Biomedizinische Analytik

Lasst uns über HPV reden!

Die vergangenen Jahre haben Viren und Virusinfektionen eine sehr große Rolle in unserem Alltag gespielt. Neben den uns jetzt sehr bekannten Viren wie SARS CoV 2- oder Influenzaviren, gibt es auch andere Viren, die Krankheiten auslösen können, wie beispielsweise Humane Papillomaviren, kurz HPV.Diese können unter anderem Gebärmutterhalskrebs verursachen. Eine Wissenskampagne soll Kinder und Erziehungsberechtigte über HPV und Möglichkeiten zum Schutz vor Infektion aufklären.

Humane Papillomaviren sind weltweit verbreitet. Etwa 80 % aller Frauen und Männer werden im Laufe ihres Lebens mit genitalen HPV infiziert. HPV sind vor allem als Auslöser des Gebärmutterhalskrebses bekannt. Sie können jedoch auch andere Krebsarten wie Rachen- und Mandelkrebs oder Analkrebs auslösen und betreffen somit sowohl Frauen als auch Männer. Das Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, kann durch die HPV-Impfung um bis zu 90% reduziert werden. Die Impfung ist in Österreich zwischen dem 9. und 21. Lebensjahr gratis. Dennoch ist die Impfbereitschaft gering. Grund dafür ist u. a. das Fehlen von verständlichen Informationen.

Die Labordiagnostik stellt einen guten Weg dar, um schwer zu vermittelnde Themen besser verständlich und leichter verdaulich darzustellen. Laboranalysen schaffen einen gewissen Abstand zu Körperteilen, die vor allem bei Kindern oft ein Tabu-Thema darstellen. Auch Impfungen sind oftmals mit Ängsten verbunden. Biomedizinische Analytiker*innen mit Lehrerfahrung werden im Projekt „Lasst uns über HPV reden“ anhand der Labordiagnostik das Thema HPV zum Leben erwecken, mit dem Ziel, bei Kindern und Erziehungsberechtigten die Angst vor Impfungen im Generellen und ein Verständnis über die möglichen Auswirkungen von HPV im Speziellen zu vermitteln, um somit selbstbestimmte Entscheidungen treffen zu können. In Zusammenarbeit mit betroffenen Gebärmutterhalskrebspatient*innen, Gynäkolog*innen und Zytolog*innen werden diese Informationen sachlich und unabhängig vermittelt.

Im Projekt wird es 1) Schulbesuche mit interaktiven Workshops von den Expert*innen, 2) eine Online Plattform mit einer Podcast-Serie als Informationsquelle für Erziehungsberechtige, und 3) interdisziplinäre jährliche Ringvorlesungen für alle Studierenden der Gesundheitswissenschaften der FH Salzburg, um die zukünftigen Berufsgruppen fachlich bestmöglich vorzubereiten, geben.

Laufzeit: Jänner bis Dezember 2023
Projektleitung: FH-Prof. Priv.-Doz. Dr. Geja Oostingh
Projektmitarbeiter*innen: Magdalena Meikl, MSc, Lea Stangassinger, MSc
Projektpartner*innen: Zytolabor Kronberger

Dieses Projekt wird im Rahmen des MSD-Förderpreises zur Aufklärung über Humane Papillomaviren finanziert

BioLab: Biomedizinisches Laboratorium zur Validierung von labordiagnostischen Testsystemen

Das Projekt BioLab baut auf den bestehenden wissenschaftlichen Kompetenzen des Studienganges Biomedizinische Analytik auf und bedient das Interesse von Herstellern diagnostischer Instrumente an angewandter, biomedizinischer Forschung. Neben der Kooperation mit der Firma STRATEC Consumables, einem wichtigen Vertreter des Life Science Bereichs in Salzburg, werden weitere Kooperationen mit klinischen Laboratorien angestrebt.

