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07. Mai 2026

Forschungsprojekt CEFoodCycle gewinnt Europa-Staatspreis 2026

Das internationale Forschungsprojekt “Circular Economy: Mapping Food Streams and Identifying Potentials to Close the Food Cycle“ (CEFoodCycle) unter der Leitung der FH Salzburg wurde am 6. Mai 2026 im Bundeskanzleramt in Wien mit dem Europa-Staatspreis 2026 in der Kategorie „Europa verändern“ ausgezeichnet. Die Ehrung würdigt herausragende Initiativen, die den europäischen Gedanken stärken und innovative Beiträge zur Zukunft Europas leisten.

Europa-Staatspreis 2026
Eva Lienbacher und Anna Schliesselberger nahmen den Europa-Staatspreis 2026 (Kategorie: Europa verändern) von Bundesministerin Claudia Bauer (r.) entgegen. © BKA/Valentin Brauneis

Das prämierte Interreg Alpine Space Projekt CEFoodCycle adressiert eine der zentralen Herausforderungen unserer Zeit: die Reduktion von Lebensmittelverschwendung und die Transformation hin zu einer zirkulären Lebensmittelwirtschaft. Das Konzept der Kreislaufwirtschaft wurde dabei auf den gesamten Lebensmittelstrom – von der Produktion über die Verwendung bis hin zur Entsorgung – angewandt. Mit „FoodCycle.ai“ wurde zudem ein digitales Tool entwickelt, das Unternehmen entlang der Lebensmittelwertschöpfungskette bei der Reduktion von Lebensmittelabfällen und der Wiederverwendung von Ressourcen unterstützt. Das EU-geförderte Interreg Alpine Space-Projekt vernetzte dabei Akteur*innen im Rahmen von fünf regionalen „Circular Food Hubs“ in Österreich, Slowenien, Italien, Frankreich und Deutschland: Landwirt*innen, den Einzelhandel, Energieerzeuger sowie soziale Einrichtungen. Zudem arbeitete das FH Team eng mit der Universität Salzburg und auf Österreich-Ebene mit dem Österreichischen Ökologie-Institut in Wien zusammen.

Das CEFoodCycle-Forschungsteam: Werner Kaltner-Pomwenger, Anna Schliesselberger, Eva Lienbacher und Reinhard Portenkirchner. © FH Salzburg

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor von CEFoodCycle war die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den Departments Business and Tourism und Information Technologies and Digitalisation innerhalb der FH Salzburg. Die Zusammenarbeit ermöglichte die Entwicklung eines intelligenten, datengetriebenen Systems zur Analyse und Optimierung von Lebensmittelströmen. Während das Department IT die technologischen Grundlagen – insbesondere im Bereich Künstliche Intelligenz und Datenanalyse – bereitstellte, brachte das Department Business and Tourism Expertise zu Wertschöpfungsketten, Geschäftsmodellen und Stakeholder-Management ein.

Ergebnisse und Innovationen

Im Herbst 2025 wurden die zentralen Ergebnisse des Projektes einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt:

  1. FoodCycle.ai – digitale Entscheidungsplattform: Im Zentrum steht das entwickelte Decision-Support-Tool „FoodCycle.ai“, das Unternehmen, Gemeinden und Organisationen dabei unterstützt, Lebensmittelüberschüsse zu analysieren, Verwertungsoptionen zu identifizieren und Partner entlang der Wertschöpfungskette zu vernetzen.
  2. Circular Food Hubs: In fünf Alpenregionen wurden regionale Kreislaufzentren (Circular Food Hubs) aufgebaut. Diese dienen als Drehscheiben für Innovation, Wissenstransfer und Kooperation zwischen Landwirtschaft, Industrie, Gastronomie und Konsument*innen.
  3. Internationale Vernetzung und Wissenstransfer: Zusätzlich entstanden Best-Practice-Beispiele, Studien, Podcasts und Schulungsmaterialien, die frei zugänglich sind und Unternehmen sowie der Öffentlichkeit dabei helfen, nachhaltige Maßnahmen umzusetzen.

Bedeutung für Europa

Europaministerin Claudia Bauer betonte im Rahmen der Preisverleihung am 6. Mai in Wien, dass Projekte wie CEFoodCycle entscheidend dazu beitragen, den europäischen Gedanken im Alltag sichtbar zu machen und neue Lösungswege für aktuelle Herausforderungen aufzuzeigen. Die Auszeichnung mit dem Europa-Staatspreis zeigt, dass transnationale Zusammenarbeit, Innovation und Wissenschaft einen konkreten Beitrag zu den Zielen der Europäischen Union leisten können, von Ressourceneffizienz über Klimaschutz bis hin zu wirtschaftlicher Resilienz.

Mehr Informationen: https://www.alpine-space.eu/project/cefoodcycle/ sowie www.foodcycle.ai

Über den Europa-Staatspreis
Der Europa-Staatspreis wird seit 2015 von der österreichischen Bundesregierung vergeben und zeichnet Projekte aus, die das Europabewusstsein fördern, Innovation vorantreiben und zur Zusammenarbeit in Europa beitragen. Eine unabhängige Jury bewertet die Einreichungen unter anderem nach Kriterien wie Wirksamkeit, Nachhaltigkeit, Innovationskraft und gesellschaftlichem Mehrwert.
Die Siegerprojekte des Europa-Staatspreises 2026 wurden anhand von Kriterien wie Wirksamkeit der Projekte mit Blick auf das Erreichen neuer Zielgruppen, ihrer Nachhaltigkeit, Innovationskraft und Kreativität sowie Multiplikatoreneffekte ausgewählt.

Business and Tourism
4 Bachelor | 3 Master | 1 Weiterbildungsangebot
Information Technologies and Digitalisation
2 Bachelor | 5 Master