Forschung zu etablieren.
 

assoziierte Organisationen:
Zentrum Zukunft Gesundheit (ZZG), Fachhochschule Salzburg
Aachen Center for Biomedical Image Analysis, Visualization and Exploration (ACTIVE), Lehrstuhl für Bildverarbeitung, RWTH Aachen
The Multimedia Signal Processing and Security Lab, WAVELAB, Universität Salzburg, Computerwissenschaften

Keywords: Medizin, Bildverarbeitung, Deep Learning, Künstliche Intelligenz, Histologie, Life Sciences

Wenn Ihre Institution bzw. Ihr Unternehmen Interesse an einer Kooperation hat, freuen wir uns auf eine Kontaktaufnahme: Michael Gadermayr

Laufzeit: Jän. 2020 - Dez. 2021
Projektleitung: FH-Prof. DI Dr. Michael Gadermayr B.Eng, FH-Prof. Priv.-Doz. Dr. Geja Oostingh
Projektmitarbeiter: DI Maximilian Tschuchnig, BSc
Projektpartner: Prof. Dr. Richard Greil (Head of Cancer Cluster Salzburg, Head of Salzburg Cancer Research Institute, Head of the IIIrd Medical Department, SALK), Prof. Dr. Fritz Aberger (Deputy Director Cancer Cluster Salzburg, Naturwissenschaftliche Fakultät PLUS), Prof. Dr. Sébastien Couillard-Després (Paracelsus Medizinische Privatuniversität, Institut für Experimentelle Neuroregeneration), Prim. Univ.-Doz. Dr. Anton Hittmair (Kardinal Schwarzenberg Klinikum, Head of Institut für Pathologie und Mikrobiologie), Dr. Nadja Zaborsky (Salzburg Cancer Research Institute)

Gesundheits- und Krankenpflege

GWS-PHC – Interprofessionelle Zusammenarbeit in der Primärversorgung

Welche Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten kann die Fachhochschule Salzburg schaffen, um Angehörige der Gesundheitsberufe für die interprofessionelle Zusammenarbeit in der Primärversorgung vorzubereiten und weiterzubilden?

Bis Ende 2021 waren in Österreich bereits 75 Primärversorgungseinheiten (PVE) geplant, fünf davon im Bundesland Salzburg. In diesen Primärversorgungseinheiten arbeiten Expert*innen vernetzt aus den unterschiedlichen Gesundheitsberufen zusammen, um so Patient*innen ein umfangreiches, wohnortnahes Angebot an Versorgung zur Verfügung zu stellen.

Um eine erfolgreiche interprofessionelle Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Gesundheitsberufen zu fördern, sieht das Bundesministerium für Gesundheit die Etablierung von berufsgruppenübergreifenden Ausbildungsmodulen an Österreichs Hochschulen vor.

Ziel von GWS-PHC ist es ebendiese Aus- und Weiterbildungsangebote in Abstimmung mit den Berufsgruppen und Ausbildungsinstitutionen im Salzburger Raum zu entwickeln.

Die Basis liefert die Analyse der Kompetenzprofile. Dabei werden in der Praxis tätige Expert*innen sowie Vertreter*innen der Berufsverbände und der Ausbildungsinstitutionen der folgenden Berufsgruppen (in alphabetischer Reihenfolge) im Rahmen von monoprofessionellen Fokusinterviews einbezogen: Biomedizinische Analytik, Diätologie, Ergotherapie, Gesundheits- und Krankenpflege, Hebamme, Logopädie, Medizin, medizinische Trainingstherapie, Ordinationsassistenz, Orthoptik, Pharmazie, Physiotherapie, Psychologie und Psychotherapie, Radiologietechnologie und Soziale Arbeit.

Darauf folgt im zweiten Projektjahr eine Erhebung zum aktuellen Stand der interprofessionellen Zusammenarbeit im extramuralen Gesundheits- und Sozialbereich. Diese Online-Umfrage fokussiert sich auf das Bundesland Salzburg. Dabei sollen Faktoren der interprofessionellen Zusammenarbeit - wie beispielsweise Überschneidungsbereiche zwischen den Berufsgruppen - sowie wesentliche Ausbildungsinhalte quantifiziert werden.

