Biomedizinische Analytik

NETTLE: Grenzüberschreitende Kooperation zur Aufwertung alpiner Pflanzen als Quelle bioaktiver Verbindungen

Ein Projekt im Rahmen von Interreg Italia - Österreich, Priorität 1: Innovation und Unternehmen, spezifisches Ziel 1: Entwicklung und Ausbau der Forschungs- und Innovationskapazitäten und der Einführung fortschrittlicher Technologien.

Die Wiederentdeckung der Hippokrates-Philosophie „Lass Nahrung deine Medizin und Medizin deine Nahrung sein“ hat zu einer jüngsten Explosion von Studien über in Pflanzen vorkommende bioaktive Verbindungen und ihre antioxidativen und immunregulierenden Funktionen geführt. Diese Funktionen sind seit der Antike bekannt und werden in der traditionellen Medizin, bei der Zubereitung und Konservierung von Lebensmitteln und in kosmetischen Produkten genutzt. In den alpinen Regionen Österreichs und Italiens ist der Brauch verwurzelt, aromatische Kräuter zu sammeln, um aus einigen ihrer Teile Extrakte und ätherische Öle herzustellen. Dieser Sektor wächst schnell, insbesondere für die Herstellung von natürlichen Extrakten für die Herstellung von Bio-Produkten. Kürzlich durchgeführte Studien der Forscher*innen dieses Projekts haben das Vorkommen von 276 traditionellen Heilpflanzen nachgewiesen, von denen 59 überwiegend alpine Arten sind. Die Biodiversität des Alpenraums könnte also eine unerschöpfliche Gesundheitsquelle für die Zukunft darstellen.

Das Projekt NETTLE knüpft genau daran an, indem es natürliche Extrakte aus mehr als 30 verschiedenen grenzüberschreitenden alpinen Pflanzenarten (Korbblütler, Rosengewächse und Lippenblütler)mit interessanten biologischen Aktivitäten gewinnt, die typisch für das österreichisch-italienische Grenzgebiet sind. Die funktionellen Eigenschaften der Extrakte werden bestimmt und sollen in weiterer Folge als Quelle bioaktiver Verbindungen für die Entwicklung von funktionellen Lebensmitteln mit antioxidativer Wirkung sowie kosmetisch/medizinischen Formulierungen zur Behandlung von Erkrankungen der Haut wie beispielsweise Akne, Neurodermitis oder Epidermolys bullosa verwendet werden.

Die Extrakte werden mit konventionellen und auch mit innovativen grünen und umweltverträglichen Techniken wie überkritischem Kohlendioxid, Ultraschall und gepulsten elektrischen Feldern gewonnen. Das phytochemische Profil, die antioxidative, antimikrobielle, entzündungshemmende und heilende Wirkung der Extrakte werden mit den derzeit innovativsten Analysetechniken bestimmt. Dieser einzigartige experimentelle Ansatz, der auf unterschiedlichem Fachwissen basiert, kann nur durch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der beteiligten Projektpartner erreicht werden: Die Studiengänge Biomedizinische Analytik und Holztechnologie & Holzbau der FH Salzburg, die Freie Universität Bozen und die Universität Udine.

Das Projekt zielt auch darauf ab, eine öffentlich zugängliche Datenbank mit den Extrakten der Pflanzenarten zu erstellen, die den phytochemischen Fingerabdruck der jeweiligen Pflanzenart, den Extraktionsprozess, ihr chemisches Profil und ihre biologischen Aktivitäten beinhaltet.

Ein weiteres Ziel von NETTLE ist es, der lokalen Bevölkerung, Unternehmen und Forschungsinstituten den Wert der alpinen Pflanzen der Grenzregion bewusst zu machen, indem Citizen Scientists im Rahmen von Workshops oder Exkursionen bei der Sammlung der Pflanzen teilnehmen und so ihre besonderen Eigenschaften kennenlernen können.

Projektlaufzeit: 01. Februar 2024 bis 01. Februar 2026
Projektleitung: Dr. Anja Schuster (PhD)
Projektmitarbeiter*innen: Sabrina Vorderegger, BSc; Magdalena Meikl, MSc

Projektpartner: Freie Universität Bozen (Leadpartner); Fakultät für Agrar-, Lebensmittel-, Umwelt- und Tierwissenschaften, Universität Udine
Gesamtkosten: 757.700,40 €
EU-Mittel: 606.160,32 €

Humane PapilloWAS?

Um herauszufinden, wie Informationen über HPV aufbereitet sein müssen, um bei den Zielgruppen anzukommen, wollen wir im Projekt “Humane PapilloWAS?” gemeinsam mit Erziehungsberechtigten, Lehrer*innen und Schülervertreter*innen herausfinden, was über HPV bekannt ist, und welche Fehlinformationen kursieren.

Nur 46% der Österreicher*innen wissen, was Humane Papillomaviren, kurz HPV, sind und nur 34% der Bevölkerung bringen HPV mit Krebserkrankungen in Verbindung. Das zeigt, dass in der Bevölkerung viele Wissenslücken zu einem Virus bestehen, mit dem sich im Laufe seines Lebens fast jeder Mensch infiziert. Eine Impfung gegen HPV, die zu einem 90%-igen Schutz gegen Gebärmutterhalskrebs führt, könnte bei einer Impfung des Großteils der Bevölkerung sogar die Ausrottung desselben bewirken. Doch nicht nur Frauen sind betroffen, denn HPV kann 6 verschiedene Krebsarten auslösen, die auch Männer treffen.

In Workshops überlegen wir uns gemeinsam mit Eltern, Lehrer*innen und Schüler*innen, welche Informationskanäle für die jeweiligen Zielgruppen am effektivsten sind und designen eine wirksame Aufklärungskampagne über HPV für alle! Außerdem werden wir eine Umfrage entwickeln, die anschließend an die Salzburger Bevölkerung ausgeschickt wird. Die Workshops werden von Biomedizinischen Analytiker*innen, Kommunikationsexpert*innen und Gebärmutterhalskrebs-Betroffenen begleitet. Im Oktober 2023 gibt es eine Abschlussveranstaltung an der FH Salzburg, zu der alle Teilnehmer*innen eingeladen werden und wir gemeinsam die Ergebnisse präsentieren.

Deswegen suchen wir engagierte Eltern, Lehrer*innen und Schüler*innen, die mitmachen wollen!

  • Der Workshop dauert ca. 3 Stunden und findet am Campus Urstein der FH Salzburg statt
  • Für den Workshop ausgewählte Teilnehmer*innen erhalten einen Gutschein über 100 € von wunschgutschein.at
  • Anfallende Reisekosten werden ersetzt

Workshoptermine: Montag, 12.6.2023, 16:00-19:30 oder Freitag, 14.7.2023, 14:00-17:30, jetzt anmelden!

Laufzeit: Mai bis Oktober 2023
Projektleitung: FH-Prof. Priv.-Doz. Dr. Geja Oostingh
Projektmitarbeiter*innen: Magdalena Meikl, MSc

Website: https://hpvwissen.fh-salzburg.ac.at/?page_id=603

Dieses Projekt wird vom Ludwig Boltzmann Gesellschaft Open Innovation in Science Center gefördert.

