Nachfolgend finden Sie die Übersicht unserer aktiven Projekte:
HPV-Tests für Männer: das Potential der Selbstabnahme
Humane Papillomaviren (HPV) gehören weltweit zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen.
Die World Health Organisation weist seit Jahren darauf hin, dass bestimmte HPV-Typen eine zentrale
Rolle bei der Entstehung verschiedener Krebsarten spielen. Während sich Prävention und Screening
bislang vor allem auf Frauen konzentrieren, rückt zunehmend auch die Bedeutung von HPV-Infektionen bei Männern in den Fokus. Das Screening auf Infektionen mit humanen Papillomaviren (HPV)
stellt in der Frauengesundheit eine wesentliche Grundlage für die Früherkennung von Krebsvorstufen
im Bereich des Gebärmutterhalses dar (Balhara et al., 2024). Obwohl bekannt ist, dass HPV neben
Zervixkarzinomen auch andere Tumorerkrankungen wie Anal-, Penis- sowie Mund- und Rachenkrebs
verursachen kann, existieren für diese Entitäten in Österreich bislang kaum etablierte Screening Methoden (MSD, 2026). Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, welche Rolle die HPV-Testung bei
Männern spielen kann und welche Herausforderungen sich aufgrund der aktuell begrenzten Datenlage ergeben. Ziel dieses Projekts ist es daher, einen Überblick über den derzeitigen Wissensstand zu
geben, bestehende Lücken aufzuzeigen und die Bedeutung einer möglichen Ausweitung von Teststrategien auch auf Männer zu erforschen.
Erste Citizen-Science-Projekte im Bereich HPV haben gezeigt, dass in der männlichen Bevölkerung
ein grundsätzliches Interesse an HPV-Testungen besteht. Dieses wurde bislang überwiegend mündlich geäußert, jedoch fehlen derzeit belastbare Daten. HPV-Tests bei Männern können Aufschluss
über das Vorhandensein einer Infektion geben und ermöglichen somit eine Einschätzung des individuellen Risikos, als Überträger zu fungieren. Darüber hinaus können sie persistierende Infektionen identifizieren, die mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung von Tumoren assoziiert sind. (Coker &
Morgan, 2026)
Im Rahmen dieser Studie wird in Kooperation mit dem ZytoLabor Dr. Kronberger ein kostenloses
HPV-Screening für Männer mittels Selbstabnahme angeboten. Teilnehmende werden gebeten, einen
Fragebogen zu demografischen Daten und zum Sexualverhalten auszufüllen. Die erhobenen Daten
werden gemeinsam mit den HPV-Testergebnissen pseudonymisiert ausgewertet, um erste Erkenntnisse über das Potenzial eines HPV-Screenings bei Männern in Österreich zu gewinnen.
NETTLE4EU: Alpenpflanzen für Anwendungen mit hohem Mehrwert: grenzübergreifende Synergien für nachhaltige Innovation
Das Projekt NETTLE4EU zielt darauf ab, eine interaktive Plattform für den grenzüberschreitenden Alpenraum zu entwickeln, die der Sammlung und Weitergabe technologischer und innovativer Protokolle für die Formulierung funktioneller Produkte im Lebensmittel- und Kosmetik- und Pharmasektor dient, die aus Extrakten alpiner Pflanzen gewonnen werden. Die Extrakte werden aus der im NETTLE-Projekt erstellten Datenbank ausgewählt und durch nachhaltige und innovative Extraktionstechnologien gewonnen. Aus den Extrakten werden Lebensmittel sowie kosmetische und pharmazeutische Produkte hergestellt. Dabei werden die wichtigsten Parameter berücksichtigt: Ernährungs-, sensorische und funktionelle Eigenschaften der Produkte, wobei besonderes Augenmerk auf die Erhaltung der Aktivität der Extrakte nach der Formulierung gelegt wird. Die entwickelten Produkte werden auf Stabilität, Wirksamkeit und Sicherheit getestet, wobei das ergänzende Fachwissen der Partnerschaft genutzt wird. NETTLE4EU fügt sich in einen Kontext grenzüberschreitender Zusammenarbeit ein und fördert die nachhaltige Nutzung der alpinen Biodiversität, indem es im Einklang mit regionalen nachhaltigen Innovationsstrategien zur Schaffung natürlicher Lieferketten mit hoher Wertschöpfung beiträgt.
