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26. Jänner 2026

#facesofteaching: Thomas Rosenstatter

Nicht jede prägende Persönlichkeit ist laut. Manche wirken leise – dafür umso nachhaltiger. Thomas Rosenstatter gehört genau zu diesen Menschen im Department IT: ruhig, zurückhaltend, tief in der Materie verankert und seit vielen Jahren eine feste Größe im Fachbereich Network & Security. Wer mit ihm arbeitet, weiß: Wenn Thomas etwas sagt, dann hat es Gewicht.

Vom Project Award zur FH – ein früher Kontakt, der geblieben ist

Die erste Berührung mit dem heutigen Department IT hatte Thomas bereits während seiner Schulzeit – beim damaligen Project Award. Als Schüler der HTL Salzburg, Fachrichtung Biomedizin (1. Jahrgang), brachte er schon früh eine starke Affinität zur Elektronik mit. Die Informatik kam mit der HTL dazu.

Ein wichtiger Impuls kam von seinem damaligen Lehrer Gerhard Jöchtl, heute Departmentleiter, der ihn auf den Project Award aufmerksam machte. Das Projekt gewann – und rückblickend begann damit eine Verbindung, die bis heute anhält.

Nach dem Zivildienst führte Thomas’ Weg über den 3.-Semester-Einstieg ins ITS-Bachelorstudium an der FH Salzburg. Parallel war er der erste Teilnehmer der Conova-Akademie, dem Vorläufer des heutigen study.work.support-Programms – ein frühes Beispiel für die enge Verbindung von Studium und Praxis, die ihn bis heute begleitet.

Internationaler Weg – und bewusst zurück

Thomas im Netzwerklabor 2023

Nach dem Bachelor folgte der Master – und die Entscheidung für ein Double Degree mit der Universität Halmstad in Schweden. Ein Semester Ausland war Thomas zu wenig, ein Jahr genau richtig. Das erste Masterjahr absolvierte er in Salzburg, das zweite in Schweden. Seine Masterarbeit entstand dort im Rahmen eines EU-geförderten Projekts zum kooperativen Autofahren.

Darauf aufbauend folgte eine PhD-Stelle in Göteborg im Bereich Automotive Cyber Security, die er 2021 abschloss. Thomas blieb in Schweden und arbeitete weiter in der Forschungsgruppe RI.SE – fachlich hoch spezialisiert, international vernetzt, tief im Thema.

Seit Mai 2023 ist er zurück in Salzburg. Zurück an der FH. Eine bewusste Entscheidung – nicht zuletzt aus familiären Gründen.

Lehre mit Substanz

Thomas bei der Verleihung seiner FH-Professur

In der Lehre unterrichtet Thomas sowohl im Bachelor- als auch im Masterstudium. Zu seinen Lehrveranstaltungen zählen unter anderem Grundlagen Computernetze (Labor), Internetprotokolle (Vorlesung) sowie im Master OT-Security und Attack-Defense-Simulationen.

Was ihm dabei besonders wichtig ist: 

Verstehen statt Black Box. Systeme sollen nicht einfach funktionieren – sie sollen durchdrungen werden. Nur wer weiß, was im Hintergrund passiert, kann innovativ denken, sicher gestalten und Verantwortung übernehmen. Für Thomas ist eine solide Grundlagenausbildung die Voraussetzung für alles Weitere.

Gerade die Kombination aus Lehre und Forschung macht für ihn den besonderen Charakter einer Fachhochschule aus: Theorie nicht isoliert zu denken, sondern sie direkt in Anwendung zu bringen – und dieses Denken an Studierende weiterzugeben.

Technik verstehen – Sicherheit gestalten

Fachlich liegt Thomas’ Schwerpunkt klar im Bereich OT-Security: der Sicherheit von Industrieanlagen und kritischen Infrastrukturen. Gemeinsam mit dem Team arbeitet er daran, industrielle Systeme widerstandsfähiger zu machen – ein Thema von wachsender gesellschaftlicher Relevanz. Das Department IT ist dabei Teil des JRZ ISIA, in dem interdisziplinär an genau diesen Fragestellungen geforscht wird.

Thomas bringt hier nicht nur tiefes Fachwissen ein, sondern vor allem auch durchdachte, ruhige Impulse – als Experte, der genau zuhört, bevor er spricht.

Thomas als Mensch

Abseits der IT findet Thomas Ausgleich im Sport – beim Laufen und Radfahren. Er ist ein ausgesprochener Familienmensch, was auch einer der Hauptgründe war, nach Jahren in Schweden wieder nach Salzburg zurückzukehren.

Viel Persönliches gibt er nicht preis – ganz im Sinne einer nordischen Mentalität, die ihn geprägt hat. Kolleg*innen beschreiben ihn als stillen Beobachter, humorvoll, reflektiert, leise im Auftreten und klar in seiner Expertise.

Ich würde es wieder genauso machen. Es gab keinen strikten Erfolgsplan – eher eine Reihe guter Entscheidungen, die sich im Nachhinein erstaunlich stimmig aneinandergefügt haben.