Das Projekt ist außerdem Teil der Citizen Science Plattform "Österreich forscht".

Lasst uns über HPV reden!

Die vergangenen Jahre haben Viren und Virusinfektionen eine sehr große Rolle in unserem Alltag gespielt. Neben den uns jetzt sehr bekannten Viren wie SARS CoV 2- oder Influenzaviren, gibt es auch andere Viren, die Krankheiten auslösen können, wie beispielsweise Humane Papillomaviren, kurz HPV.  Diese können unter anderem Gebärmutterhalskrebs verursachen. Eine Wissenskampagne soll Kinder und Erziehungsberechtigte über HPV und Möglichkeiten zum Schutz vor Infektion aufklären.

Humane Papillomaviren sind weltweit verbreitet. Etwa 80 % aller Frauen und Männer werden im Laufe ihres Lebens mit genitalen HPV infiziert. HPV sind vor allem als Auslöser des Gebärmutterhalskrebses bekannt. Sie können jedoch auch andere Krebsarten wie Rachen- und Mandelkrebs oder Analkrebs auslösen und betreffen somit sowohl Frauen als auch Männer. Das Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, kann durch die HPV-Impfung um bis zu 90% reduziert werden. Die Impfung ist in Österreich zwischen dem 9. und 21. Lebensjahr gratis. Dennoch ist die Impfbereitschaft gering. Grund dafür ist u. a. das Fehlen von verständlichen Informationen.

Die Labordiagnostik stellt einen guten Weg dar, um schwer zu vermittelnde Themen besser verständlich und leichter verdaulich darzustellen. Laboranalysen schaffen einen gewissen Abstand zu Körperteilen, die vor allem bei Kindern oft ein Tabu-Thema darstellen. Auch Impfungen sind oftmals mit Ängsten verbunden. Biomedizinische Analytiker*innen mit Lehrerfahrung werden im Projekt „Lasst uns über HPV reden“ anhand der Labordiagnostik das Thema HPV zum Leben erwecken, mit dem Ziel, bei Kindern und Erziehungsberechtigten die Angst vor Impfungen im Generellen und ein Verständnis über die möglichen Auswirkungen von HPV im Speziellen zu vermitteln, um somit selbstbestimmte Entscheidungen treffen zu können. In Zusammenarbeit mit betroffenen Gebärmutterhalskrebspatient*innen, Gynäkolog*innen und Zytolog*innen werden diese Informationen sachlich und unabhängig vermittelt.

Im Projekt wird es 1) Schulbesuche mit interaktiven Workshops von den Expert*innen, 2) eine Online Plattform mit einer Podcast-Serie als Informationsquelle für Erziehungsberechtige, und 3) interdisziplinäre jährliche Ringvorlesungen für alle Studierenden der Gesundheitswissenschaften der FH Salzburg, um die zukünftigen Berufsgruppen fachlich bestmöglich vorzubereiten, geben.

Laufzeit: Jänner bis Dezember 2023
Projektleitung: FH-Prof. Priv.-Doz. Dr. Geja Oostingh
Projektmitarbeiter*innen: Magdalena Meikl, MSc, Lea Stangassinger, MSc
Projektpartner*innen: Zytolabor Kronberger

Website: https://hpvwissen.fh-salzburg.ac.at/

Dieses Projekt wird im Rahmen des MSD-Förderpreises zur Aufklärung über Humane Papillomaviren finanziert

BMCS - BioMed Center Salzburg

Dieses Kooperationsprojekt zwischen der Paris-Lodron Universität Salzburg, dem Salzburg Cancer Research Institute und der Fachhochschule Salzburg dient unter anderem dem Ausbau der Lehrkooperation und fördert somit die Möglichkeit eines Masterstudiums im gesundheitswissenschaftlichen Bereich.

Im Rahmen des Masterstudiums „Medical Biology“ an der Paris-Lodron Universität Salzburg wird die Lehre in folgenden Bereichen seitens der FH Salzburg unterstützt:

  • Modul - Anatomy and Histology (Lab Course in Human and Mammalian Histology, LV Nr. 231.222, WS)
  • Modul - Medical Physiology (Lab Course in Medical Physiology, LV Nr. 231.233, WS)
  • Gebundenes Wahlmodul - Bereich: Cell Biology and Pathophysiology (Clinical Chemistry and Forensic Diagnostics, LV Nr. 231.108, SS)
  • Gebundenes Wahlmodul - Bereich: Molecular Diagnostics and Clinical Chemistry (Medical Technologies, LV Nr. 231.109, SS)

Der Unterricht findet in den Räumlichkeiten der Fachhochschule Salzburg in Urstein bzw. an der SALK statt.


Laufzeit: 01.10.2019 – 30.9.2022
Projektleitung FHS: FH-Prof. Priv.-Doz. Dr. Geja Oostingh
Projektmitarbeiter*nnen: Tanja Karl B.rer.nat. MSc., Lea Stangassinger BSc. MSc.
Projektpartner*innen: Paris-Lodron Universität Salzburg (Lead), Salzburg Cancer Research Institute

NewMat4BioChips

Die Lab-on-a-Chip Technologie mit mikrofluidik-basierten Chipsystemen ist sowohl im Forschungs- als auch im Diagnostikbereich eine klar aufstrebende Methodik, da mit geringen Mengen an Probenmaterial gearbeitet und Kosten reduziert werden können.

Das Projekt NewMat4BioChips wird vom Studiengang Biomedizinische Analytik in Kooperation mit der STRATEC Consumables GmbH (Lead-Partner), einer Zweigstelle der STRATEC Biomedical AG und einem der weltweit führenden Anbieter von Probenträgern und Lab-on-a-Chip-Systemen für den Bereich der In-vitro-Diagnostika, durchgeführt.

Ziel der Kooperation ist, mit bestehendem Know-how aus der biomedizinischen Analytik die Entwicklung und Produktion neuer Medizin-Produkte zu optimieren und mit dem Transfer neuer Testmethoden die Forschung an der FH Salzburg zu fördern. 

Durch die bestehende Expertise des Studiengangs Biomedizinische Analytik bezüglich standardisierter klinischer Messmethoden und den verschiedenen Einflüssen der Präanalytik auf Richtigkeit und Präzision von Ergebnissen kann der Entwicklungsprozess von neuen Analysensystemen maßgeblich unterstützt werden. Die in Aufbau und Testung befindlichen Medizin-Produkte können mit etablierten Standardmethoden im Labor des Studiengangs verglichen und überprüft werden. Durch die direkte Einbeziehung der Biomedizinischen Analytik in die Produktion von mikrofluidischen Biochips am Firmenstandort von STRATEC Consumables in Anif wird die enge Vernetzung von Herstellungsprozessoptimierung und Funktionalität gewährleistet. Anhand der in diesem Projekt generierten Ergebnisse können standardisierte Testverfahren aufgesetzt werden, die zukünftig auch für die Überprüfung weiterer In-vitro-Diagnostika verwendet werden können.


