Laufende Projekte

REACT – REdesiging HeAlth ProduCTs

Wie steigert man die Akzeptanz von Medizinprodukten? Warum verwenden (ältere) Menschen kein Rollmobil, obwohl es ihren Alltag erheblich erleichtern würde? Wie kann man Inkontinenzprodukte, Bettpfannen oder Toilettenstühle anders gestalten, um das damit verbundene sozial Stigma zu reduzieren?

Diesen Fragen gehen Studierende und ForscherInnen der Studiengänge Gesundheits- und Krankenpflege und Design & Produktmanagement an der FH Salzburg im Rahmen des Pilotprojekts REACT (REdesigning heAlth produCTs) nach. Über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren werden Produkte aus dem medizinisch-pflegerischen Bereich einem forschungsbasierten (Re-) Design unterzogen. Das Ziel des interprofessionellen Pilotprojektes ist die Steigerung der Akzeptanz und Sicherheit von Produkten zur Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit krankheits- oder altersbedingten Einschränkungen. Im Mittelpunkt steht dabei der menschzentrierte Produktentwicklungsprozess. Die Basis für den momentan stattfindenden Design-Prozess lieferte die Phase der Produktidentifikation und -analyse in Kooperation mit regionalen PartnerInnen aus dem Gesundheitswesen. Den Abschluss findet dieses Pilotprojekt in der Designtesting-Phase im Herbst/Winter 2019.

Design & Pflege
Die Nichtakzeptanz sowie die daraus folgende Nichtnutzung von Medizinprodukten kann stark auf deren Design zurückgeführt werden. Grundlegend hat Design funktionale Aspekte sowie verschiedene emotionale und soziale Zusatznutzen. Gerade im erweiterten Pflegebereich weisen Produkte häufig Gestaltungsdefizite auf. Von besonderer Bedeutung ist dabei die soziale Signifikanz dieser Produkte. Dem Umfeld wird eindeutig signalisiert, dass mit dem/der VerwenderIn „etwas nicht stimmt“. Die NutzerInnen leiden in aller Regel an sich schon unter ihren Einschränkungen und der reduzierten Lebensqualität. Wird dies durch täglich zu verwendende Produkte öffentlich kommuniziert, verstärkt sich das Gefühl der Minderwertigkeit: Stigmatisierung, Scham und Ablehnung der Produkte sind die Folge.

Drei Projektphasen zwischen September 2018 und Februar 2020

  • In der ersten Phase (Wintersemester 18/19) identifizierten und analysierten Studierenden der Gesundheits- und Krankenpflege pflegerisch-relevante Produkte für ein Re-Design. Dazu wurden Einzelinterviews mit ExpertInnen aus unterschiedlichen Bereichen des Gesundheitswesens, Fokusgruppengesprächen mit Pflegepersonen aus verschiedenen Pflegebereichen sowie Aktionsforschung mit AnwenderInnen und NutzerInnen durchgeführt.
  • Auf dieser Informationsbasis wurden insgesamt acht Produkte in einem forschungsbasierten Design-Briefing im Februar 2019 an den Studiengang Design & Produktmanagement übergeben. In einem menschzentrierten Prozess wurden in der zweiten Projektphase von den Masterstudierenden konkrete Designanforderungen abgeleitet und erste funktionelle Prototypen erstellt. Die Präsentation der ersten Prototypen fand am 27.06.2019 am Campus Kuchl der FH Salzburg statt.
  • In der dritten Phase (Wintersemester 19/20) werden die Studierende gemeinsam mit den ForscherInnen der FH Salzburg der Frage nachgehen, ob und inwieweit die redesignten Produkte besser ab-schneiden als vergleichbare handelsübliche Produkte. Analysedimensionen beinhalten dabei u.a. Funktionalität, Usability, Nachhaltigkeit, Design und User Experience.

Ausblick
Die FH Salzburg ist aufgrund des positiven Feedbacks der StakeholderInnen derzeit in der Konzeptionsphase eines „REACT“ Forschungs- und Entwicklungszentrums. Das Ziel des Zentrums ist es, durch einen mensch-zentrierten Designansatz die Akzeptanz und Nutzung von Produkten und Dienstleistungen zu erhöhen. Der Fokus liegt dabei auf der Zielgruppe der älteren Menschen und betrifft die gesamte Lebenswelt dieser AnwenderInnen: vom Gesundheitsbereich bis hin zum privaten Konsum. Mit dem „REACT“ Zentrum wird die FH Salzburg verstärkt als Brücke zwischen Praxis und Wissenschaft fungieren.