Schichtwerkstoff aus Birkenrinde
Untersuchung der Eigenschaften von bindemittelfreien Schichtwerkstoffen
wood.TAB: Erforschung thermisch aktivierbarer Holzbauteile mit integrierten Phasenwechselmaterialien zum Heizen und Kühlen
Der Gebäudesektor steht im Zentrum zahlreicher energie- und klimapolitischer Herausforderungen. Die gesetzten Ziele zur Reduktion von CO2-Emissionen erfordern neue, nachhaltige Lösungen im Gebäudesektor, während gleichzeitig der Bedarf an energieeffizienten Heiz- und Kühlsystemen kontinuierlich steigt. Insbesondere städtische Ballungsräume sind zunehmend mit Problematiken wie Überwärmung, hohen Lastspitzen im Energiesystem und begrenzten Möglichkeiten zur Integration aktiver Kühltechnologien konfrontiert. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Nutzung der vorhandenen Speichermasse von Gebäuden für die thermische Energiespeicherung immer stärker an Bedeutung.
Das Forschungsprojekt Wood.TAB setzt genau hier an. Ziel des Projekts ist die Entwicklung, Optimierung und Realerprobung einer innovativen Gebäudetechnologie: thermisch aktivierbare Holzbauteile mit integrierten biogenen Phasenwechselmaterialien (PCM). Diese Kombination aus nachhaltigem Baustoff, funktionaler Erweiterung durch PCM und einer aktiv steuerbaren Wärmezu und -abfuhr über thermisch aktivierte Bauteilsysteme (TABs) eröffnet neue Möglichkeiten für energieeffiziente Gebäude. Das Ergebnis ist ein hybrides System, das als latenter Wärmespeicher und als aktiv steuerbarer thermischer Puffer dient und so zur Glättung von Lastspitzen, zur Effizienzsteigerung und zur Verbesserung des Raumkomforts beiträgt. Das Projekt vereint Materialwissenschaft, Gebäudetechnik, Material- und Gebäudesimulation sowie praxisorientierte Erprobung und schafft damit eine technologische Basis für den breiten Einsatz flexibler Holzbausysteme im Neubau und in der Sanierung.
Durch die Kombination aus nachhaltigem Baustoff und innovativer Speichertechnologie stellt Wood.TAB einen wichtigen Schritt in Richtung zukunftsfähige Bauweisen dar. Die Ergebnisse liefern die Basis für marktfähige Produkte, die einen bedeutenden Beitrag zur Dekarbonisierung des Gebäudesektors leisten können.
Heat4Alps: Heat4Alps: Klimaschutz durch den Einsatz von Wärmepumpen auf Alpenvereinshütten
Im Projekt »Heat4Alps« soll der Einsatz von Wärmepumpen zur nachhaltigen Wärmeversorgung von Alpenvereinshütten untersucht werden. Die Erkenntnisse aus Pilotanlagen und Simulationen sollen als fundierte Entscheidungs- und Planungsgrundlage für eine klimafreundliche Wärmeversorgung im alpinen Raum dienen. Konkret soll daraus ein modularer Lösungsbaukasten in Kombination mit einem Handlungsleitfaden resultieren.