Laufzeit: August 2021 – September 2024
Projektleitung: FH-Prof. Priv.-Doz. Dr. Geja Oostingh
Projektmitarbeiter*innen: Lea Maria Stangassinger, MSc und Anja Schuster, PhD, B.rer.nat., MA.rer.nat.
Projektpartner*innen: Firma STRATEC Consumables GmbH

OxiWoundWood

Kann der Heilungsprozess von Krankheiten mit biokompatiblen Rohstoffen unterstützt werden? Können wir natürliche Ressourcen auf nachhaltige Weise in medizinischen Produkten einsetzen? Im Forschungsprojekt OxiWoundWood widmen sich die Studiengänge Biomedizinische Analytik und Holztechnologie und Holzbau genau diesen Fragen.

Der verantwortungsvolle und nachhaltige Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen gewinnt jährlich mehr an Bedeutung.

Die Vereinten Nationen berichten im „International Ressource Panel“ (IRP), dass im Jahr 2017 weltweit erstmals mehr als 90 Milliarden Tonnen Rohstoffe der Natur entnommen wurden. Das ist dreimal mehr als im Jahr 1970.

Um einen Beitrag zu einer weltweit nachhaltigeren Verwendung von natürlichen Ressourcen zu leisten, beschäftigt sich das Forschungsprojekt OxiWoundWood mit der verantwortungsvollen Verarbeitung von zukünftig nachwachsende bzw. bislang ungenützte Rohstoffe in den interdisziplinären Bereichen Bioraffinerie und Life Sciences.

Phytochemische Substanzen werden seit Jahrhunderten zur Verbesserung von Krankheiten im Zuge der Naturheilkunde verwendet und finden Anwendung im Bereich der Arzneimittelproduktion. Nicht zuletzt auf Grund der wachsenden Antibiotikaresistenzen, hat die Forschung an pflanzlichen Wirkstoffen an Fahrt aufgenommen. Im Zuge dieser Forschungsarbeit soll die Verwendung von Extrakten aus heimischen Hölzern als Zusatzstoffe für dermatologische Applikationen untersucht werden. Dabei wird auf bestimmte Hauterkrankungen mit charakteristischen Erscheinungen wie fehlgeleiteten Entzündungsprozesse, Wundheilungsstörungen und bakterieller Befall, fokussiert. Des Weiteren wird ein Augenmerk auf die Kreislaufwirtschaft gelegt, wobei die stoffliche Verwertung von forstlicher Biomasse während verschiedener Aufarbeitungsprozesse im Vordergrund steht.

Biokompatible Extrakte aus Rinde, Äste und Samen heimischer Gehölze werden mittels „green“ Extraktionsmethoden gewonnen und in Bakterien- und humanen Zellkulturen auf ihre Eigenschaften getestet. Erwartete Ergebnisse sind die detaillierte Charakterisierung von Extrakten heimischer Hölzer in Hinblick auf ihre chemischen Inhaltstoffe, anti-oxidatives Wirkspektrum, wundheilungsfördernde und immunregulierende Eigenschaften.

Dieses Projekt wird in Kooperation zwischen den Studiengängen BMA und HTB durchgeführt und dient der Etablierung dieses Forschungsfelds als Kern einer künftigen Department-Forschung. In Zusammenarbeit mit dem Unternehmenspartner Phystine werden Anwendungsstudien der Extrakte an einer kleinen Zahl von Proband*innen durchgeführt.

Laufzeit: August 2022 – August 2024
Projektleitung: Dr. Anja Schuster, B.rer.nat., MA.rer.nat. (BMA), Stellvertretende Leitung FH-Prof. DI (FH) Dr. Thomas Schnabel (HTB)
Projektmitarbeiter*innen: Sissý Häsler Gunnarsdóttir, BSc., MSc.

Laufzeit Projekt WuWi (Wundheilungsförndernde Wirkung von Extrakten aus Holzrinde): Februar 2023 - Februar 2024
Projektleitung: Dr. Anja Schuster (PhD) & FH-Prof. Priv.-Doz. Dr. Gertie Janneke Oostingh
Projektpartner*innen: OrthoTherapia GmbH (Malkiewicz Michael, 5020 Salzburg), Thomas More- Life Science & Chemistry (Lydia Hendriks, 2440 Geel, Belgien), Universitätsklinik für Dermatologie und Allergologie (Labor für translationale Hautforschung - Assoc.-Prof. Mag. Dr. Roland Lang, SALK), PLUS – STG Medical Biology

Wundheilung aus Baumrinde

Forschungsprojekt der Studiengänge Biomedizinische Analytik und Holztechnologie & Holzbau setzt auf Entzündungshemmer aus der Natur: Im Projekt OxiWoundWood geht ein interdisziplinäres Forschungsteam der Frage nach, inwiefern Bestandteile bestimmter Baumarten zur Wundheilung beitragen können. Ganz im Sinne der Nachhaltigkeit liegt der Fokus dabei auf europäischen Bäumen.

Pressemeldung

SARSImmun

Obwohl es in der Vergangenheit Anzeichen dafür gab, dass es zu einem epidemischen Ausbruch kommen könnte, wurde die ganze Welt von der Severe acute respiratory syndrome coronavirus type 2 (SARS-CoV-2) Pandemie überrollt, die Ende 2019 ausbrach. Der Höhepunkt der Pandemie liegt nun hinter uns, und deshalb ist es jetzt von größter Bedeutung alle Lehren aus den vergangenen 3 Jahren zu ziehen.

Ein wichtiger Punkt besteht darin herauszufinden, wie die Impfstrategien funktioniert haben und ob es immunologische Unterschiede in Bezug auf die Reaktion des Körpers auf eine corona virusdisease 2019 (COVID-19) Erkrankung und den verabreichten Impfstoffen innerhalb einer bestimmten Bevölkerungsgruppe gibt.

Die Art des Impfstoffes sowie ob eine Person an COVID-19 erkrankt ist, kann einen Einfluss auf die Menge der gebildeten SARS-CoV-2-spezifischen IgG-Antikörper haben. Auch Faktoren wie Body Mass Index (BMI), Geschlecht, chronische Krankheiten und Dauermedikation können die Immunantwort beeinflussen. Hormone wie Testosteron, Cortisol, Progesteron und Dehydroepiandrosteron (DHEA) könnten eine Rolle bei der Schwere der Erkrankung spielen. All diese Faktoren werden eingehend in diesem Projekt untersucht und hinterfragt. Ziel ist es, eine aussagekräftige Antwort auf die Frage: „Inwieweit beeinflussen Einflussfaktoren die Bildung von SARS-CoV-2 spezifischen IgG-Antikörper?“ zu erlangen.

Dieses Projekt wird im Rahmen eines PhD-Studiums an der Paracelsus Medizinischen Universität (PMU) durchgeführt und von der GWS-Forschungsförderung finanziell unterstützt.