Laufzeit: September 2018 - Februar 2020
Projektleitung: Mag.a Melanie Roth, BSc
Team: Laura Ackermann, B.Eng., BSc, MSc; Anneli Eddy, BA; Magdalena Fischill, BScN, MScN
Beteiligte Forschungsbereiche: DE|RE|SA, Zentrum Zukunft Gesundheit

BioLab: Biomedizinisches Laboratorium zur Validierung von labordiagnostischen Testsystemen

Das Projekt BioLab baut auf den bestehenden wissenschaftlichen Kompetenzen des Studienganges Biomedizinische Analytik auf und bedient das Interesse von Herstellern diagnostischer Instrumente an angewandter, biomedizinischer Forschung. Neben der Kooperation mit der Firma STRATEC Consumables, einem wichtigen Vertreter des Life Science Bereichs in Salzburg, werden weitere Kooperationen mit klinischen Laboratorien angestrebt. Dadurch soll unter anderem auch die Zusammenarbeit mit der Paris Lodron Universität Salzburg sowie der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität gestärkt werden. So kann auch die bereits vorhandene Biobank ausgebaut und das Netzwerk zur Beschaffung von Probenmaterial erweitert werden. Des Weiteren kann die Fachhochschule Salzburg durch das Projekt BioLab ein Tätigkeitsfeld für die Überprüfung, Validierung und Etablierung von neuen diagnostischen Testsystemen aufbauen. Im Laufe des Projektes wird eine biomedizinische Core-Facility mit integriertem professionellem Qualitätsmanagement am Standort SALK entwickelt. Hier können in Zukunft mikrofluidische Systeme, Point-of-Care Geräte und sonstige labordiagnostische Automaten getestet und anhand etablierter Testmethoden an vorhandenen Großgeräten verglichen und validiert werden. Durch das Projekt BioLab soll sich der Studiengang Biomedizinische Analytik zu einem attraktiven nationalen und internationalen Partner in der angewandten Forschung weiterentwickeln. Die Verbesserung der vorhandenen Infrastruktur und der Ausbau der personellen Ressourcen am Studiengang Biomedizinische Analytik ermöglichen in weiterer Folge auch die Durchführung von Projekten mit einem breiteren Methodenspektrum. Zusätzlich können Projekte für Masterarbeiten im biomedizinischen Bereich als auch in der Material- und Methodenforschung im Arbeitsfeld des BioLab angeboten werden. 

Fördergeber: WISS 2025, Land Salzburg
Laufzeit: 01.01.2019 bis 31.12.2021
Projektleitung: FH-Prof. Priv.-Doz. Dr. Geja Oostingh
ProjektmitarbeiterInnen: Lea Stangassinger (BSc)
Projektpartner: Firma STRATEC Consumables GmbH
Beteiligter Forschungsbereich: Zentrum Zukunft Gesundheit

NextChip3

Die Lab-on-a-Chip Technologie mit mikrofluidik-basierten Chipsystemen ist sowohl im Forschungs- als auch im Diagnostikbereich eine klar, aufstrebende Methodik, da mit geringen Mengen an Probenmaterial gearbeitet und Kosten reduziert werden können. Das ZZG (Zentrum Zukunft Gesundheit der Fachhochschule FH Salzburg)-assoziierte Projekt NextChip3 wird vom Studiengang Biomedizinische Analytik in Kooperation mit der STRATEC Consumables GmbH (Lead-Partner), einer Zweigstelle der STRATEC Biomedical AG, dem weltweit führenden Anbieter von Probenträgern und Lab-on-a-Chip-Systemen für den Bereich der In-vitro-Diagnostika, durchgeführt.
Ziel der Kooperation ist, mit bestehenden bestehendem Know-how aus der biomedizinischen Analytik die Entwicklung und Produktion neuer Medizin-Produkte zu optimieren und mit dem Transfer neuer Testmethoden die Forschung an der FH Salzburg zu fördern.
Durch die bestehende Expertise des Studienganges Biomedizinische Analytik bezüglich standardisierter klinischer Messmethoden, sowie den verschiedenen Einflüssen der Präanalytik auf Richtigkeit und Präzision von Ergebnissen kann der Entwicklungsprozess von neuen Analysensystemen maßgeblich unterstützt werden. Die in Aufbau und Testung befindlichen Medizin-Produkte können mit etablierten Standardmethoden im Labor des Studienganges verglichen und überprüft werden. Durch die direkte Einbeziehung der Biomedizinischen Analytik in die Produktion von Biochips am Firmenstandort von STRATEC Consumables in Anif wird die enge Vernetzung von Herstellungsprozessoptimierung und Funktionalität gewährleistet. Anhand der in diesem Projekt generierten Ergebnisse können standardisierte Testverfahren aufgesetzt werden, die zukünftig auch für die Überprüfung weiterer In-vitro-Diagnostika verwendet werden können.