HeatStress-pilot : Entwicklung und Testung eines multidimensionalen Erhebungssystems zu Hitzestress und thermischer Behaglichkeit in Gesundheitseinrichtungen (Pilotstudie)
Die Forschungsgruppe „Advances in Resilient Health Systems and Health Education“ des Departments Gesundheitswissenschaften hat im Rahmen eines Grundlagenprojektes zu Hitze im österreichischen Gesundheitswesen (RehabHeat-Studie) einen signifikanten Anstieg von Extremtemperaturen an österreichischen Rehabilitationsstandorten (+1,9 °C in Sommer- und Wintermonaten) sowie eine deutliche Zunahme von Kyselý-Tagen und Tropennächten nachgewiesen (Huber et al., 2025). Die Erkenntnisse sind auf andere Gesundheitseinrichtungen übertragbar. Hinzu kommt, dass sich die Gebäudeplanung in Bezug auf Temperatur und Behaglichkeit stark auf gesunde Menschen fokussiert und es an Referenzwerten für vulnerable Personengruppen mangelt. Die aktuell maßgebliche EN ISO 7730:2005 („Ergonomie der thermischen Umgebung – Analytische Bestimmung und Interpretation der thermischen Behaglichkeit durch Berechnung des PMV- und PPD-Index“) basiert auf Fangers Modell aus den 1960er-Jahren, das auf Untersuchungen mit gesunden jungen Männern beruht. Wie Schaudienst & Vogdt (2017) sowie Redlein & Haxs-Noske (2019) belegen, berücksichtigt diese Norm weder alters-, geschlechts- noch gesundheitsbedingte Unterschiede und ist daher nicht auf vulnerable Gruppen wie Senior*innen oder Patient*innen in Reha- und Pflegeeinrichtungen übertragbar. Darauf aufbauend soll HeatStress-pilot eine Datenbasis für Untersuchungen liefern, wie sich diese klimatischen Veränderungen auf das Innenraumklima und das Wohlbefinden vulnerabler Personengruppen sowie des Gesundheitspersonals auswirken. Das Projekt HeatStress-pilot verfolgt das Ziel, ein Testsetup zur Erhebung der thermischen Behaglichkeit und des Einflusses von Hitzestress in Einrichtungen des Gesundheitswesens herzustellen und im Pilotbetrieb zu testen. Das Projekt liefert somit einen Beitrag zu SDG 3 „Gesundheit und Wohlergehen“ und SDG 5 „Geschlechtergleichheit“. Diese Pilotstudie beinhaltet die Entwicklung und Erprobung eines Testsetups zur Messung von Temperatur, relativer Luftfeuchtigkeit, CO₂/VOC-Konzentrationen und Mobilitäts-Monitoring in Gemeinschafts- und Einzelräumen von Senior*innenwohnheimen und Rehaeinrichtungen. Ergänzend wird ein Befragungsinstrument entwickelt um die subjektiven Einschätzungen zur thermischen Behaglichkeit und Hitzeerfahrung von Bewohner*innen, Patient*innen und Gesundheitspersonal (insb. Therapie- und Pflegekräfte) zu erfassen. Mit den beantragten GW-Fördertopfmitteln wird die technische und methodische Grundlage für eine spätere Interreg Bayern–Österreich-Einreichung geschaffen (Spezifisches Ziel 6: „Integrierte territoriale Entwicklung zur Sicherung der Lebensqualität“). Durch die Verbindung physikalischer/phsyiologischer und wahrnehmungsbezogener Daten werden konkrete Parameter und Fragestellungen identifiziert, die eine valide Grundlage für größer angelegte Folgeprojekte ermöglichen.
KI-gestützte Strukturierung, Bewertung und Erzeugung von Ausführungsdetails
Hintergrund
Detailinformationen zu Bauelementen wie Anschlussdetails oder Montageplänen liegen in Architektur- und Planungsbüros meist unstrukturiert vor, überwiegend als 2D-Zeichnungen, die für jede Aufgabe manuell erstellt werden. 3D- oder BIM-Methoden werden kaum genutzt, und Standards für Ausführungsdetails finden selten Anwendung. Eine systematische Erfassung und Wiederverwendung fehlt, was zu hohem Zeitaufwand (3–8 h pro Detail), inkonsistenter Qualität und Verlust von Erfahrungswerten führt. Angesichts steigender Anforderungen an Effizienz, Klimaneutralität und Digitalisierung stellt sich die Frage, wie vorhandene Details digital erschlossen und in BIM-Prozesse integriert werden können, um Wissen zu sichern und Nachhaltigkeit zu fördern.
Projektziele
Ziel der Sondierung ist die technisch-konzeptionelle Validierung eines KI-gestützten Workflows zur digitalen Erschließung und Wiederverwendung konstruktiver 2D-Planungsdetails als Wissensressource für klimaneutrale, effiziente Planungsprozesse im städtischen Hochbau. Die Sondierung prüft die Tragfähigkeit eines Ansatzes, der bestehende 2D-Ausführungsdetails automatisiert erkennt, semantisch klassifiziert, parametrisiert und die Basis darstellt für eine generative und sprachgesteuerte Entwicklung neuer Details. Dadurch soll die Wissensbasis für eine F&E-Projektkette zur Entwicklung eines skalierbaren, generativen Workflows zur Erstellung von Ausführungsdetails auf Basis individueller (firmenspezifischer) Projektbibliotheken gelegt werden.