Laufzeit: Oktober 2022 – September 2025
Projektleitung: Tanja Karl B.rer.nat. MSc.
Projektmitarbeiter*innen: Dr. Geja Oostingh, Dr. Anja Schuster, Lea Stangassinger (BSc. MSc.) Projektpartner*innen: SALK (Dr. Cadamuro), PMU

Gesundheits- und Krankenpflege

GWS-PHC – Interprofessionelle Zusammenarbeit in der Primärversorgung

Welche Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten kann die Fachhochschule Salzburg schaffen, um Angehörige der Gesundheitsberufe für die interprofessionelle Zusammenarbeit in der Primärversorgung vorzubereiten und weiterzubilden?

Bis Ende 2021 waren in Österreich bereits 75 Primärversorgungseinheiten (PVE) geplant, fünf davon im Bundesland Salzburg. In diesen Primärversorgungseinheiten arbeiten Expert*innen vernetzt aus den unterschiedlichen Gesundheitsberufen zusammen, um so Patient*innen ein umfangreiches, wohnortnahes Angebot an Versorgung zur Verfügung zu stellen. Mehr Informationen zum aktuellen Umsetzungsgrad der Primärversorgungseinheiten sind unter  https://primaerversorgung.gv.at zu finden.

Um eine erfolgreiche interprofessionelle Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Gesundheitsberufen zu fördern, sieht das Bundesministerium für Gesundheit die Etablierung von berufsgruppenübergreifenden Ausbildungsmodulen an Österreichs Hochschulen vor.

Ziel von GWS-PHC ist es ebendiese Aus- und Weiterbildungsangebote in Abstimmung mit den Berufsgruppen und Ausbildungsinstitutionen im Salzburger Raum zu entwickeln.

Das erste Projektjahr im Überblick:

  • Analyse der Kompetenzprofile von 15 primärversorgungsrelevanten Berufsgruppen (in alphabetischer Reihenfolge): Biomedizinische Analytik, Diätologie, Ergotherapie, Gesundheits- und Krankenpflege, Hebamme, Logopädie, Medizin, medizinische Trainingstherapie, Ordinationsassistenz, Orthoptik, Pharmazie, Physiotherapie, Psychologie und Psychotherapie, Radiologietechnologie und Soziale Arbeit.
  • 15 monoprofessionelle Fokusgruppeninterviews mit in der Praxis tätige Expert*innen sowie Vertreter*innen der Berufsverbände und der Ausbildungsinstitutionen zu Themenbereichen „Rollenklarheit“, „Interprofessionellen Konfliktlösung“, aber „Ausbildung“ und „Rahmenbedingungen in der Primärversorgung“.

Das zweite Projektjahr im Überblick:

  • Preis des „besten Abstracts“ beim 7. Österreichischen Primärversorgungskongress 2022 in Graz (29.9.-1.10.2022), mit dem Forschungsartikel „Interprofessionelle Zusammenarbeit in der österreichischen Primärversorgung: eine qualitative Analyse der Anforderungen und Herausforderungen“, sowie dessen Präsentation beim Kongress durch Ana Atalaia und Melanie Roth. (verfügbar unter: https://tinyurl.com/5n7aswrc)
  • Präsentation des Forschungsartikels „Interprofessional collaboration in Austrian primary care: an analysis of requirements and challenges” mittels Posterwalk beim „15th European Public Health Conference” 9.-12.11.2022 in Berlin durch Melanie Roth. (https://tinyurl.com/4kc2makx )
  • Österreichweite quantitative Umfrage zum aktuellen Stand der interprofessionellen Zusammenarbeit, konkret zu den Themenbereichen „Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen im primärversorgerischen Setting“ (entlang der vom Bundesministerium vordefinierten 11 Bereiche der Primärversorgung und inkl. validiertem Messinstrument: PINCOM –QG (P erception of IN terprofessional CO llaboration M odel Q uestionaire G erman)) und „Aus-/Weiterbildung zum Thema Interprofessionelle Zusammenarbeit“. (bis September 2023 Teilnahme möglich unter: https://ww2.unipark.de/uc/primaerversorgung/ )
  • 2 multiprofessionelle Fokusgruppeninterviews mit in der Praxis tätige Expert*innen sowie Vertreter*innen der Berufsverbände und der Ausbildungsinstitutionen der beteiligten Berufsgruppen zu Themenbereichen „Interprofessionalität in der aktuellen Aus-/Weiterbildung“ und „Wunsch/Bedarf an die zukünftige Aus-/Weiterbildung hinsichtlich Interprofessionalität“.
  • Konzeption von Aus-/Weiterbildungsinhalten zur „Interprofessionellen Zusammenarbeit in der Primärversorgung“ an der Fachhochschule Salzburg.

Laufzeit: Juni 2021 – Mai 2023
Projektleitung: Mag.a, Dr.in Melanie Roth, BSc
Projektmitarbeiter*innen: Ana Atalaia, BA, BSc; Clemens Jacob Schnegg (Studentischer Mitarbeiter)
Erreichbarkeit: primaerversorgung@fh-salzburg.ac.at

REACT 2.0 – Redesigning Ageing

Markt- und Bedarfsanalyse für Diversity-Centered Design im regionalen Ökosystem des Alterns
REACT 2.0 wird in Kooperation zwischen der Fachhochschule Salzburg (Studiengänge: Betriebswirtschaft, Design & Produktmanagement, Gesundheits- und Krankenpflege) und der WU Wien (Abteilung Health Economics and Policy) durchgeführt.

Hintergrund
In den nächsten Jahrzehnten erlebt der deutschsprachige Raum eine tiefgreifende gesellschaftliche Veränderung: Aufgrund der steigenden Lebenserwartung gepaart mit einer niedrigen Fertilität und Migration kommt es zu einem Wachstum älterer Bevölkerungsgruppen. Österreich ist aktuell das fünftälteste Land der Europäischen Union und wird 2050 gemeinsam mit Deutschland und der Schweiz zur ältesten Region Europas gehören.
Aufgrund dieser Entwicklung ergeben sich unterschiedliche Herausforderungen für das Gesellschaftssystem. Diese betreffen sowohl staatliche und kommunale Leistungen, als auch Produkte und Dienstleistungen von privaten Anbietern im Gesundheits- und Pflegebereich. Einerseits entsteht eine relativ große und kaufkräftige Zielgruppe älterer Konsument*innen für die häusliche Eigenanwendung von (präventiven) Pflege und Gesundheitsprodukten. Andererseits führt die große Anzahl älterer Personen zu einer Mehrbelastung des intra- und extramuralen Gesundheitssystems (z.B. ärztliche Praxen und Krankenhausambulanzen) und es entsteht ein erhöhter Bedarf in der Langzeitpflege (Stichwort: Pflegenotstand) durch pflegende Angehörige sowie in betreuten Wohnsituationen.
Trotz dieser absehbaren zukünftigen Veränderungen steht die Erforschung der spezifischen Anforderungen von Nutzer*innengruppen im Pflege- und Gesundheitsbereich an Produkte und Dienstleistungen noch am Anfang. Oftmals führt schlechtes Design gepaart mit der Stigmatisierung des Alters zu einer suboptimalen Anwendung und zu einem negativen Erleben von Produkten und Dienstleistungen. Die daraus folgende „Nichtnutzung“ kann die Lebensqualität sowie den Gesundheitszustand der Betroffenen negativ beeinflussen und ist im volkswirtschaftlichen Sinn doppelt relevant. Kurzfristig werden Produkte und Dienstleistungen zur Verbesserung oder Prävention von altersbedingten Defiziten aus den bereits genannten Gründen nicht erworben, was wiederum langfristig zu höheren Ausgaben im Gesundheits- und Sozialwesen führt.