Dadurch soll unter anderem auch die Zusammenarbeit mit der Paris Lodron Universität Salzburg sowie der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität gestärkt werden. So kann auch die bereits vorhandene Biobank ausgebaut und das Netzwerk zur Beschaffung von Probenmaterial erweitert werden. Des Weiteren kann die Fachhochschule Salzburg durch das Projekt BioLab ein Tätigkeitsfeld für die Überprüfung, Validierung und Etablierung von neuen diagnostischen Testsystemen aufbauen. Im Laufe des Projektes wird eine biomedizinische Core-Facility mit integriertem professionellem Qualitätsmanagement am Standort SALK entwickelt. Hier können in Zukunft mikrofluidische Systeme, Point-of-Care Geräte und sonstige labordiagnostische Automaten getestet und anhand etablierter Testmethoden an vorhandenen Großgeräten verglichen und validiert werden. Durch das Projekt BioLab soll sich der Studiengang Biomedizinische Analytik zu einem attraktiven nationalen und internationalen Partner in der angewandten Forschung weiterentwickeln. Die Verbesserung der vorhandenen Infrastruktur und der Ausbau der personellen Ressourcen am Studiengang Biomedizinische Analytik ermöglichen in weiterer Folge auch die Durchführung von Projekten mit einem breiteren Methodenspektrum. Zusätzlich können Projekte für Masterarbeiten im biomedizinischen Bereich als auch in der Material- und Methodenforschung im Arbeitsfeld des BioLab angeboten werden.


Laufzeit: Jänner 2019 bis November 2022
Projektleitung: FH-Prof. Priv.-Doz. Dr. Geja Oostingh
Projektmitarbeiter*innen: Lea Stangassinger MSc, Tanja Karl B.MSc, Hannah Oberthaler MSc
Projektpartner*innen: Firma STRATEC Consumables GmbH

BMCS - BioMed Center Salzburg

Dieses Kooperationsprojekt zwischen der Paris-Lodron Universität Salzburg, dem Salzburg Cancer Research Institute und der Fachhochschule Salzburg dient unter anderem dem Ausbau der Lehrkooperation und fördert somit die Möglichkeit eines Masterstudiums im gesundheitswissenschaftlichen Bereich.

Im Rahmen des Masterstudiums „Medical Biology“ an der Paris-Lodron Universität Salzburg wird die Lehre in folgenden Bereichen seitens der FH Salzburg unterstützt:

  • Modul - Anatomy and Histology (Lab Course in Human and Mammalian Histology, LV Nr. 231.222, WS)
  • Modul - Medical Physiology (Lab Course in Medical Physiology, LV Nr. 231.233, WS)
  • Gebundenes Wahlmodul - Bereich: Cell Biology and Pathophysiology (Clinical Chemistry and Forensic Diagnostics, LV Nr. 231.108, SS)
  • Gebundenes Wahlmodul - Bereich: Molecular Diagnostics and Clinical Chemistry (Medical Technologies, LV Nr. 231.109, SS)

Der Unterricht findet in den Räumlichkeiten der Fachhochschule Salzburg in Urstein bzw. an der SALK statt.


Laufzeit: 01.10.2019 – 30.09.2022
Projektleitung FHS: FH-Prof. Priv.-Doz. Dr. Geja Oostingh
Projektmitarbeiter*nnen: Tanja Karl B.MSc, Stefanie Emrich MSc
Projektpartner*innen: Paris-Lodron Universität Salzburg (Lead), Salzburg Cancer Research Institute

NewMat4BioChips

Die Lab-on-a-Chip Technologie mit mikrofluidik-basierten Chipsystemen ist sowohl im Forschungs- als auch im Diagnostikbereich eine klar aufstrebende Methodik, da mit geringen Mengen an Probenmaterial gearbeitet und Kosten reduziert werden können.

Das Projekt NewMat4BioChips wird vom Studiengang Biomedizinische Analytik in Kooperation mit der STRATEC Consumables GmbH (Lead-Partner), einer Zweigstelle der STRATEC Biomedical AG und einem der weltweit führenden Anbieter von Probenträgern und Lab-on-a-Chip-Systemen für den Bereich der In-vitro-Diagnostika, durchgeführt.

Ziel der Kooperation ist, mit bestehendem Know-how aus der biomedizinischen Analytik die Entwicklung und Produktion neuer Medizin-Produkte zu optimieren und mit dem Transfer neuer Testmethoden die Forschung an der FH Salzburg zu fördern. 