Auftraggeber: STRATEC Consumables GmbH
Laufzeit: Juni 2018 – Mai 2019
Projektleitung: FH-Prof. Mag. Dr. Barbara Bogner
ProjektmitarbeiterInnen: Lea Stangassinger (BSc), FH-Prof. Mag. Dr. Barbara Bogner, FH-Prof. Priv.-Doz. Dr. Geja Oostingh
Projektpartner: Firma STRATEC
Beteiligter Forschungsbereich: Studiengang Biomedizinische Analytik

PRISMA17

Evaluierung des Einflusses der PSMA-PET/CT auf das therapeutische Management bei geplanter radikaler Prostatektomie, bzw. Radiotherapie, sowie der Wertigkeit der PSMA-PET/CT in der Rezidivdiagnostik der Prostatakarzinompatienten mit niedrigem PSA-Wert  (0,2-2 ng/ml)

Die Abkürzung PSMA steht für Prostata-Spezifisches-Membran-Antigen. Prostatakarzinomzellen exprimieren diese Membran-Antigen auf der Oberfläche. Das verwendete Radiopharmakon Ga-68 PSMA-bindet an diese Antigene. Aufgrund der spezifischen Bindung reichert sich Radioaktivität im Tumorgewebe an und kann mit PET/CT-Geräten detektiert werden. Die Detektionsrate ist von der Größe des Tumors, bzw. des Rezidiv abhängig.

Primärstaging: Bei Patienten mit histologisch gesichertem Prostatakarzinom, bei denen eine radikale Prostatektomie vorgesehen ist, wird prätherapeutisch eine Ga-68 PSMA-PET/CT, sowie eine multiparametrische MRT durchgeführt. Es soll geklärt werden, welchen Einfluss der Einsatz  der PSMA PET/CT, sowie der multiparametrischen MRT, auf das initiale Therapiemanagement bei Patienten mit histologisch gesichertem Prostatakarzinom besitzen. Es werden nur Patienten ohne klinischen Hinweis auf Fernmetastasierung eingeschlossen. Die Verifikation erfolgt über die postoperative histologische Auswertung, inkl. histochemischer Färbung mittels eines Prostata-Spezifischen-Membran-Antikörpers.

Restaging: Als Restaging ist diese Methode bereits klinisch etabliert. Laut der S3 Leitlinie für Prosta-takarzinome, ist bei einem neuerlichen Anstieg des PSA-Wertes im Blut (prostataspezifisches Antigen) auf über 0,2 ng/ml, nach erfolgreicher Therapie, von einem Rezidiv, bzw. von einer Metastasierung auszugehen. Die Ga-68 PSMA-PET/CT zeigt deutlich höhere Detektionsraten bei PSA-Werten bis 2ng/ml als die herkömmliche Diagnostik mit F-18 Cholin. Die Detektion des Rezidivs, bzw. der Metastasierung hat einen entscheidenden Einfluss auf das therapeutische Vorgehen. In diesem Projekt wird der Stellenwert der PSMA PET/CT, sowie der multiparametrischen MTR in der Rezidivdiagnostik bei Prostatakarzinompatienten in kompletter Remission nach Primärtherapie untersucht.  Als Indikation für eine PSMA PET/CT gilt ein PSA-Wert im Bereich von 0,2-2 ng/ml. Die Zahl der Patienten, welche in der Folge durch Operation und/oder Strahlentherapie, bzw.  eine komplette Remission erreichen, wird berechnet und mit historischen Kontrollen verglichen.

Fördergeber: GWS-Fördertopf
Laufzeit: Oktober 2016 – September 2019
Projektleitung: Prim. Univ.-Prof. Dr. Christian Pirich, Florian Szigeti, MSc
Projektpartner: Universitätsklinik für Nuklearmedizin und Endokrinologie (SALK), Pathologisches Institut (SALK)
Beteiligte Forschungsbereiche: Nuklearmedizin, Radiologietechnologie, Pathologie

DM2CUA - Entwicklung und Integration von mobilen personen- und situationsbezogenen Interventionen in moderne Schulungs- und Beratungsstrategien.

