Wie lässt sich Demokratie im 21. Jahrhundert verstehen, weiterentwickeln und verteidigen – in einer Zeit, in der sie zunehmend unter Druck steht und begrifflich wie praktisch umstritten ist? Diese Frage stand im Zentrum der Buchpräsentation von "The Sciences of the Democracies" am Department Angewandte Sozialwissenschaften.

Nach einer Begrüßung von Elmar Schüll, Head of Research am Department, stellte Markus Pausch, Senior Researcher am Department, zentrale Thesen des Buches vor. Die internationale Publikation vereint Beiträge von 32 Demokratieforscher*innen aus allen Teilen der Welt und verfolgt ein klares Ziel: Die Debatte über Demokratie soll breiter, inklusiver und partizipativer geführt werden – jenseits eines rein europäischen Blicks.
Ausgangspunkt des Projekts ist die Beobachtung, dass Demokratie heute nicht nur in einer Krise steckt, sondern auch unterschiedlich verstanden, eingefordert und definiert wird. Der Lead-Autor und Herausgeber Jean-Paul Gagnon hat im Rahmen seiner Forschung mehr als 3.000 unterschiedliche Bedeutungen und Erwartungen an Demokratie gesammelt. Das Buch greift diese Vielfalt auf und erweitert Demokratietheorie konsequent um globale Perspektiven.
Im Anschluss an die Präsentation kommentierte Univ.-Prof. Reinhard Heinisch (PLUS) die zentralen Aussagen kritisch und eröffnete gemeinsam mit Markus Pausch die Diskussion mit dem Publikum. Dabei wurde deutlich: Der öffentliche und wissenschaftliche Dialog über Demokratie ist nicht nur eine akademische Auseinandersetzung, sondern auch eine aktive Verteidigung gegen autoritäre Tendenzen.
Oder, wie Markus Pausch es pointiert formulierte:
„Das Motto der Autoritären lautet: Flood the zone with shit. Unsere Antwort heißt: Flood the zone with democracy.“
Die Diskussion machte klar, dass Demokratie-Entwicklung eine breite gesellschaftliche Aufgabe ist, die Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft gleichermaßen betrifft.
Entsprechend wird bereits an einer Fortsetzung des Projekts gearbeitet, um den internationalen Dialog weiterzuführen und zu vertiefen.