Durch die bestehende Expertise des Studiengangs Biomedizinische Analytik bezüglich standardisierter klinischer Messmethoden und den verschiedenen Einflüssen der Präanalytik auf Richtigkeit und Präzision von Ergebnissen kann der Entwicklungsprozess von neuen Analysensystemen maßgeblich unterstützt werden. Die in Aufbau und Testung befindlichen Medizin-Produkte können mit etablierten Standardmethoden im Labor des Studiengangs verglichen und überprüft werden. Durch die direkte Einbeziehung der Biomedizinischen Analytik in die Produktion von mikrofluidischen Biochips am Firmenstandort von STRATEC Consumables in Anif wird die enge Vernetzung von Herstellungsprozessoptimierung und Funktionalität gewährleistet. Anhand der in diesem Projekt generierten Ergebnisse können standardisierte Testverfahren aufgesetzt werden, die zukünftig auch für die Überprüfung weiterer In-vitro-Diagnostika verwendet werden können.


Laufzeit: August 2021 – September 2024
Projektleitung: FH-Prof. Priv.-Doz. Dr. Geja Oostingh
Projektmitarbeiter*innen: Lea Maria Stangassinger, MSc und Anja Schuster, PhD, B.rer.nat., MA.rer.nat.
Projektpartner*innen: Firma STRATEC Consumables GmbH

OxiWoundWood

Kann der Heilungsprozess von Krankheiten mit biokompatiblen Rohstoffen unterstützt werden? Können wir natürliche Ressourcen auf nachhaltige Weise in medizinischen Produkten einsetzen? Im Forschungsprojekt OxiWoundWood widmen sich die Studiengänge Biomedizinische Analytik und Holztechnologie und Holzbau genau diesen Fragen.

Der verantwortungsvolle und nachhaltige Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen gewinnt jährlich mehr an Bedeutung.

Die Vereinten Nationen berichten im „International Ressource Panel“ (IRP), dass im Jahr 2017 weltweit erstmals mehr als 90 Milliarden Tonnen Rohstoffe der Natur entnommen wurden. Das ist dreimal mehr als im Jahr 1970.

Um einen Beitrag zu einer weltweit nachhaltigeren Verwendung von natürlichen Ressourcen zu leisten, beschäftigt sich das Forschungsprojekt OxiWoundWood mit der verantwortungsvollen Verarbeitung von zukünftig nachwachsende bzw. bislang ungenützte Rohstoffe in den interdisziplinären Bereichen Bioraffinerie und Life Sciences.

Phytochemische Substanzen werden seit Jahrhunderten zur Verbesserung von Krankheiten im Zuge der Naturheilkunde verwendet und finden Anwendung im Bereich der Arzneimittelproduktion. Nicht zuletzt auf Grund der wachsenden Antibiotikaresistenzen, hat die Forschung an pflanzlichen Wirkstoffen an Fahrt aufgenommen. Im Zuge dieser Forschungsarbeit soll die Verwendung von Extrakten aus heimischen Hölzern als Zusatzstoffe für dermatologische Applikationen untersucht werden. Dabei wird auf bestimmte Hauterkrankungen mit charakteristischen Erscheinungen wie fehlgeleiteten Entzündungsprozesse, Wundheilungsstörungen und bakterieller Befall, fokussiert. Des Weiteren wird ein Augenmerk auf die Kreislaufwirtschaft gelegt, wobei die stoffliche Verwertung von forstlicher Biomasse während verschiedener Aufarbeitungsprozesse im Vordergrund steht.

Biokompatible Extrakte aus Rinde, Äste und Samen heimischer Gehölze werden mittels „green“ Extraktionsmethoden gewonnen und in Bakterien- und humanen Zellkulturen auf ihre Eigenschaften getestet. Erwartete Ergebnisse sind die detaillierte Charakterisierung von Extrakten heimischer Hölzer in Hinblick auf ihre chemischen Inhaltstoffe, anti-oxidatives Wirkspektrum, wundheilungsfördernde und immunregulierende Eigenschaften.

Dieses Projekt wird in Kooperation zwischen den Studiengängen BMA und HTB durchgeführt und dient der Etablierung dieses Forschungsfelds als Kern einer künftigen Department-Forschung. In Zusammenarbeit mit dem Unternehmenspartner Phystine werden Anwendungsstudien der Extrakte an einer kleinen Zahl von Proband*innen durchgeführt.

Laufzeit: August 2022 – August 2024
Projektleitung: Dr. Anja Schuster, B.rer.nat., MA.rer.nat. (BMA), Stellvertretende Leitung FH-Prof. DI (FH) Dr. Thomas Schnabel (HTB)
Projektmitarbeiter*innen: Sissý Häsler Gunnarsdóttir, BSc., MSc.