Ziel des Projekts
Das Projekt Project REACT 2.0 widmet sich der Erforschung dieser spezifischen Anforderungen und setzt sich zum Ziel durch menschzentriertes Design Produkte und Dienstleistungen an die Bedürfnisse älterer Nutzer*innen anzupassen. Zwei Perspektiven stehen hierbei im Fokus:

(1) eine Usability-Sichtweise, in welcher der funktionale Nutzen und die Effizienz des Produkts oder der Dienstleistung für Anwender*innen im Vordergrund steht.
(2) eine User-Experience-Sichtweise, in der das physische, kognitive und emotionale Erleben des Produktes oder der Dienstleistung untersucht wird

Vorgehensweise
Konkret wird im Rahmen einer Potentialanalyse für das Bundesland Salzburg zuerst der Markt für Gesundheits- und Pflegeprodukte unter Berücksichtigung verschiedener öffentlicher und privater Marktteilnehmer*innen definiert. Daraufhin wird eine Bedarfsanalyse durchgeführt, welche die zuvor beschriebenen Problemfelder in der Verwendung bisheriger Produkte quantifiziert. Zu guter Letzt erfolgt eine Analyse beispielhaft ausgewählter Produkte mit anschließendem Neu-Design. Die so entstandenen Prototypen werden hinsichtlich ihres Potentials, die Lebens- und Arbeitsqualität von Nutzer*innen zu verbessern, untersucht.

Dissemination
Die Ergebnisse des Projekts sollen das Potential eines Diversity-Centered-Design-Ansatzes im Gesundheits- und Pflegebereich untersuchen und dadurch ein stärkeres Bewusstsein für die Bedürfnisse älterer Personen in der Produkt- und Dienstleistungsentwicklung schaffen. Durch die Initiative sollen neue Geschäftsmodelle und Innovation am Standort Salzburg im Gesundheits- und Pflegebereich angestoßen werden.

Laufzeit: April 2021 – September 2022
Projektleitung: Mag.a, Dr.in Melanie Roth, BSc
Projektmitarbeiter*innen: Dr. Laura Ackermann, B.Eng., B.Sc., MSc., MSc.; Sybille Salbrechter, BA; FH-Prof. Mag. Dr. Robert Zniva;

Projektwebsite REACT 2.0

Hier erfahren Sie mehr über Redesigning Ageing.

mehr erfahren

Ganz Salzburg Bewegen

Ein Projekt in Kooperation mit dem Ludwig Boltzmann Institut für Digitale Gesundheit und Prävention, der Stadt und dem Land Salzburg.

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt ein Mindestmaß an regelmäßiger herzgesunder Bewegung. Laut der österreichischen Gesundheitsstatistik erfüllt weniger als die Hälfte der österreichischen Allgemeinbevölkerung diese Empfehlung, und bestimmte Bevölkerungsgruppen sind tendenziell unterdurchschnittlich aktiv: die Altersgruppe 30-44 Jahre, Pensionist*innen, und Personen mit Migrationshintergrund, mit geringerem Einkommen oder mit niedrigerem Ausbildungsstand.

Ziel des Projekts „Ganz Salzburg Bewegen“ ist es, auf diese unterdurchschnittlich aktiven Bevölkerungsgruppen in der Stadt Salzburg gezielt zuzugehen und mit den Bürger*innen gemeinsam Vorschläge zur Förderung regelmäßiger herzgesunder Bewegung zu erarbeiten.

Dieser Austausch und die Einbindung der Bürger*innen findet im Verlauf von drei öffentlichen Veranstaltungen statt, die im Frühling, Sommer und Herbst 2023 im Salzburger Stadtteil Lehen abgehalten werden: Im Bürger*innengespräch wird der Austausch eröffnet. In der Ideenwerkstatt werden Vorschläge gesammelt und konkretisiert. In der abschließenden interaktiven Ausstellung werden die Vorschläge präsentiert und zur Abstimmung gestellt. Begleitend zu diesen öffentlichen Veranstaltungen können sich Bürger*innen dem Projektteam als Mit-Forschende anschließen und sich an der Durchführung einzelner Aufgaben beteiligen.

Im Ergebnis wird eine Sammlung von Lösungsvorschlägen vorliegen, die auf den Alltagserfahrungen der Bürger*innen basieren und die in einem Folgeprojekt priorisiert, umgesetzt und evaluiert werden sollen.

„Ganz Salzburg Bewegen“ findet in Zusammenarbeit zwischen der Fachhochschule Salzburg, dem Ludwig Boltzmann Institut für digitale Gesundheit und Prävention, der Stadt Salzburg und dem Land Salzburg statt. Die finanzielle Unterstützung erfolgt durch die Fachhochschule Salzburg, Stadt und Land Salzburg und das Open Innovation in Science Center der Ludwig Boltzmann Gesellschaft (Open Innovation in Science Enrichment Fund).

Laufzeit: Januar 2023 bis Mai 2024
Projektleitung: Mag.a Dr.in Melanie Roth, BSc (Senior Researcher, Gesundheits- und Krankenpflege)
Steuerungsgruppe: Mag.a Ulrike Garstenauer (Researcher, Soziale Arbeit und Soziale Innovation); Mag. Michael Ebner, PhD (Senior Lecturer, Design & Produktmanagement); FH-Prof. Dipl. Designer (FH), Dipl. Regisseur Till Fuhrmeister (Studiengangsleiter, MultiMediaArt)

Projektmitarbeiter*innen: Kerstin Glachs, BA, MA (MultiMediaArt); Stefanie Radwanovsky, BA, MA (Soziale Arbeit und Innovation); Sybille Salbrechter, BA (Design & Produktmanagement)

„Ganz Salzburg Bewegen“ findet in Zusammenarbeit zwischen der Fachhochschule Salzburg, dem Ludwig Boltzmann Institut für digitale Gesundheit und Prävention, der Stadt Salzburg (Bewegte Stadt) und dem Land Salzburg statt. Die finanzielle Unterstützung erfolgt durch die Fachhochschule Salzburg, Stadt und Land Salzburg und das Open Innovation in Science Center der Ludwig Boltzmann Gesellschaft (Open Innovation in Science Enrichment Fund).

Projektwebsite

Hier erfahren Sie mehr zum Projekt Ganz Salzburg Bewegen

Website

Praktikums-App

Unterstützung der praktischen Ausbildung in der Pflege im Bundesland Salzburg durch ein digitales Tool. Ein Projekt in Kooperation mit dem Department Creative Technologies (CT).