Dieses interdisziplinäre Projekt wird im Rahmen einer Kooperation der Studiengänge Biomedizinische Analytik, Gesundheits- und Krankenpflege und MultiMediaTechnology gemeinsam mit der Diabetesambulanz der 1. Medizin der Universitätsklinik Salzburg (Dr. Lars Stechemesser) und der Privatklinik Wehrle-Diakonissen (Primar Univ.-Doz. Dr. Raimund Weitgasser) durchgeführt.
DM2CUA ist als Pilotprojekt innerhalb des Zentrums Zukunft Gesundheit (ZZG) der Fachhochschule Salzburg angelegt.

Diabetes Mellitus Typ II (DM2) ist eine lebensstilbezogene Volkskrankheit die eine große persönliche Belastung für die Patientinnen und Patienten aber auch für die Gesundheitssysteme darstellt. Neben den Kosten, die mit der Therapie von DM2 einhergehen, stellt auch die Behandlung der langfristigen Auswirkungen von Diabetes eine große Belastung für die Betroffenen und den Gesundheitssektor dar. Das Risiko sekundärer Erkrankungen kann nur durch Therapietreue und nachhaltige Lebensstiländerung erfolgreich reduziert werden. Zur Zeit werden Patientinnen und Patienten stationär oder ambulant im Umgang mit DM2 geschult. Hierfür ist ein hohes Engagement der Patientinnen und Patienten und eine intensive Betreuung durch die behandelnden Health Care Professionals erforderlich. Im Alltag gestalten sich die notwendigen Lebensstilmodifikationen jedoch häufig schwierig.

DM2CUA nutzt Smartphone- und Web-Technologien um Patientinnen und Patienten beim Erreichen Ihrer Therapieziele mit situationsbezogenen Hinweisen zu unterstützen. Relevanz und Umsetzbarkeit werden sowohl von den Diabetikerinnen und Diabetikern als auch von allen Beteiligten in der Betreuungskette bewertet. In wiederholten Reflexionszyklen werden die Hinweise angepasst. Im Sinne der personalisierten Medizin entsteht für jede Patientin, jeden Patienten ein persönlicher digitaler Coach. Dieser Ansatz der Personalisierung basiert auf der Hypothese, dass individuelle Lebenswelten geprägt durch Geschlecht, Alter, kulturelle Hintergründe, Familien- und Arbeitskontext einen signifikanten Einfluss auf den Umgang mit der Erkrankung DM2 haben.

Die Entwicklung und Integration von mobilen personen- und situationsbezogenen Interventionen in moderne Schulungs- und Beratungsstrategien sowie die Erstellung eines Leitfadens zur Umsetzung im klinischen Alltag sind Ziel des Projektes und Grundlagen für die darauffolgende breite Anwendung.

Projektwebsite: https://dm2cua.multimediatechnology.at/

Fördergeber: Kofinanziert durch das Land Salzburg
Laufzeit: März 2017 – Februar 2019
Projektleitung: FH-Prof. DI Dr. Simon Ginzinger MSc, FH-Prof. Mag. Babette Grabner, FH-Prof. Priv.-Doz. Dr. Geja Oostingh
ProjektmitarbeiterInnen: DI Caroline Roth BSc, Mag. Melanie Roth BSc, Martin Tiefengrabner BA MSc 
Projektpartner: Dr. Lars Stechemesser, Primar Univ.-Doz. Dr. Raimund Weitgasser
Beteiligte Forschungsbereiche: Biomedizinische Analytik, MultiMediaTechnology, Gesundkeits- und Krankenpflege, 1. Medizin der Universitätsklinik Salzburg, Privatklinik Wehrle-Diakonissen

POCT II - Zuverlässigkeit der Blutzuckermesswerte von POCT-Geräten bezogen auf die Umgebungstemperatur – Messung mit PatientInnen-Proben