Laufzeit Projekt WuWi (Wundheilungsförndernde Wirkung von Extrakten aus Holzrinde): Februar 2023 - Februar 2024
Projektleitung: Dr. Anja Schuster (PhD) & FH-Prof. Priv.-Doz. Dr. Gertie Janneke Oostingh
Projektpartner*innen: OrthoTherapia GmbH (Malkiewicz Michael, 5020 Salzburg), Thomas More- Life Science & Chemistry (Lydia Hendriks, 2440 Geel, Belgien), Universitätsklinik für Dermatologie und Allergologie (Labor für translationale Hautforschung - Assoc.-Prof. Mag. Dr. Roland Lang, SALK), PLUS – STG Medical Biology

Wundheilung aus Baumrinde

Forschungsprojekt der Studiengänge Biomedizinische Analytik und Holztechnologie & Holzbau setzt auf Entzündungshemmer aus der Natur: Im Projekt OxiWoundWood geht ein interdisziplinäres Forschungsteam der Frage nach, inwiefern Bestandteile bestimmter Baumarten zur Wundheilung beitragen können. Ganz im Sinne der Nachhaltigkeit liegt der Fokus dabei auf europäischen Bäumen.

Pressemeldung

Gesundheits- und Krankenpflege

GWS-PHC – Interprofessionelle Zusammenarbeit in der Primärversorgung

Welche Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten kann die Fachhochschule Salzburg schaffen, um Angehörige der Gesundheitsberufe für die interprofessionelle Zusammenarbeit in der Primärversorgung vorzubereiten und weiterzubilden?

Bis Ende 2021 waren in Österreich bereits 75 Primärversorgungseinheiten (PVE) geplant, fünf davon im Bundesland Salzburg. In diesen Primärversorgungseinheiten arbeiten Expert*innen vernetzt aus den unterschiedlichen Gesundheitsberufen zusammen, um so Patient*innen ein umfangreiches, wohnortnahes Angebot an Versorgung zur Verfügung zu stellen.

Um eine erfolgreiche interprofessionelle Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Gesundheitsberufen zu fördern, sieht das Bundesministerium für Gesundheit die Etablierung von berufsgruppenübergreifenden Ausbildungsmodulen an Österreichs Hochschulen vor.

Ziel von GWS-PHC ist es ebendiese Aus- und Weiterbildungsangebote in Abstimmung mit den Berufsgruppen und Ausbildungsinstitutionen im Salzburger Raum zu entwickeln.

Die Basis liefert die Analyse der Kompetenzprofile. Dabei werden in der Praxis tätige Expert*innen sowie Vertreter*innen der Berufsverbände und der Ausbildungsinstitutionen der folgenden Berufsgruppen (in alphabetischer Reihenfolge) im Rahmen von monoprofessionellen Fokusinterviews einbezogen: Biomedizinische Analytik, Diätologie, Ergotherapie, Gesundheits- und Krankenpflege, Hebamme, Logopädie, Medizin, medizinische Trainingstherapie, Ordinationsassistenz, Orthoptik, Pharmazie, Physiotherapie, Psychologie und Psychotherapie, Radiologietechnologie und Soziale Arbeit.

Darauf folgt im zweiten Projektjahr eine Erhebung zum aktuellen Stand der interprofessionellen Zusammenarbeit im extramuralen Gesundheits- und Sozialbereich. Diese Online-Umfrage wird österreichweit zur Verfügung stehen. Dabei sollen Faktoren der interprofessionellen Zusammenarbeit - wie beispielsweise Überschneidungsbereiche zwischen den Berufsgruppen - sowie wesentliche Ausbildungsinhalte quantifiziert werden.

Die konzipierten Inhalte des zukünftig von der Fachhochschule Salzburg angestrebten Aus- und Weiterbildungsangebots werden abschließend in multiprofessionellen Fokusinterviews mit den beteiligten Berufsgruppen reflektiert.

Mehr Informationen zum aktuellen Umsetzungsgrad der Primärversorgungseinheiten sind unter  https://primaerversorgung.gv.at zu finden.