Biogenes WDVVS
Vorbereitende Untersuchung zur Eignung biogener Rohstoffe für ein Wärmedämmverbundsysten
ALL-IN-PROTECT Bauteilsimulation & Monitoring
Es wurden eindimensionale hygrothermische Bauteilsimulation mit dem All-In-Protect Fassadensystems durchgeführt, um das hygrothermische Verhalten der Fassade beurteilen zu können und einen Vergleich zwischen dem Anbringen des Systems auf den Bestand ohne Bestandsdämmung und Aufbringen des Systems auf den Bestand mit Bestandsdämmung herstellen zu können. Hintergrund der Untersuchung ist zu ermitteln ob bei Erhalten der Bestandsdämmung ein wesentlicher hygrothermischer Nachteil des Gesamtaufbaues entsteht, da ansonsten der aufwendige Abtrag und die Entsorgung der Bestandsdämmung entfallen kann. Begleitend wird im Zuge eines Sanierungsprojektes in Salzburg ein Monitoring an dem All-In-Protect Fassadendämmsystem durchgeführt.
MokiG: Monitoring für klimaneutrale Gebäude – Digitale Zwillinge, Datenräume und KI für Energieeffizienz
Gebäude besitzen heute oft keinen aktuellen, ganzheitlichen Überblick über Energieverbrauch und CO₂-Emissionen; Daten liegen in jährlichen Abrechnungen, sind wetter-, anlagen- und nutzerabhängig und in Datensilos verteilt. Dadurch bleiben Fehlkonfigurationen, ineffizientes Verhalten und Zielabweichungen von Klimaneutralität unerkannt. Das Projekt adressiert diese Lücke und unterstützt zugleich die Umsetzung der EPBD. Ziel ist ein emissionsorientiertes Monitoring, das Einsparpotenziale transparent macht – primär durch Nutzung bereits verfügbarer Daten aus Gebäudetechnik, ZEUS-Energiebuchhaltung und Energieausweis, ohne zusätzliche teure Messtechnik. Kern des Innovationsansatzes ist eine Data-Mesh-Architektur, die heterogene Quellen plausibilisiert und zu einem Datenraum für einen digitalen Zwilling zusammenführt. Dieser Zwilling bildet Gebäude, Nutzung und Umweltbedingungen ab und ermöglicht präzisere, quasi Echtzeit-Analysen der Emissionen. Auf dieser Basis werden automatisierte Handlungsempfehlungen zur Effizienzsteigerung generiert. Intuitive Dashboards binden Eigentümer:innen, Hausverwaltung und Bewohner:innen aktiv ein, erhöhen Transparenz und beschleunigen den Emissions-Reduktionsprozess hin zu klimaneutralen Gebäuden.
Energieflexibilität durch Gebäude - Nutzer:innenorientierte Systeme zur Umsetzung klimaneutraler Städte
Laut Plänen der österreichischen Bundesregierung soll bis 2040 Klimaneutralität und eine 100% erneuerbare Energieversorgung erreicht werden. Der damit verbundene steigende Anteil fluktuierender erneuerbarer Erzeugung, erfordert eine signifikante Erhöhung der Speicherkapazitäten.
Der Gebäudesektor kann dazu einen erheblichen Beitrag leisten. Durch Energieflexibilisierung können vorhandene Speichermassen genutzt werden, um erneuerbare Energie in Form von Wärme bzw. Kälte im Gebäude zu speichern und einen Ausgleich zwischen Erzeugungs- und Verbrauchsspitzen bieten. So können Energienetze entlastet und die Notwendigkeit des Speicherausbaus reduziert werden.
Im Zuge der, für das Erreichen der Klimaziele nötigen, Bestandssanierung sowie im Neubau ist neben der Energieeffizienz auch die Energieflexibilität essentiell. Dabei ist die Sensibilisierung von Bauträgern, Gebäudeverwaltungen, -eigentümern, Energiedienstleistern, und weiteren Stakeholdern elementar.