Das Projekt wird vom Studiengang Biomedizinische Analytik gemeinsam mit der Diabetesambulanz der 1. Medizin der Universitätsklinik Salzburg (Dr. Lars Stechemesser), der Privatklinik Wehrle-Diakonissen (Primar Univ.-Doz. Dr. Raimund Weitgasser) und dem Studiengang MultiMediaTechnology (FH-Prof. Dr. Simon Ginzinger) durchgeführt.
In einer Vorstudie wurde gezeigt, dass POCT-Geräte unterschiedlicher Hersteller bei hohen oder tiefen Umgebungstemperaturen unzuverlässige Messwerte sowohl im oberen als auch im unteren Messbereich liefen. Da unrichtige Messwerte in einer inkorrekten Insulindosierung oder inadäquaten Nahrungszufuhr resultieren, können daraus negative Folgen für die PatientInnen entstehen. Besonders bedrohlich ist für DiabetespatientInnen ein zu niedriger Blutzuckerwert- die sogenannte Hypoglycämie. Die Hypoglycämien bedeuten nicht nur ein großes Risiko für die PatientInnen, sondern stellen auch einen wesentlichen Kostenfaktor im Gesundheitssystem dar.
Beim ersten POCT-Projekt wurden die Messungen auf allen verwendeten Geräten mit einer Kontrolllösung durchgeführt. Um die Ergebnisse auch mit PatientInnenproben zu verifizieren, wird diese Studie mit Kapillarblutproben der Diabetesambulanz der Universitätsklinik der 1. Medizin realisiert. Die Messungen erfolgen auf je drei Geräten, die auf Grund ihrer häufigen Verwendung von PatientInnen in der Praxis ausgewählt wurden. Um den Einfluss von unterschiedlichen Teststreifenchargen auf die Messungen ausschließen zu können, werden pro Hersteller mindestens zwei verschiedene Chargen verwendet. Die Messungen erfolgen bei drei verschiedenen Temperaturen: 15 °C,  25 °C und 35 °C. Um gewährleisten zu können, dass die Geräte die jeweils exakte Temperatur haben, wird eine größere Anzahl der unterschiedlichen POCT-Geräte in je einem Inkubator mit der entsprechenden Temperatur gelagert.
Hauptziel dieses Projektes ist es, die Messungenauigkeit, die mit der Kontrolllösung beim POCT I-Projekt nachgewiesen wurde, mit PatientInnenproben zu bestätigen. Außerdem soll den Herstellerfirmen von Blutzucker-POCT-Geräten, ein unabhängiges und direktes Feedback über die Möglichkeiten und Grenzen der Geräte gegeben werden. Als nächste Konsequenz soll eine Diabetes-Applikation entwickelt werden, die mit einem Umgebungstemperatur-Warnsystem ausgestattet ist. All diese Maßnahmen dienen der Erhöhung der PatientInnensicherheit.

Fördergeber: GWS-Fördertopf
Laufzeit: September 2016 - Juli 2017
Projektleitung: FH-Prof. Karin Schwenoha, MSc
Team: FH-Prof. Karin Schwenoha, FH-Prof. Priv.-Doz. Dr. Geja Oostingh, Tina Treml, Dr. Lars Stechemesser, Primar Univ.-Doz. Dr. Raimund Weitgasser
Beteiligte Forschungsbereiche: Biomedizinische Analytik, MultiMediaTechnology, 1. Medizin der Universitätsklinik Salzburg, Privatklinik Wehrle-Diakonissen

EMIT-Assay Entwicklung für POCT-Messungen von Cortisol

Point-Of-Care-Testing (POCT) Systeme sind tragbare, einfach handhabbare und damit flexibel einsetzbare Geräte, die zur Messung von Laborwerten genutzt werden können. Ein klassisches Beispiel hierfür sind Blutzuckermessgeräte für Diabetiker. Durch die rasche Verfügbarkeit von Messwerten sind POCT-Systeme jedoch nicht nur für das Therapiemonitoring bei chronischen Erkrankungen, sondern auch für ad-hoc Analysen im biomedizinischen und veterinärmedizinischen Bereich von großem Interesse.

Ziel des EMIT Projektes ist die Entwicklung eines einfach durchführbaren Assay, der mittels dem EUROLyser Cube System, das POCT orientiert arbeitet, gemessen werden kann. Mit Hilfe der „Enzyme Multiplied Immunoassay“ Technik (EMIT) soll der Nachweis von Cortisol aus Hundeblut mit möglichst wenig Arbeitsschritten und kurzer Durchführungszeit unter Berücksichtigung der Laborqualitätsstandards Sensitivität, Reproduzierbarkeit und Reliabilität etabliert werden.
Gelingt die Umsetzung, ist die Erweiterung des Spektrums an Laborparametern, die über diese Technologie und dieses POCT-System gemessen werden können, angedacht.