Laufzeit: Juni 2021 – Mai 2023
Projektleitung: Mag.a, Dr.in Melanie Roth, BSc
Projektmitarbeiter*innen: Ana Atalaia, BA, BSc; Clemens Jacob Schnegg (Studentischer Mitarbeiter)

REACT 2.0 – Redesigning Ageing

Markt- und Bedarfsanalyse für Diversity-Centered Design im regionalen Ökosystem des Alterns
REACT 2.0 wird in Kooperation zwischen der Fachhochschule Salzburg (Studiengänge: Betriebswirtschaft, Design & Produktmanagement, Gesundheits- und Krankenpflege) und der WU Wien (Abteilung Health Economics and Policy) durchgeführt.

Hintergrund
In den nächsten Jahrzehnten erlebt der deutschsprachige Raum eine tiefgreifende gesellschaftliche Veränderung: Aufgrund der steigenden Lebenserwartung gepaart mit einer niedrigen Fertilität und Migration kommt es zu einem Wachstum älterer Bevölkerungsgruppen. Österreich ist aktuell das fünftälteste Land der Europäischen Union und wird 2050 gemeinsam mit Deutschland und der Schweiz zur ältesten Region Europas gehören.
Aufgrund dieser Entwicklung ergeben sich unterschiedliche Herausforderungen für das Gesellschaftssystem. Diese betreffen sowohl staatliche und kommunale Leistungen, als auch Produkte und Dienstleistungen von privaten Anbietern im Gesundheits- und Pflegebereich. Einerseits entsteht eine relativ große und kaufkräftige Zielgruppe älterer Konsument*innen für die häusliche Eigenanwendung von (präventiven) Pflege und Gesundheitsprodukten. Andererseits führt die große Anzahl älterer Personen zu einer Mehrbelastung des intra- und extramuralen Gesundheitssystems (z.B. ärztliche Praxen und Krankenhausambulanzen) und es entsteht ein erhöhter Bedarf in der Langzeitpflege (Stichwort: Pflegenotstand) durch pflegende Angehörige sowie in betreuten Wohnsituationen.
Trotz dieser absehbaren zukünftigen Veränderungen steht die Erforschung der spezifischen Anforderungen von Nutzer*innengruppen im Pflege- und Gesundheitsbereich an Produkte und Dienstleistungen noch am Anfang. Oftmals führt schlechtes Design gepaart mit der Stigmatisierung des Alters zu einer suboptimalen Anwendung und zu einem negativen Erleben von Produkten und Dienstleistungen. Die daraus folgende „Nichtnutzung“ kann die Lebensqualität sowie den Gesundheitszustand der Betroffenen negativ beeinflussen und ist im volkswirtschaftlichen Sinn doppelt relevant. Kurzfristig werden Produkte und Dienstleistungen zur Verbesserung oder Prävention von altersbedingten Defiziten aus den bereits genannten Gründen nicht erworben, was wiederum langfristig zu höheren Ausgaben im Gesundheits- und Sozialwesen führt.

Ziel des Projekts
Das Projekt Project REACT 2.0 widmet sich der Erforschung dieser spezifischen Anforderungen und setzt sich zum Ziel durch menschzentriertes Design Produkte und Dienstleistungen an die Bedürfnisse älterer Nutzer*innen anzupassen. Zwei Perspektiven stehen hierbei im Fokus:

(1) eine Usability-Sichtweise, in welcher der funktionale Nutzen und die Effizienz des Produkts oder der Dienstleistung für Anwender*innen im Vordergrund steht.
(2) eine User-Experience-Sichtweise, in der das physische, kognitive und emotionale Erleben des Produktes oder der Dienstleistung untersucht wird

Vorgehensweise
Konkret wird im Rahmen einer Potentialanalyse für das Bundesland Salzburg zuerst der Markt für Gesundheits- und Pflegeprodukte unter Berücksichtigung verschiedener öffentlicher und privater Marktteilnehmer*innen definiert. Daraufhin wird eine Bedarfsanalyse durchgeführt, welche die zuvor beschriebenen Problemfelder in der Verwendung bisheriger Produkte quantifiziert. Zu guter Letzt erfolgt eine Analyse beispielhaft ausgewählter Produkte mit anschließendem Neu-Design. Die so entstandenen Prototypen werden hinsichtlich ihres Potentials, die Lebens- und Arbeitsqualität von Nutzer*innen zu verbessern, untersucht.