Eine zentrale Herausforderung ist die Aktivierung der Speichermassen, unter den individuellen Gebäude- und nutzungsspezifischen Rahmenbedingungen. Zu diesem Zweck wird ein Mess- und Regelungskoffer entwickelt, der durch Monitoring von System- und Komfortparametern, eine Analyse der individuellen Flexibilitätspotentiale ermöglicht. Mittels Reinforcement Learning und unter Berücksichtigung individueller Komfortansprüche, werden Regelungsstrategien entwickelt und in Gebäuden implementiert.
Für die Testung und Validierung der Regelungskonzepte stehen Forschungs-Testräume an der FH Salzburg zur Verfügung. Diese bieten neben unterschiedlichen Bauteilaktivierungs- und Niedertemperatursystemen auch eine breite Vielfalt an Steuerungsmöglichkeiten und Sensorik zu Energie und Behaglichkeit. Im anschließenden realen Gebäudeeinsatz werden Nutzer:innen durch sozialwissenschaftliche Begleitforschung miteinbezogen und bezüglich ihres individuellen Komfortempfindens befragt.
Folgende Forschungsfragen werden auf diese weise addressiert:
• Welches Flexibilisierungspotenzial bietet die Aktivierung der Gebäudespeichermasse in Neubau und Bestand?
• Welchen Beitrag können Energieflexible Gebäude für die Entlastung der Energienetze leisten?
• Wie kann die Kommunikation von Flexibilitätspotentialen und -bedarf technisch realisiert werden?
• Welche Geschäftsmodelle können durch Energieflexible Gebäuden realisiert werden?
• Wie können Zielkonflikte zwischen Netz- und Nutzer:innen-Anforderungen bestmöglich adressiert werden?
Das Ziel des Projektes ist es, praktikable Lösungen für die Flexibilisierung im Neubau und Be-stand zu entwickeln. Das erarbeitete Knowhow fließt in wirtschaftsnahe Folge- und Umsetzungsprojekte und bietet einen Mehrwert für Wirtschaft und Lehre. Daraus können Energieflexible Gebäude Breitenwirksamkeit erlangen und zu einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Energieversorgung beitragen.
FT-MB: Forschung & Transfer im Bereich der Medizinischen Biologie
Unternehmensnahe Forschung und Technologietransfer im Bereich der medizinischen Biologie am Life Science Standort Salzburg
Forschung und Technologie im Bereich der medizinischen Biologie stellen für den Standort Salzburg wichtige Säulen dar. Gerade in den Life Sciences ist sowohl die Grundlagenforschung als auch die angewandte Forschung von Bedeutung. Eine Durchlässigkeit von Ausbildung zur Entwicklung neuer Technologien bei den am Salzburger Land angesiedelten Firmen würde dies stärken. Das stark nachgefragte Masterstudium Medical Biology der Paris-Lodron Universität Salzburg (PLUS) soll in Kooperation mit der Fachhochschule (FH) Salzburg und ausgewählten Life Science Unternehmen mit Standort Salzburg (Molecular Devices GmbH, Stratec Consumables GmbH) in puncto industrienahe Forschung ausgebaut werden. Das moderne Studienprogramm des Masters Medical Biology beinhaltet theoretische und praktische Pflicht- und Wahlmodule mit Inhalten, die teilweise auf die Bedürfnisse der Unternehmen ausgerichtet sind. Außerdem werden im Rahmen dieses Masterstudiengangs Masterarbeitsthemen zu speziellen industrie-relevanten Forschungsthemen angeboten, in denen Studierende die Möglichkeit erhalten, noch während des Studiums praktische Erfahrungen in Unternehmen zu sammeln. Diese forschungsgeleiteten Masterarbeiten mit Industriebezug werden entweder an der PLUS oder extern direkt bei den Firmen sowie an der FH Salzburg durchgeführt. Somit werden die Fachkräfte von Morgen ab Beginn des Masterstudiums an Unternehmen vor Ort gebunden und erhalten Einblicke in zusätzliche Berufsmöglichkeiten neben den reinen wissenschaftlichen Tätigkeiten.