Fördergeber: Eurolyser Diagnostica GmbH
Laufzeit: Dezember 2015 - Oktober 2017
Projektleitung: Mag. Dr. Barbara Bogner,
Team: Priv.-Doz. Dr. Geja Oostingh, Ing. Michael Gruber, Sarah Weikinger (BSc), Maria Schmittner
Studiengang: Biomedizinische Analytik

Smart Health Check

Im Rahmen des Projekts "Smart Health Check" werden Software-Bausteine für die Entwicklung von spezialisierten Gesundheitsapplikationen auf Smartphones geschaffen. Diese Infrastruktur ermöglicht es, effizient krankheits- und personenspezifische Applikationen zu entwickeln, die dem/r BenutzerIn den Umgang mit seiner/ihrer Krankheit erleichtert und damit helfen, Krankheitssymptome und –folgen zu reduzieren. Essentiell für die korrekte medizinische Diagnose und Behandlung ist eine genaue Dokumentation gesundheitsrelevanter Faktoren. Verstärkte Automatisierung der Dokumentation hat direkten Einfluss auf die Qualität der Aufzeichnungen und somit auch auf die Optimierung der Behandlungsstrategie. Aufgrund der erhobenen Daten werden Hinweise zur Verbesserung der persönlichen Verhaltensweisen erstellt. Diese Hinweise basieren auf der Abschätzung des Einflusses von vergangenen und zukünftigen Handlungen auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität.
Die starke Zunahme der Smartphone-NutzerInnen eröffnet neue Möglichkeiten der Interaktion mit den PatientenInnen. Die Dokumentation soll substanziell erleichtert und qualitativ verbessert werden. Dies wird sowohl durch intuitive Benutzerinterfaces als auch durch vollständig automatisierte Aufzeichnungen erreicht. Die Gesundheitsapplikation selbst wird im Gegensatz zu einem rein passiven Eingabe- und Monitoring-Tool zu einem aktiven Vorschlagssystem mit starker spielerischer Komponente.

Projektwebsite: www.smarthealth.at
Laufzeit: Juni 2013 - Februar 2018
Fördergeber: FFG, COIN Aufbau
Projektleitung: Dr. Simon Ginzinger
Team: Priv.-Doz. Dr. Geja Oostingh, Dr. Thomas Stütz, Martin Tiefengrabner, MSc
Beteiligte Forschungsbereiche: MultiMediaTechnology, Biomedizinische Analytik

MOYO

Motivating young people to maintain a healthy lifestyle by providing information, education and analysis

Erkrankungen, die infolge falscher Ernährungs- und Lebensweise entstehen, stellen nicht nur für den Einzelnen, sondern auch für das Gesundheitssystem eine massive Belastung dar. Im Rahmen des interdisziplinären Gesundheits- und Lifestyle-Projektes „MoYo“, das für und mit SchülerInnen im Raum Salzburg im Herbst 2014 startet, wird ein Programm zur Wissensvermittlung mit Schwerpunkt ausgewogene Ernährung entwickelt. Dabei werden zum einen gesundheitliche Aspekte in Bezug auf Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes und Übergewicht vermittelt, und zum anderen praxisnahe Möglichkeiten zur Verbesserung der Ernährung näher gebracht.

Der Ist-Zustand des Gesundheitsstatus von Probanden wird anonymisiert über die Messung von Laborwerten festgestellt. Folgemessungen sollen zeigen, ob das Interventionsprogramm zu einer Verbesserung der Laborwerte, der körperlichen Fitness und des Gesundheitsbewußtseins allgemein führt. Für die Dokumentation des Ernährungs- und Bewegungsverhalten stehen Smart Phone Applikationen zur Verfügung, die auch als Feedback zur besseren Selbsteinschätzung genutzt werden sollen.

Ziel des Interventionsprogrammes ist die Förderung des Gesundheitsbewusstsein und in weiterer Folge die Verbesserung der Lebensqualität des Einzelnen. Basierend auf den erhobenen Daten können sowohl qualitative als auch quantitative Aussagen über die Effizienz des Interventionsprogrammes gemacht und für die weitere Planung von weitreichenderen Maßnahmen genutzt werden.

Projektwebsite: www.moyo-salzburg.at
Fördergeber: Kofinanziert durch das Land Salzburg
Laufzeit: September 2013 - Februar 2016
Projektleitung: Priv.-Doz. Dr. Geja Oostingh
Team: Dr. Barbara Bogner, Karin Schwenoha
Studiengang: Biomedizinische Analytik