Dissemination
Die Ergebnisse des Projekts sollen das Potential eines Diversity-Centered-Design-Ansatzes im Gesundheits- und Pflegebereich untersuchen und dadurch ein stärkeres Bewusstsein für die Bedürfnisse älterer Personen in der Produkt- und Dienstleistungsentwicklung schaffen. Durch die Initiative sollen neue Geschäftsmodelle und Innovation am Standort Salzburg im Gesundheits- und Pflegebereich angestoßen werden.

Laufzeit: April 2021 – September 2022
Projektleitung: Mag.a, Dr.in Melanie Roth, BSc
Projektmitarbeiter*innen: Dr. Laura Ackermann, B.Eng., B.Sc., MSc., MSc.; Sybille Salbrechter, BA; FH-Prof. Mag. Dr. Robert Zniva;

Projektwebsite REACT 2.0

Hier erfahren Sie mehr über Redesigning Ageing.

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Ganz Salzburg Bewegen

Ein Projekt in Kooperation mit dem Ludwig Boltzmann Institut für Digitale Gesundheit und Prävention, der Stadt und dem Land Salzburg.

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt ein Mindestmaß an regelmäßiger herzgesunder Bewegung. Laut der österreichischen Gesundheitsstatistik erfüllt weniger als die Hälfte der österreichischen Allgemeinbevölkerung diese Empfehlung, und bestimmte Bevölkerungsgruppen sind tendenziell unterdurchschnittlich aktiv: die Altersgruppe 30-44 Jahre, Pensionist*innen, und Personen mit Migrationshintergrund, mit geringerem Einkommen oder mit niedrigerem Ausbildungsstand.

Ziel des Projekts „Ganz Salzburg Bewegen“ ist es, auf diese unterdurchschnittlich aktiven Bevölkerungsgruppen in der Stadt Salzburg gezielt zuzugehen und mit den Bürger*innen gemeinsam Vorschläge zur Förderung regelmäßiger herzgesunder Bewegung zu erarbeiten.

Dieser Austausch und die Einbindung der Bürger*innen findet im Verlauf von drei öffentlichen Veranstaltungen statt, die im Frühling, Sommer und Herbst 2023 im Salzburger Stadtteil Lehen abgehalten werden: Im Bürger*innengespräch wird der Austausch eröffnet. In der Ideenwerkstatt werden Vorschläge gesammelt und konkretisiert. In der abschließenden interaktiven Ausstellung werden die Vorschläge präsentiert und zur Abstimmung gestellt. Begleitend zu diesen öffentlichen Veranstaltungen können sich Bürger*innen dem Projektteam als Mit-Forschende anschließen und sich an der Durchführung einzelner Aufgaben beteiligen.

Im Ergebnis wird eine Sammlung von Lösungsvorschlägen vorliegen, die auf den Alltagserfahrungen der Bürger*innen basieren und die in einem Folgeprojekt priorisiert, umgesetzt und evaluiert werden sollen.

„Ganz Salzburg Bewegen“ findet in Zusammenarbeit zwischen der Fachhochschule Salzburg, dem Ludwig Boltzmann Institut für digitale Gesundheit und Prävention, der Stadt Salzburg und dem Land Salzburg statt. Die finanzielle Unterstützung erfolgt durch die Fachhochschule Salzburg, Stadt und Land Salzburg und das Open Innovation in Science Center der Ludwig Boltzmann Gesellschaft (Open Innovation in Science Enrichment Fund).

Laufzeit: Januar 2023 bis Dezember 2023
Projektleitung: Mag.a Dr.in Melanie Roth, BSc (Senior Researcher, Gesundheits- und Krankenpflege)
Steuerungsgruppe: Mag.a Ulrike Garstenauer (Researcher, Soziale Arbeit und Soziale Innovation); Mag. Michael Ebner, PhD (Senior Lecturer, Design & Produktmanagement); FH-Prof. Dipl. Designer (FH), Dipl. Regisseur Till Fuhrmeister (Studiengangsleiter, MultiMediaArt)

Projektmitarbeiter*innen: Kerstin Glachs, BA, MA (MultiMediaArt); Stefanie Radwanovsky, BA, MA (Soziale Arbeit und Innovation); Sybille Salbrechter, BA (Design & Produktmanagement)

„Ganz Salzburg Bewegen“ findet in Zusammenarbeit zwischen der Fachhochschule Salzburg, dem Ludwig Boltzmann Institut für digitale Gesundheit und Prävention, der Stadt Salzburg (Bewegte Stadt) und dem Land Salzburg statt. Die finanzielle Unterstützung erfolgt durch die Fachhochschule Salzburg, Stadt und Land Salzburg und das Open Innovation in Science Center der Ludwig Boltzmann Gesellschaft (Open Innovation in Science Enrichment Fund).