Die konzipierten Inhalte des zukünftig von der Fachhochschule Salzburg angestrebten Aus- und Weiterbildungsangebots werden abschließend in multiprofessionellen Fokusinterviews mit den beteiligten Berufsgruppen reflektiert.

Mehr Informationen zum aktuellen Umsetzungsgrad der Primärversorgungseinheiten sind unter  https://primaerversorgung.gv.at zu finden.

Laufzeit: Juni 2021 – Mai 2023
Projektleitung: Mag.a, Dr.in Melanie Roth, BSc
Projektmitarbeiter*innen: Ana Atalaia, BA, BSc; Clemens Jacob Schnegg (Studentischer Mitarbeiter)

REACT 2.0 – Redesigning Ageing

Markt- und Bedarfsanalyse für Diversity-Centered Design im regionalen Ökosystem des Alterns
REACT 2.0 wird in Kooperation zwischen der Fachhochschule Salzburg (Studiengänge: Betriebswirtschaft, Design & Produktmanagement, Gesundheits- und Krankenpflege) und der WU Wien (Abteilung Health Economics and Policy) durchgeführt.

Hintergrund
In den nächsten Jahrzehnten erlebt der deutschsprachige Raum eine tiefgreifende gesellschaftliche Veränderung: Aufgrund der steigenden Lebenserwartung gepaart mit einer niedrigen Fertilität und Migration kommt es zu einem Wachstum älterer Bevölkerungsgruppen. Österreich ist aktuell das fünftälteste Land der Europäischen Union und wird 2050 gemeinsam mit Deutschland und der Schweiz zur ältesten Region Europas gehören.
Aufgrund dieser Entwicklung ergeben sich unterschiedliche Herausforderungen für das Gesellschaftssystem. Diese betreffen sowohl staatliche und kommunale Leistungen, als auch Produkte und Dienstleistungen von privaten Anbietern im Gesundheits- und Pflegebereich. Einerseits entsteht eine relativ große und kaufkräftige Zielgruppe älterer Konsument*innen für die häusliche Eigenanwendung von (präventiven) Pflege und Gesundheitsprodukten. Andererseits führt die große Anzahl älterer Personen zu einer Mehrbelastung des intra- und extramuralen Gesundheitssystems (z.B. ärztliche Praxen und Krankenhausambulanzen) und es entsteht ein erhöhter Bedarf in der Langzeitpflege (Stichwort: Pflegenotstand) durch pflegende Angehörige sowie in betreuten Wohnsituationen.
Trotz dieser absehbaren zukünftigen Veränderungen steht die Erforschung der spezifischen Anforderungen von Nutzer*innengruppen im Pflege- und Gesundheitsbereich an Produkte und Dienstleistungen noch am Anfang. Oftmals führt schlechtes Design gepaart mit der Stigmatisierung des Alters zu einer suboptimalen Anwendung und zu einem negativen Erleben von Produkten und Dienstleistungen. Die daraus folgende „Nichtnutzung“ kann die Lebensqualität sowie den Gesundheitszustand der Betroffenen negativ beeinflussen und ist im volkswirtschaftlichen Sinn doppelt relevant. Kurzfristig werden Produkte und Dienstleistungen zur Verbesserung oder Prävention von altersbedingten Defiziten aus den bereits genannten Gründen nicht erworben, was wiederum langfristig zu höheren Ausgaben im Gesundheits- und Sozialwesen führt.

Ziel des Projekts
Das Projekt Project REACT 2.0 widmet sich der Erforschung dieser spezifischen Anforderungen und setzt sich zum Ziel durch menschzentriertes Design Produkte und Dienstleistungen an die Bedürfnisse älterer Nutzer*innen anzupassen. Zwei Perspektiven stehen hierbei im Fokus:

(1) eine Usability-Sichtweise, in welcher der funktionale Nutzen und die Effizienz des Produkts oder der Dienstleistung für Anwender*innen im Vordergrund steht.
(2) eine User-Experience-Sichtweise, in der das physische, kognitive und emotionale Erleben des Produktes oder der Dienstleistung untersucht wird