Ziel des Projektes ist, zwei bereits etablierte Forschungsfelder, die Entwicklung Organoid-basierter 3-dimensionaler Krebsmodelle sowie die Optimierung und Testung von BioChip-basierten Testverfahren in Zusammenarbeit mit Salzburger Life Science Unternehmen weiter auszubauen. Außerdem sollen durch die Kooperation mit den Unternehmen weitere industrierelevante Forschungsfragen durch gemeinsame Forschungsprojekte in Form von Masterarbeiten bearbeitet und daraus möglicherweise bislang unberücksichtigte neue Potentiale für die anwendungsorientierte Grundlagenforschung erhoben werden. So können sich Unternehmen die Fachkräfte nach ihren individuellen Bedürfnissen aufbauen und den Studierenden eröffnen sich attraktive berufliche Perspektiven. Das FT-MB Projektvorhaben stärkt den Life Science Standort Salzburg gemäß WISS2025 und WISS2030 sowohl in der industrienahen Ausbildung als auch in der innovativen angewandten Forschung nachhaltig.
CircularBioMat: Kreislauffähige biogene Materialien für Gebäudeausstattung und Versorgungstechnik
Im Rahmen des Forschungsprojekts CircularBioMat werden zahlreiche biobasierte Materialien – darunter auch mit Naturfasern verstärkte Werkstoffe sowie Rezyklate – hinsichtlich ihrer Eignung zur Substitution der in der technischen Gebäudeausstattung (TGA) sowie in der Versorgungstechnik dominierenden erdölbasierten Polymere erprobt.
Die geeignetsten Materialien und Verbundwerkstoffe werden anschließend zu funktionsfähigen Prototypen weiterverarbeitet, um diese mit den kommerziell erhältlichen, erdölbasierten Konkurrenten hinsichtlich mechanischer Performance, Lebenszyklusanalyse, Rezyklierbarkeit etc. zu vergleichen. Die Erkenntnisse aus diesem interdiziplinären Forschungsprojekt der Studiengänge und 'Holztechnologie & Holzbau' sowie 'Green Building' dienen einer merklichen Verbesserung des ökologischen Fußabdrucks für Bauteile der TGA sowie der Versorgungstechnik.
Derzeit wird ein großer Teil der Bauteile für die technische Gebäudeausstattung (TGA) – darunter Lüftungsauslässe, Schalter- und Steckdosenkomponenten – sowie die Versorgungstechnik überwiegend aus erdölbasierten Kunststoffen gefertigt. Eine genaue Betrachtung des Marktes hat ergeben, dass biogene Bauteile für die TGA sowie für die Versorgungstechnik kaum bzw. nicht verfügbar sind. Dieser Begleitumstand wurde im bereits abgeschlossenen Sondierungsprojekt BiBi-TGA im Jahr 2022 umfangreich ergründet.
Vor diesem Hintergrund wird nun im Rahmen des Forschungsprojekts CircularBioMat mit einem Konsortium, bestehend aus Forschung und Industrie – darunter FH Salzburg, Montanuniversität Leoben, Miraplast Kunststoffverarbeitung, Schnabl Stecktechnik, AGRU-Kunststofftechnik sowie Tecnaro – an biogenen Alternativen geforscht, um Materialien und Verbundwerkstoffe zu fertigen, die eine ähnliche oder bessere Performance besitzen als die erdölbasierten Konkurrenzprodukte. Für die Weiterverarbeitung der entwickelten Werkstoffe stehen verschiedenste Verfahrenstechniken zur Verfügung, u.a. Extrusion, Spritzguss, sowie MEX (Materialextrusion) 3D-Druck.
PROJEKTZIELE:
• Entwicklung sowie Erprobung biobasierter Materialien und Verbundwerkstoffe – darunter auch mit Naturfasern verstärkte Werkstoffe sowie Rezyklate – für die technische Gebäudeausstattung (TGA) sowie für die Versorgungstechnik
• Weiterverarbeitung der Werkstoffe mit verschiedenartigen Verfahrenstechniken, u.a. Extrusion, Spritzguss sowie MEX (Materialextrusion) 3D-Druck
• Prototypenfertigung und anschließende Vergleiche mit kommerziell erhältlichen, erdölbasierten Bauteilen der TGA sowie der Versorgungstechnik
• Durchführung von Lebenszyklusanalysen für die entwickelten Materialien sowie für die gefertigten Bauteile
ModulFassade: Entwicklung "Modulare Fassade"
Entwicklungen einer modularen und multifunktionallen Metallfassade für den Gewerbe-, Büro.- und höherwertigen Wohnbau und die Gebäudesanierung
HABITABLE: Alliance of Centres of Excellence in Vocational Training for Sustainable Habitat
Das Forschungsprojekt HABITABLE, gefördert von der Europäischen Union im Rahmen von Erasmus+, adressiert die Herausforderungen im Bereich der beruflichen Aus- & Weiterbildung sowie der Thematik Lebenslanges-Lernen in Hinblick auf Qualifikationsdefizite, die sich aus dem digitalen und grünen Wandel der Industrie in der EU ergeben.