Praktikums-App

Unterstützung der praktischen Ausbildung in der Pflege im Bundesland Salzburg durch ein digitales Tool. Ein Projekt in Kooperation mit dem Studiengang Human-Computer-Interaction (HCI).

Die Digitalisierung bringt auch für die Pflege neue Möglichkeiten und hat ein enormes Innovationspotenzial. Unser Projekt „Praktikums-App“ wird vom Digitalisierungsfonds des Landes Salzburg gefördert: Gemeinsam mit dem Studiengang Human-Computer Interaction (HCI) werden die Stakeholder im Bundesland Salzburg in die Erstellung eines Anforderungskatalogs und die erste Konzeption der "Praktikums-App" eingebunden.

Mit einer neuen „Praktikums-App“ soll die gesamte organisatorische und inhaltliche Abwicklung sowie die Beurteilung der Praktikant*innen in der Pflege-Ausbildung digital organisiert werden. Die FH Salzburg erarbeitet nun in einem ersten Schritt die Grundlagen für die Umsetzung und erstellt unter starker Einbindung der zukünftigen Nutzer*innengruppen eine Anforderungsanalyse für die „Praktikums-App“. Dies mit der Perspektive, sie auch in anderen Bundesländern zum Einsatz zu bringen. Mit der angestrebten Umsetzung der „Praktikums-App“ würde das Bundesland Salzburg eine Vorreiterrolle in der Digitalisierung der Pflegeausbildung in Österreich einnehmen.

Die Praktikant*innen sollen zukünftig über die „Praktikums-App“ u.a. auf einfache Art und Weise ihren Kompetenzaufbau verfolgen, Ziele für die einzelnen Praktika vorab definieren und an die Praktikumsinstitutionen kommunizieren können.

Da die Praktikant*innen aller Pflegeausbildungen (von der Pflegeassistenz über die Pflegefachassistenz bis hin zu diplomierten Gesundheits- und Krankenpflege) zukünftig über eine gemeinsame digitale Plattform abgewickelt werden sollen, kommt es zu organisatorischen und inhaltlichen Erleichterungen für die Praktikumsinstitutionen, insbesondere für die Praxisanleiter*innen. Perspektivisch profitieren sowohl die Ausbildungs- sowie die Praktikumsinstitutionen von der gemeinsamen Informationsbasis über den Kompetenzaufbau der Lernenden.

„Durch die digitale Begleitung mittels App kann das Praktikum laufend an den Lernfortschritt der Lernenden angepasst werden. Die Pflegeausbildung erfährt dadurch quer über alle Ausbildungsniveaus eine Qualitätsentwicklung“, ist Studiengangsleiterin Babette Grabner überzeugt.

Laufzeit: September 2022 – Mai 2023
Projektleitung: Mag.a Dr.in Melanie Roth, BSc (GuK) und Dr. Bernhard Maurer, MSc (HCI)
Projektmitarbeiter*innen: Christiane Drack, BSc; Tanja Hauser; Leonie Michel, BSc

Zeitstrahl

Radiologietechnologie

CODIC (Comparison of effective doses in the follow-up controls after cerebral interventions)

Zur Therapie intrakranieller Aneurysmen werden unter anderem Flow Diverter Stents eingesetzt. Im Universitätsinstitut für Neuroradiologie der Christian-Doppler-Klinik wird die Flachdetektor-CT-Angiographie zur Beurteilung einer korrekten Anlage des Stents verwendet.

Nachteil dieser Methode könnte in einer deutlich höheren effektiven Dosis für die Patientinnen und Patienten bestehen, verglichen mit der konventionellen Multislice-CT. Um aus den Dosisangaben der Geräte die effektive Dosis abschätzen zu können sind Konversionsfaktoren nötig. In der Literatur finden sich dazu leider wenig und zum Teil sind die Angaben widersprüchlich. Einerseits wurden die meisten Studien im Dentalbereich durchgeführt, andere sind veraltet und verwendeten mittlerweile nicht mehr gültige Strahlenwichtungsfaktoren.