Das „Praktikumsapp“-Plattform Phase 1 Projekt (PRA-APP-1) liefert die Basis für die Umsetzung der „Praktikumsapp“-Plattform. Die Plattform soll zukünftig der digitale, state-of-the-art One-stop-shop für die praktische Pflegeausbildung sein – im gesamten Bundesland Salzburg über alle Ausbildungsniveaus (Pflegeassistenz, Pflegefachassistenz, Gehobener Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege, Bachelor).

Derzeit erfolgt die Abwicklung der Praktika größtenteils mit einer papierbasierten Organisation, und dort, wo digitale Systeme zum Einsatz kommen, gibt es keine einheitliche Lösung (z.B. Email, Moodle, diverse Evaluierungssoftwaresysteme). Die Digitalisierung des kompletten Prozesses würde im ohnehin komplett ausgelasteten Gesundheitssystem den mit der Abwicklung von Praktika verbundenen Aufwand im gesamten System reduzieren bei gleichzeitiger Nutzung derzeit nicht genutzten Potentials für Qualitätsentwicklung der Pflegeausbildung. Allein im Bundesland Salzburg kann die Zahl der zukünftigen Nutzer*innen auf ca. 10.000 Personen geschätzt werden.

PRA-APP-1 Team – bestehend aus Mitarbeiter*innen der Fachhochschule Salzburg der Studiengänge Gesundheits- und Krankenpflege sowie Human Computer Interaction und MultiMediaTechnology – hat, über die ca. einjährige Projektlaufzeit, einen detaillierten Anforderungskatalog für die notwendige EU-weite Ausschreibung der „Praktikumsapp“-Plattform erstellt. Im Projekt wurde ein stark iterativer und partizipativer Ansatz bei der Ausarbeitung der spezifischen Funktionalitäten und Rollenbeschreibungen mit Berechtigungskonzept, sowie beim Interaktions- und Interfacedesign der zukünftigen „Praktikumsapp“-Plattform gewählt. Somit konnte das Potential der „Praktikumsapp“-Plattform für alle Stakeholdergruppen – Lernende/Praktikant*innen, Praxisanleiter*innen und Lehrende in der Praktikumsbetreuung, sowie Praktikumsinstitutionen und Ausbildungsinstitutionen – berücksichtigt werden. Zudem wurde bei der Ausarbeitung der technischen sowie inhaltlichen Aspekte des Anforderungskatalogs auf eine mögliche Skalierung in andere Bundesländer sowie auf die Erweiterung auf andere Berufsgruppen (u.a. durch Modularisierung und durch Anpassbarkeit) geachtet.

Die Entwicklung der „Praktikumsapp“-Plattform wurde von der Plattform Pflege II des Bundeslandes Salzburg im Dezember 2022 als eine jener geforderten Maßnahmen aufgenommen um „mehr junge Menschen für die Pflegeberufe begeistern und die bestehenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nachhaltig entlasten zu können“. (Land Salzburg (2022), Plattform Pflege II Ergebnisbericht, S. 3 & S. 37).

Wichtigste Funktionen der „Praktikumsapp“-Plattform im Überblick:

Die „Praktikumsapp“-Plattform ist als digitaler One-stop-shop konzipiert, d.h. (1) dass alle mit dem Praktikumsprozess assoziierten Dokumente interaktiv auf der Plattform verfügbar sind. Das betrifft sowohl allgemeine Dokumente wie den Kompetenznachweis, das Verlaufsprotokoll, die Beurteilungen, aber auch bilaterale Dokumente zwischen Praktikumsstellen und Lernenden/Praktikant*innen (z.B. können über das System übermittelte Dokumente von den Lernenden/Praktikant*innen digital signiert werden). Weiters bedeutet das, dass (2) der komplette Prozess – von der Kommunikation offener Praktikumsplätze je Ausbildungsniveau und Praktikumsstelle, über die Bewerbung, die Dokumentation bis hin zur Note – alles im System abgebildet ist.

Die „Praktikumsapp“-Plattform ist nach dem need-to-know Prinzip gestaltet. Das heißt, dass Informationen wie z.B. das Profil der Lernenden/Praktikant*innen (inkl. u.a. Immunschutz, Kompetenznachweis, Kontaktdaten zu aktueller Praxisanleitung und Praktikumsbetreuung/Lehrenden), sowie zu Praktikumsstellen und Ausbildungsinstitutionen je nach (anpassbaren) Einstellungen nur für bestimmte Nutzer*innengruppen sichtbar sind (z.B. interne vs. allgemeine Informationen) und/oder nur eine bestimmte Zeit lang verfügbar sind (z.B. während des Praktikums).

Die „Praktikumsapp“-Plattform bietet eine hohe Anpassbarkeit an die organisatorischen Anforderungen der einzelnen Praktikums- und Ausbildungsinstitutionen mittels Gestaltung der Institutionsprofile, persönlicher Rechteweitergabe und/oder Kombinieren von der*dem einzelnen Mitarbeiter*in zugeteilten Nutzer*innengruppen u.a. in Bezug auf das Bewerbungsmanagement.

Die „Praktikumsapp“-Plattform ist adaptiv konzipiert, d.h. dass Änderungen z.B. in Evaluierungsfragen, Kompetenzformulierungen zentral für alle Nutzer*innen geändert werden können.

Zentrale Funktionen der „Praktikumsapp“-Plattform aufgeschlüsselt nach den Nutzer*innengruppen:

  • Lernende/Praktikant*innen (Pflegeschüler*innen und Pflegestudierende): einfache Nachvollziehbarkeit der eigenen Kompetenzentwicklung (inkl. ihrer Fortschritts- und Beurteilungsberichte), Vorabdefinition von Lernzielen für die einzelnen Praktika, verbesserte Kommunikation mit den Praktikumsstellen in der Vorbereitung und während des Praktikums (sowohl in organisatorischer als auch in inhaltlicher Hinsicht), klare und eindeutige digitale Verortung aller Dokumente (u.a. Anwesenheitsnachweis, Verlaufsprotokoll, Beurteilungen, Evaluierungen, Arbeitsaufträge der Ausbildungseinrichtung) die im Rahmen des Praktikumsprozesses anfallen.
  • Praxisanleiter*innen der Praktikumsinstitutionen: massive organisatorische, zeitliche und inhaltliche Erleichterungen, da alle aktuellen Lernenden/Praktikant*innen - unabhängig von der Ausbildungsniveau und der jeweiligen Ausbildungsinstitution - über ein und dieselbe digitale Plattform bearbeitet werden, z.B. keine Verwechslung von Dokumentenversionen mehr möglich, einfacher Überblick über das Profil und den Kompetenzstand der einzelnen Lernenden/Praktikant*innen, intelligente Verknüpfung des Kompetenznachweises mit dem Verlaufsprotokoll und den Beurteilungen. Alle anderen Pflegepersonen der Praktikumsstelle haben auch Zugriff auf das System und können ebenfalls Einträge ins Verlaufsprotokoll und in Abhängigkeit ihres Ausbildungsniveaus auch Einträge in den Kompetenznachweis der Lernenden/Praktikant*innen verfassen.
  • Management der Praktikumsinstitutionen: Darstellung von Entwicklungspotenzialen der Praktikumsinstitution aus aggregierten Praktikumsdaten (d.h. lernenden-anonymisierte Kompetenz-, Beurteilungs- und Evaluierungsanalyse vergangener Lernenden/Praktikant*innen der Praktikumsinstitution): z.B. Lernzuwachs der Lernenden/Praktikant*innen an der Praktikumsinstitution; Passung des Ausbildungsniveaus zum angebotenen Lernsetting; Qualität der Betreuung; Attraktivität der jeweiligen Praktikumsinstitution. Auf organisatorischer Ebene sind zusätzlich Einstellungen u.a. hinsichtlich Zeichnung von Anwesenheitsnachweisen sowie im Bewerbungsmanagement möglich.
  • Praktikumsbetreuer*innen/Lehrende der Ausbildungsinstitutionen: Vorteile im Betreuungsprozess, z.B. jederzeitigen Zugriff auf die praktikumsrelevanten Unterlagen der ihnen zugewiesenen Lernenden (Informationen über alle bisherigen Praktika und den dazugehörigen Dokumente), höhere Qualität in der Betreuung auf der Basis aggregierter Praktikumsdaten (z.B. Matching Praktikumsinstitution mit Lernzielen sowie Abfolge der angestrebten Kompetenzen mittels Kompetenzanalyse) und damit Vermeidung von Überforderung der Lernenden, perspektivisch Beitrag zur Verringerung des Studienabbruchs von Lernenden.
  • Managementebene der Ausbildungsinstitutionen: Zusätzlich zu den Funktionen der Managementebene der Praktikumsinstitutionen sowie der Praktikumsbetreuer*innen/Lehrende ist hier die Funktion der Gestaltung des Regelwerks der praktischen Ausbildung pro an der Ausbildungsinstitution angebotenem Ausbildungsniveau verortet (d.h. Anzahl, Umfang und Bereich der zu absolvierenden Praktika, Bewerbungsmanagement, Notenberechnung u.v.m.).