Vorgehensweise
Konkret wird im Rahmen einer Potentialanalyse für das Bundesland Salzburg zuerst der Markt für Gesundheits- und Pflegeprodukte unter Berücksichtigung verschiedener öffentlicher und privater Marktteilnehmer*innen definiert. Daraufhin wird eine Bedarfsanalyse durchgeführt, welche die zuvor beschriebenen Problemfelder in der Verwendung bisheriger Produkte quantifiziert. Zu guter Letzt erfolgt eine Analyse beispielhaft ausgewählter Produkte mit anschließendem Neu-Design. Die so entstandenen Prototypen werden hinsichtlich ihres Potentials, die Lebens- und Arbeitsqualität von Nutzer*innen zu verbessern, untersucht.

Dissemination
Die Ergebnisse des Projekts sollen das Potential eines Diversity-Centered-Design-Ansatzes im Gesundheits- und Pflegebereich untersuchen und dadurch ein stärkeres Bewusstsein für die Bedürfnisse älterer Personen in der Produkt- und Dienstleistungsentwicklung schaffen. Durch die Initiative sollen neue Geschäftsmodelle und Innovation am Standort Salzburg im Gesundheits- und Pflegebereich angestoßen werden.

Laufzeit: April 2021 – September 2022
Projektleitung: Mag.a, Dr.in Melanie Roth, BSc
Projektmitarbeiter*innen: Dr. Laura Ackermann, B.Eng., B.Sc., MSc., MSc.; Sybille Salbrechter, BA; FH-Prof. Mag. Dr. Robert Zniva;

Projektwebsite REACT 2.0

Hier erfahren Sie mehr über Redesigning Ageing.

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ORTHO-CoVid – Orthoptik unter CoVid

Fragebogen zum Themenbereich Orthoptik bzw. Orthoptist*innen unter CoVid: Orthoptist*innen arbeiten zumeist in Krankenhäusern und (Augenarzt)Ordinationen in der Versorgung von Patient*innen aller Altersgruppen.

Die Fragebogenerhebung (online) soll drei Hauptbereiche beleuchten. Erstens, sollen (Veränderungen von) Arbeits- bzw. Beschäftigungssituation von Orthoptist*innen in Österreich während CoVid (Lockdown, bzw. danach) dargestellt werden (Stichwort: Kurzarbeit, usw.). Zweitens wird die Nutzung von digitalen Tools für Kommunikation und Berufsausübung (Stichwort Telemedizin) erhoben (Probleme, Fragen, Einstellungsänderung zu Telemedizin, Telemedizin Post-Corona etc.). Der Lock-down und die eingeschränkte Möglichkeit eine orthoptische Untersuchung in Präsenz haben wohl unterschiedliche Auswirkungen für verschiedene Patient*innengruppen bzw. Diagnosen. Es soll daher in einem ersten Schritt erhoben werden, wie österreichische Orthoptist*innen die Chancen bzw. Risiken durch Telemedizin und Lock-Down einschätzen. In einem zweiten Schritt (ca. in 1 Jahr) sollen die österreichischen Orthoptist*innen neuerlich befragt werden, ob ihre Einschätzung bzgl. Chancen und Risiken sich bewahrheitet haben, bzw. wie sich die Telemedizin post-CoVid weitereintwickelt hat.


Laufzeit: 07.09.2020 – 21.12.2022
Projektleitung FHS: FH-Prof. Mag. Ruth E. Resch

VISUS

Die Überprüfung der Sehkraft gehört zu den alltäglichsten Untersuchungen der Augenheilkunde, frühe Standardisierungsversuche mündeten in Richtlinien (Din Norm).