Ziel dieses Projekts ist es, Konversionsfaktoren für die Abschätzung der effektiven Dosis der Patientinnen und Patienten beim Einsatz der Flachdetektor-CT in der Neuroradiologie der CDK, im Bereich des Schädels, für die aktuelle Anlage (Aristos Zee biplane; Siemens, Erlangen) zu ermitteln. Für einen Vergleich der effektiven Dosis wird auch der Konversionsfaktor für die Multislice-CT im Schädelbereich ermittelt. Dazu werden Thermolumineszenz-Messungen am Alderson-Schädelphantom durchgeführt. 

Ein weiters Ziel ist der Vergleich der effektiven PatientInnendosis, sowie der Bildqualität, bzw. Artefakt-Anfälligkeit bei der postinterventionellen Kontrolle von Flow-Diverter-Stents zwischen Flachdetektor-CT und Multislice-CT.

Dieses Projekt wird als Kooperation zwischen der Neuroradiologie der CDK (OA Dr. J. Grimm, RT A. Öllerer, MSc.), dem Strahlenschutzdienst der SALK (PD Mag. Dr. O. Nairz) und dem Studiengang Radiologietechnlogie der Fachhochschule Salzburg (F. Szigeti, MSc. Ph.D.) durchgeführt.

Die dabei ermittelten Daten und die etablierte Messmethodik dienen in weiterer Folge als Basis für die Ermittlung von Konversionsfaktoren für neu geplante Anlagen. Da der Einsatz der Flachdetektor-CT in der interventionellen Radiologie immer mehr Anwendung findet, dienen die Erkenntnisse und die ermittelten Konversionsfaktoren auch als Basis für Folgeprojekte mit dem Strahlenschutzdienst.

Laufzeit: Oktober 2021 bis September 2023
Projektleitung: Florian Szigeti, MSc. Ph.D.
Projektmitarbeiter*innen:  PD Mag. Dr. Olaf Nairz (Strahlenschutzdienst SALK), Dr. Jochen Grimm (Neuroradiologie CDK), A. Öllerer, MSc
Projektpartner: Strahlenschutzdienst Salzburger Landeskrankenhaus , Universitätsinstitut für Neuroradiologie Christian-Doppler-Klinik

Physiotherapie

PD-Balance

Vergleich zweier Gleichgewichtstrainingsprogramme auf die posturale Kontrolle bei Patienten*innen mit Idiopathischem Parkinson-Syndrom

(Studienakronym: PD-Balance)

In dieser Studie wird die Wirksamkeit von Gleichgewichtstraining untersucht. Es handelt sich um eine randomisierte parallele Pilotstudie.

Gleichgewichtsrelevante Aktivitäten des täglichen Lebens werden für Parkinson-Betroffene oft zu einer großen Herausforderung. Dies führt oftmals zu einem Mangel an Selbstvertrauen, der Abnahme von körperlichen Aktivitäten und schließlich bis hin zur Isolation. Eine rechtzeitige Therapie zur Beeinflussung der Instabilität ist notwendig, um Parkinsonpatienten so lange wie möglich aktiv zu halten. In der Studie werden zwei verschiedene Unterstützungsflächen verwendet. Eine Gruppe absolviert die Übungen auf einem Spezialschaumstoff-Pad (Airex Pad), welches in der Intensität nicht veränderbar ist. Die andere Gruppe führt die Übungen auf einer instabilen sensomotorischen Gleichgewichts-Therapieplattform (Posturomed) aus. Diese kann bzgl. der Schwingungsamplitude verändert werden. 

Die 5-wöchige Intervention wird 2x wöchentlich für 60 Minuten durchgeführt und beinhaltet die Aspekte des motorischen Lernens wie z.B. aufgabenspezifisch und umweltspezifisch zu sein, externes Feedback zu geben (auditiv und visuelle Cues). Die Intensität ist individuell an Patient*innen mit Parkinson-Syndrom angepasst. Vor und nach der Intervention werden Tests des Gleichgewichts, der sturzbezogenen Selbstwirksamkeit, Sturzrate, Gehgeschwindigkeit, Gehstrecke, Mobilität und gesundheitsbezogenen Lebensqualität durchgeführt.

Studiendauer: 9 Monate, 12.7.2022 - 11.4.2023
Projektleiterin: Belinda Böhm, BA, MA
Projektbetreuerin: Dr. Barbara Seebacher, MSc (Universitätsklinik für Neurologie, Medizinische Universität Innsbruck)