Laufzeit: September 2022 – August 2023
Projektleitung: Mag.a Dr.in Melanie Roth, BSc (GuK) und Dr. Bernhard Maurer, MSc (HCI)
Projektmitarbeiter*innen: Andreas Bilke, MSc; Christiane Drack, BSc; Tanja Hauser; Leonie Michel, BSc
Finanzierung: Innovationsförderung – Digitalisierung In Der Pflege (Land Salzburg)

Zeitstrahl

REALISE

Kollaborative, digitale und grüne/nachhaltige Skills durch multimodale Simulation: Evidenzbasiertes, interprofessionelles Training in der Primärversorgung

Das Zusammenspiel aus der Komplexität des Gesundheitswesens, der Zunahme an nicht übertragbaren Krankheiten (NCD)  (die in der Betreuung / Behandlung die Kollaboration mehrerer Professionen benötigten), dem Credo NCDs schwerpunktmäßig in einem primärversorgerischen Setting zu verorten sowie den großen Themen unserer Zeit – Digitalisierung  und Nachhaltigkeit  – erfordern von zukunftsfähigen Hochschulen eine effektive, effiziente und evidenzbasierte Anpassung an diese Gegebenheiten.

REALISE reagiert auf diese Anforderungen mit der Vision die FH Salzburg mit gebündeltem Knowhow zur Generierung und Implementierung von evidenzbasiertem Training von „future Skills“ (kollaborativ, interprofessionell, digital, nachhaltig) im Gesundheitsbereich (inter-) national zu positionieren und daraus einen entsprechenden Forschungsschwerpunk am Department Gesundheitswissenschaften zu etablieren.

Konkret erfolgt:

(1) die iterative Entwicklung von 3-5 interprofessionellen, komplexen, multimodalen (u.a. Simulation im Skills Lab, Simulation in der Virtual bzw. Augmented Reality) Trainingsmodulen zur Stärkung interprofessioneller Kommunikation und Kollaboration sowie von „digitalen“ und „grünen/nachhaltigen“ Skills anhand von Fallbeispielen aus der Primärversorgung (PV);

(2) die Evaluierung der Trainingsmodule in zwei Settings: a) Personen in Ausbildung, b) bereits berufstätigen Personen im Gesundheits-, Sozial- und Medizinbereich mit Fokus auf Primärversorgung;

(3) die Adaptierung der Trainingsmodule und Überführung in den Regelbetrieb der FH Salzburg.

REALISE wird durch die Kooperation des Departments Gesundheitswissenschaften mit dem Department Angewandte Sozialwissenschaften, sowie dem Salzburger Softwareunternehmen medikit und unter Einbindung der beiden bereits bestehenden Primärversorgungseinheiten im Bundesland Salzburg (Gesundheitszentrum Saalfelden , Seenpraxis), der Ärztekammer Salzburg sowie physioaustria realisiert. Besonders hervorzuheben ist die Zusammenarbeit mit dem EU Projekt BeWell  „Green and digital skills to improve health outcomes: A unified approach for the upskilling and reskilling of the European health workforce “.

Laufzeit: September 2023 – Februar 2025
Projektleitung: Mag.a Dr.in Melanie Roth, BSc, stellv. Projektleitung: FH-Prof. Priv.-Doz. Dr. Geja Oostingh
Projektmitarbeiter*innen: Marlene Brunner, BSc., Christine Kern
Finanzierung: Land Salzburg (WISS – FH Förderung)
Kontakt: realise@fh-salzburg.ac.at

Radiologietechnologie

CODIC (Comparison of effective doses in the follow-up controls after cerebral interventions)

Zur Therapie intrakranieller Aneurysmen werden unter anderem Flow Diverter Stents eingesetzt. Im Universitätsinstitut für Neuroradiologie der Christian-Doppler-Klinik wird die Flachdetektor-CT-Angiographie zur Beurteilung einer korrekten Anlage des Stents verwendet.

Nachteil dieser Methode könnte in einer deutlich höheren effektiven Dosis für die Patientinnen und Patienten bestehen, verglichen mit der konventionellen Multislice-CT. Um aus den Dosisangaben der Geräte die effektive Dosis abschätzen zu können sind Konversionsfaktoren nötig. In der Literatur finden sich dazu leider wenig und zum Teil sind die Angaben widersprüchlich. Einerseits wurden die meisten Studien im Dentalbereich durchgeführt, andere sind veraltet und verwendeten mittlerweile nicht mehr gültige Strahlenwichtungsfaktoren.

Ziel dieses Projekts ist es, Konversionsfaktoren für die Abschätzung der effektiven Dosis der Patientinnen und Patienten beim Einsatz der Flachdetektor-CT in der Neuroradiologie der CDK, im Bereich des Schädels, für die aktuelle Anlage (Aristos Zee biplane; Siemens, Erlangen) zu ermitteln. Für einen Vergleich der effektiven Dosis wird auch der Konversionsfaktor für die Multislice-CT im Schädelbereich ermittelt. Dazu werden Thermolumineszenz-Messungen am Alderson-Schädelphantom durchgeführt. 

Ein weiters Ziel ist der Vergleich der effektiven PatientInnendosis, sowie der Bildqualität, bzw. Artefakt-Anfälligkeit bei der postinterventionellen Kontrolle von Flow-Diverter-Stents zwischen Flachdetektor-CT und Multislice-CT.