Dennoch werden im Alltag aufgrund zahlreicher Faktoren die Prüfkriteren nicht immer perfekt eingehalten. So finden sich zahlreiche Sehprobentafeln bzw. Optotypen die ausgewählt werden können, weiterhin wird mit Sehproben, Optotypen, Darstellungsformen (digital/analog) experimentiert. Einfluss auf die Umsetzung der Richtlinien, nehmen aber auch lokale Gegebenheiten (Ausstattung des Arbeitsplatzes) und Vorgaben durch die kognitive Kompetenz der zu untersuchenden Personen. Nicht zuletzt beeinflussen auch individuelle Vorlieben bzw. eminzenzbasierte Entscheidungen die Art der Sehschärfenprüfung. Der Studiengang Orthoptik hat daher eine umfangreiche Befragung via Papier-Bleistift-Testung (Fragebogen) in den DACH-Ländern durchgeführt. Die Auswertung der deutschen und schweizer Fragebögen hat sich nun aufgrund von CoVid verzögert und wird im Sommer finalisiert. Die Ergebnisse der österreichischen Fragebögen wurde bereits im Mai 2019 in Deutschland präsentiert


Laufzeit: 15.9.2017 – 30.09.2022
Projektleitung FHS: FH-Prof. Mag. Ruth E. Resch

Radiologietechnologie

CODIC (Comparison of effective doses in the follow-up controls after cerebral interventions)

Zur Therapie intrakranieller Aneurysmen werden unter anderem Flow Diverter Stents eingesetzt. Im Universitätsinstitut für Neuroradiologie der Christian-Doppler-Klinik wird die Flachdetektor-CT-Angiographie zur Beurteilung einer korrekten Anlage des Stents verwendet.

Nachteil dieser Methode könnte in einer deutlich höheren effektiven Dosis für die Patientinnen und Patienten bestehen, verglichen mit der konventionellen Multislice-CT. Um aus den Dosisangaben der Geräte die effektive Dosis abschätzen zu können sind Konversionsfaktoren nötig. In der Literatur finden sich dazu leider wenig und zum Teil sind die Angaben widersprüchlich. Einerseits wurden die meisten Studien im Dentalbereich durchgeführt, andere sind veraltet und verwendeten mittlerweile nicht mehr gültige Strahlenwichtungsfaktoren.

Ziel dieses Projekts ist es, Konversionsfaktoren für die Abschätzung der effektiven Dosis der Patientinnen und Patienten beim Einsatz der Flachdetektor-CT in der Neuroradiologie der CDK, im Bereich des Schädels, für die aktuelle Anlage (Aristos Zee biplane; Siemens, Erlangen) zu ermitteln. Für einen Vergleich der effektiven Dosis wird auch der Konversionsfaktor für die Multislice-CT im Schädelbereich ermittelt. Dazu werden Thermolumineszenz-Messungen am Alderson-Schädelphantom durchgeführt. 

Ein weiters Ziel ist der Vergleich der effektiven PatientInnendosis, sowie der Bildqualität, bzw. Artefakt-Anfälligkeit bei der postinterventionellen Kontrolle von Flow-Diverter-Stents zwischen Flachdetektor-CT und Multislice-CT.

Dieses Projekt wird als Kooperation zwischen der Neuroradiologie der CDK (OA Dr. J. Grimm, RT A. Öllerer, MSc.), dem Strahlenschutzdienst der SALK (PD Mag. Dr. O. Nairz) und dem Studiengang Radiologietechnlogie der Fachhochschule Salzburg (F. Szigeti, MSc. Ph.D.) durchgeführt.

Die dabei ermittelten Daten und die etablierte Messmethodik dienen in weiterer Folge als Basis für die Ermittlung von Konversionsfaktoren für neu geplante Anlagen. Da der Einsatz der Flachdetektor-CT in der interventionellen Radiologie immer mehr Anwendung findet, dienen die Erkenntnisse und die ermittelten Konversionsfaktoren auch als Basis für Folgeprojekte mit dem Strahlenschutzdienst.

Laufzeit: Oktober 2021 bis September 2023
Projektleitung: Florian Szigeti, MSc. Ph.D.
Projektmitarbeiter*innen:  PD Mag. Dr. Olaf Nairz (Strahlenschutzdienst SALK), Dr. Jochen Grimm (Neuroradiologie CDK), A. Öllerer, MSc
Projektpartner: Strahlenschutzdienst Salzburger Landeskrankenhaus , Universitätsinstitut für Neuroradiologie Christian-Doppler-Klinik