Manchmal beginnt ein neuer Lebensabschnitt mit einer Klassenfahrt. Als Marleen Bahe mit 16 Jahren zum ersten Mal nach Österreich ins Ötztal kam, war für sie schnell klar: Hier möchte sie eines Tages leben. Nach ihrem Bachelorstudium der Technomathematik in Hamburg führte sie dieser Wunsch schließlich an die FH Salz-burg, wo sie den Masterstudiengang Applied Image and Signal Processing absolvier-te.

Die familiäre Atmosphäre, der starke Praxisbezug und das Gefühl, willkommen zu sein, überzeugten sie sofort. „Ich habe beim Open House Besuch gleich gespürt, das ist es“
Nach dem Master sollte Sie zurück nach Hamburg – das fühlte sicher aber nicht gut an, also blieb sie. Zunächst bei Salzburg Research, dann in Innsbruck bei einem Pharma-Unternehmen. Als sie die Ausschreibung für eine PhD-Stelle im DocFunds.Connect-Programm entdeckte, war die Entscheidung schnell gefallen.
Heute forscht sie gemeinsam mit der PLUS Salzburg an KI-gestützter Bildanalyse für die medizinische Diagnostik und unterrichtet gleichzeitig Mathematik-Übungen in den ersten Semestern unserer Bachelorstudiengänge. Für sie ist genau diese Kombination das Besondere:
„In der Forschung kann ich tief in neue Fragestellungen eintauchen. In der Lehre darf ich die Begeisterung dafür weitergeben.“
„Ich möchte die Begeisterung vermitteln, Rätsel zu lösen.“
In ihren Lehrveranstaltungen begegnet Marleen Bahe den Studierenden auf Augenhöhe. Mit spielerischen Quiz, Schritt-für-Schritt-Erklärungen und viel Geduld möchte sie zeigen, dass Mathematik keine unüberwindbare Hürde ist. Ein Moment ist ihr besonders in Erinnerung geblieben: Nachdem ein Studierender gemeinsam mit ihr eine Aufgabe an der Tafel gelöst hatte, meinte er überrascht: „Ist ja doch nicht so schwierig.“ Genau solche Aha-Momente motivieren sie. Denn Mathematik bedeutet für sie vor allem, an Lösungen zu glauben, dranzubleiben und den Mut zu haben, auch schwierige Aufgaben zu knacken.
Auch in ihrer Forschung dreht sich alles um das Lösen komplexer Fragestellungen. Im Rahmen ihres Dissertationsprojekts entwickelt sie Methoden des Explainable Deep Learning, um medizinische Mikroskopbilder auszuwerten und KI-Diagnosen nachvollziehbarer und vertrauenswürdiger zu machen. Ihr Ziel ist es, intelligente Algorithmen so weiterzuentwickeln, dass sie Ärztinnen und Ärzte künftig noch besser unterstützen können.
Abseits von Forschung und Lehre findet Marleen ihren Ausgleich in den Bergen. Ob Skitouren, Mountainbiken, Wandern oder Klettersteige – die Natur ist für sie genauso wichtig wie die Musik. Sie spielt mehrere Instrumente, singt in zwei Chören, schreibt eigene Songs und leitet den Latin-Fitness-Kurs an der FH Salzburg.