Es zielt darauf ab, die Reaktionsfähigkeit der Berufsbildungssysteme zu verbessern und gleichzeitig Inklusion und Chancengleichheit in der Bildung zu fördern. Zentrales Projektziel ist die Schaffung einer digitalen Plattform beruflicher Exzellenzzentren im Habitat-Sektor unter Berücksichtigung eines systemischen Ansatzes. Es soll Berufsbildungseinrichtungen aktiv zur Schaffung eines Habitat-"Kompetenz-Ökosystems" ermutigen und - zusammen mit einer Vielzahl weiterer lokaler und regionaler Partner - Exzellenz-Netzwerke in der internationalen Zusammenarbeit fördern.
Ausarbeitung von nutzer*innenzentrierten Lehr- und Lernmaterialien im Bereich Wald, Holz & Bioökonomie
Aktuell findet in der Wertschöpfungskette Wald-Holz die Aus- und Weiterbildung sowie die Entwicklung von Lehr- und Lernmaterialien im holzfachlichen Bereich (z.B. Lehrlings-/Meisterausbildung) als auch im allgemeinen Bildungsbereich (Elementar- bis Sekundarstufe) in unterschiedlichen Bildungseinrichtungen bzw. Institutionen individuell und auf verschiedenen Qualitätsstufen statt.
Neues Wissen gelangt zum Teil mit großer Zeitverzögerung in den Unterricht. Viele Lehr- und Lernunterlagen stehen nur in analoger Form zur Verfügung. Einen Informationstransfer zwischen dem holzfachlichen und dem allgemeinen Bildungsbereich einerseits als auch zwischen den einzelnen Ausbildungsstufen im Holzbau und der Holztechnologie andererseits gibt es kaum. Und das, obwohl bei den Lernsettings erfahrungsgemäß sehr wohl eine Schnittmenge existiert.
Das Projekt eLABoration WOOD kann als Bildungslabor betrachtet werden. Ziele und Innovationsgehalt sind die österreichweite Entwicklung, Umsetzung und Verbreitung von möglichst durchgängigen, digitalen und haptischen Lehr- und Lernmaterialien zur Forcierung zeitgemäßer und innovativer Holzanwendung für fachliche und allgemeine Ausbildungsstätten. Damit sollen bei den Lehrenden und Lernenden Themen wie klimafitter Wald, Nachhaltigkeit, holzbasierte Bioökonomie, Ressourceneffizienz, Holzprodukte und Klimaschutz mit "WALD & HOLZ" in Verbindung gebracht werden. Die qualifizierte Ausbildung von Fachkräften (vom Lehrling bis zum/zur Meister*in) mit zielgruppengerechten Lehr- und Lernmitteln in zeitgemäßer Form zu unterstützen und dadurch die Attraktivität und Qualität der Ausbildung zu steigern, ist ein weiteres Ziel.
Mit dem BildungsLAB ist es erstmals möglich, bestehende, themenspezifische Bildungsaktivitäten im holzfachlichen und allgemeinen Bildungsbereich zu evaluieren, mögliche Lücken zu definieren und entsprechende Angebote weiter bzw. neu zu entwickeln. Außerdem wird erstmals das Wissen der holzfachlichen Institutionen mit den pädagogisch-didaktischen Methodiken der pädagogischen Hochschulen und weiteren Bildungsexpert:innen überregional verknüpft. Dieses qualitativ hochwertige, holzfachlich-didaktisch-pädagogische Netzwerk bietet einen idealen Nährboden für Bildungsvorhaben auf verschiedenen Ebenen.
KEF-Los2: Klima- und Energiefonds: Programmgestaltung, Beratung und wissenschaftliche Begleitung, Los 2: Mustersanierung und Bauteilaktivierung
Auswertung des implementierten Monitorings der eingereichten Projekte. Überprüfung der Programmziele des Klimafonds und wissenschaftliche sowie technische Förderwerberbegleitung durch das Förderprogramm.