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05. Mai 2026

#facesofteaching: Katharina Polanec

Manchmal beginnt ein Weg mit einer pragmatischen Entscheidung – und wird dann zu einer echten Leidenschaft. So auch bei Kathi Polanec. Im #facesofteaching-Interview erzählt sie mehr.

Katharina Polanec FH Salzburg, 10.4.2026 Foto: wildbild Herbert Rohrer

Denken in Systemen – und in Menschen: Kathi Polanec im Portrait

Ursprünglich wollte sie Wirtschaftsinformatik in Linz studieren, doch ein erster Kontakt mit der FH Salzburg über die Raiffeisen Finanzakademie und das Department IT brachte sie dazu, in Salzburg zu bleiben. Eine Entscheidung, die sie nie bereut hat.

Der Einstieg ins Studium war allerdings herausfordernd. Als eine von wenigen Frauen im Jahrgang und nach anfänglichen Schwierigkeiten fand sie erst ab dem dritten Semester richtig in ihren Rhythmus. Eine prägende Rolle spielte dabei die Unterstützung von Christian Neureiter, bei dem sie als studentische Mitarbeiterin tätig wurde. Seine klare Bedingung: Programmieren lernen.

„Das war damals auf Java und dann auf C# – und ich hab’s geschafft.“

Forschung als roter Faden

Der Forschung ist Kathi seitdem treu geblieben. Projekte wie die „Wunderwelt“, Smart Grid oder das Josef Ressel Zentrum DESOS führten sie schließlich in die Automotive-Welt – ein Bereich, der sie bis heute fasziniert. Besonders schätzt sie die Freiheit, eigene Themen zu setzen und aktiv mitzugestalten.

Aus einem ursprünglich temporären Plan wurde mit der Zeit eine fixe Rolle: Seit 2020 ist sie als Researcher am Department IT tätig.

„Forschung ist ideal, weil man selbst vorgeben kann, wohin der Fokus geht.“

Katharina Polanec FH Salzburg, 10.4.2026 Foto: wildbild Herbert Rohrer

Lehre, die Komplexität greifbar macht

Auch wenn sie sich selbst als „Vollblut-Forscherin“ bezeichnet, hat Kathi die Lehre für sich entdeckt. Seit rund drei Jahren steht sie im Hörsaal und unterrichtet unter anderem Software Engineering.

Ihr Ansatz: komplexe Inhalte durch einfache Beispiele zugänglich machen und gemeinsam mit den Studierenden weiterentwickeln. Gerade dieser schrittweise Aufbau hilft, auch größere Zusammenhänge zu verstehen. Gleichzeitig sind es oft die Fragen der Studierenden, die neue Perspektiven eröffnen.

Wenn Systeme sprechen lernen

In ihrer Forschung beschäftigt sich Kathi mit einem zentralen Thema moderner Systementwicklung: Kommunikation. In interdisziplinären Teams treffen unterschiedliche Fachsprachen und Perspektiven aufeinander – Missverständnisse sind vorprogrammiert.

Ihr Fokus liegt darauf, wie Modelle und domänenspezifische Sprachen (DSLs) gestaltet sein müssen, damit alle Beteiligten dasselbe Verständnis entwickeln. Denn selbst scheinbar einfache Begriffe können unterschiedlich interpretiert werden.

Besonders spannend findet sie aktuell das Thema „Human-Centric Systems Engineering“. Für sie steht fest: Technik allein reicht nicht – sie muss auch von Menschen akzeptiert und verstanden werden.

„Selbst bei einem Begriff wie Elektroauto muss klar sein, dass alle dasselbe meinen.“

Zwischen Vielseitigkeit und Gewohnheit

Abseits von Forschung und Lehre findet Kathi ihren Ausgleich beim Segeln, Bouldern, Kochen oder Lesen. Auch kreative Hobbys wie Zeichnen und Malen gehören zu ihren Leidenschaften – auch wenn dafür aktuell wenig Zeit bleibt.

Kolleg*innen beschreiben sie als zielstrebig, motiviert und vielseitig. Diese Vielseitigkeit sieht sie selbst manchmal als Herausforderung – denn die vielen Interessen machen es nicht immer leicht, sich auf nur eine Sache zu konzentrieren. Gleichzeitig ist sie, was viele überrascht, ein echtes Gewohnheitstier, dem Veränderungen nicht immer leichtfallen.

Lernen hört nie auf

Aktuell erweitert Kathi ihren Horizont mit einem Masterstudium in Recht & Wirtschaft. Parallel dazu arbeitet sie an ihrer Dissertation an der Universität Magdeburg, die sie in Kürze abschließen möchte.

Ihr Weg zeigt: Entwicklung ist kein geradliniger Prozess, sondern entsteht durch Neugier, Offenheit und die Bereitschaft, immer weiter zu lernen.