Dieses Projekt wird als Kooperation zwischen der Neuroradiologie der CDK (OA Dr. J. Grimm, RT A. Öllerer, MSc.), dem Strahlenschutzdienst der SALK (PD Mag. Dr. O. Nairz) und dem Studiengang Radiologietechnlogie der Fachhochschule Salzburg (F. Szigeti, MSc. Ph.D.) durchgeführt.

Die dabei ermittelten Daten und die etablierte Messmethodik dienen in weiterer Folge als Basis für die Ermittlung von Konversionsfaktoren für neu geplante Anlagen. Da der Einsatz der Flachdetektor-CT in der interventionellen Radiologie immer mehr Anwendung findet, dienen die Erkenntnisse und die ermittelten Konversionsfaktoren auch als Basis für Folgeprojekte mit dem Strahlenschutzdienst.

Laufzeit: Oktober 2021 bis September 2023
Projektleitung: Florian Szigeti, MSc. Ph.D.
Projektmitarbeiter*innen:  PD Mag. Dr. Olaf Nairz (Strahlenschutzdienst SALK), Dr. Jochen Grimm (Neuroradiologie CDK), A. Öllerer, MSc
Projektpartner: Strahlenschutzdienst Salzburger Landeskrankenhaus , Universitätsinstitut für Neuroradiologie Christian-Doppler-Klinik

Physiotherapie

PD-Balance

Vergleich zweier Gleichgewichtstrainingsprogramme auf die posturale Kontrolle bei Patienten*innen mit Idiopathischem Parkinson-Syndrom

(Studienakronym: PD-Balance)

In dieser Studie wird die Wirksamkeit von Gleichgewichtstraining untersucht. Es handelt sich um eine randomisierte parallele Pilotstudie.

Gleichgewichtsrelevante Aktivitäten des täglichen Lebens werden für Parkinson-Betroffene oft zu einer großen Herausforderung. Dies führt oftmals zu einem Mangel an Selbstvertrauen, der Abnahme von körperlichen Aktivitäten und schließlich bis hin zur Isolation. Eine rechtzeitige Therapie zur Beeinflussung der Instabilität ist notwendig, um Parkinsonpatienten so lange wie möglich aktiv zu halten. In der Studie werden zwei verschiedene Unterstützungsflächen verwendet. Eine Gruppe absolviert die Übungen auf einem Spezialschaumstoff-Pad (Airex Pad), welches in der Intensität nicht veränderbar ist. Die andere Gruppe führt die Übungen auf einer instabilen sensomotorischen Gleichgewichts-Therapieplattform (Posturomed) aus. Diese kann bzgl. der Schwingungsamplitude verändert werden. 

Die 5-wöchige Intervention wird 2x wöchentlich für 60 Minuten durchgeführt und beinhaltet die Aspekte des motorischen Lernens wie z.B. aufgabenspezifisch und umweltspezifisch zu sein, externes Feedback zu geben (auditiv und visuelle Cues). Die Intensität ist individuell an Patient*innen mit Parkinson-Syndrom angepasst. Vor und nach der Intervention werden Tests des Gleichgewichts, der sturzbezogenen Selbstwirksamkeit, Sturzrate, Gehgeschwindigkeit, Gehstrecke, Mobilität und gesundheitsbezogenen Lebensqualität durchgeführt.

Studiendauer: 9 Monate, 12.7.2022 - 11.4.2023
Projektleiterin: Belinda Böhm, BA, MA
Projektbetreuerin: Dr. Barbara Seebacher, MSc (Universitätsklinik für Neurologie, Medizinische Universität Innsbruck)

Allgemeine Wirkfaktoren der physiotherapeutischen Behandlung – Ein Überblick über relevante Faktoren und den aktuellen Forschungsstand

(Projektakronym: PTH-Ally)

Die Wirkung jeglicher Behandlungen im medizinischen Setting wird durch spezifische und allgemeine Wirkfaktoren bestimmt. Spezifische Wirkfaktoren beziehen sich auf den, der Behandlungsmethode direkt zugeschriebenen, Wirkungsmechanismus, wie beispielsweise die Hypertrophie eines Muskels nach ausreichendem Training. Unter allgemeinen Wirkfaktoren werden diejenigen Therapieelemente verstanden, die allen Behandlungen und Therapien gemeinsam sind. Dazu gehören die Erwartungen an die Therapie, die Glaubenssätze des/der Physiotherapeut*in und die therapeutische Beziehung.

Innerhalb der Physiotherapie ist der Einfluss und die genaue Zusammensetzung relevanter allgemeiner Wirkfaktoren, im Gegensatz zur Psychotherapie, bislang noch nicht ausreichend erforscht und findet in Ausbildung und Praxis nur wenig Beachtung. Sollten solche allgemeinen Wirkfaktoren im physiotherapeutischen Kontext eine ähnlich große Bedeutung wie in der Psychotherapie haben, so wäre eine Beachtung dieser, neben den spezifischen Techniken, in der Ausbildung und praktischen Arbeit jedoch obligat, um den Patient*innen eine bestmögliche Versorgung gewährleisten zu können.

Ziel der geplanten Literaturarbeit soll es daher sein, relevante Wirkfaktoren für den Bereich der Physiotherapie zu identifizieren, den aktuellen Forschungsstand zu beschreiben und etwaige Forschungsdefizite für den Bereich aufzuzeigen.

Die Forschungsfrage der geplanten Literaturarbeit lautet: Wie ist der aktuelle Forschungsstand zum Einfluss allgemeiner Wirkfaktoren auf den physiotherapeutischen Prozess und Behandlungsergebnis?

Durchführung

Dieses Projekt soll in einem Literaturreview in medizinischen und physiotherapeutischen Datenbanken sowie den Bibliotheken der FH Salzburg, PMU Salzburg und Universität Salzburg die vorhandene Evidenz zum Thema zusammenfassen und deren Umfang übersichtlich darstellen. Es soll ein Grundstein für weitere empirische und hermeneutische Forschung gelegt werden. Die Ergebnisse sollen in Form eines Scoping-Reviews publiziert werden.

Geplante Ziele für Inhalte des Reviews:

  • Zusammentragen von Evidenz über Modelle allgemeiner Wirkfaktoren in der Psychotherapie und Physiotherapie.
  • Ableiten eins viablen Modells allgemeiner Wirkfaktoren in der Physiotherapie
  • Suche nach Evidenz innerhalb der Physiotherapie, betreffend diese Faktoren.
  • Vorwiegend deskriptive Analyse der Ergebnisse.
  • Diskussion: Sind allgemeine Wirk-faktoren in der Physiotherapie bekannt und welche sind bereits beforscht worden? Gibt es Faktoren, die noch nicht berücksichtigt wurden? Wo gibt es Defizite?

Projektdauer: Oktober 2022 bis April 2023
Projektleitung: Felix Hofmann, BSc, MSc
Projektmitarbeiter*innen: Daniela Huber, BSc, MA, MSc, Ph.D.
Finanzierung: GWS-Forschungstopf