Ende Jänner fand der 4. Brachflächengipfel in Wien statt, organisiert vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK). Der Gipfel gilt als zentrale Plattform für Bodenschutz, Flächenrecycling und den fachlichen Austausch zur nachhaltigen Wiedernutzung ungenutzter Flächen in Österreich. Mitten darin: die beiden Masterstudierenden Katrin Sempelmann und Raphael Pargfrieder aus dem Studiengang Smart Buildings in Smart Cities, die eingeladen wurden, ihre Projektarbeit „Leerstandserhebung und Leerstandsaktivierung Bischhofshofen“ einem ausgewählten Fachpublikum zu präsentieren.

Bühne frei für sinnvolle Quartiersentwicklung
Leerstehende Gebäude prägen heute das Bild vieler Städte und Gemeinden. Was einst belebte Handelsflächen waren, liegt nun brach – mit großen Herausforderungen, aber auch enormem Potenzial. Genau hier setzte die Lehrveranstaltung „Quartiersentwicklung und Bauen im Bestand“ im Wintersemester an, geleitet von Studiengangsleiter Stefan Netsch und Senior Lecturer David Calas.
Anhand realer Gebäudestrukturen in Bischofshofen entwickelten die Masterstudierenden Konzepte zur Aktivierung von Leerstand. Im Fokus standen dabei sowohl das Ortszentrum im Allgemeinen als auch zwei ehemalige Handelsflächen im Speziellen. Ziel war es, ganzheitliche Nachnutzungsszenarien zu entwerfen, die strategische, räumliche und programmatische Aspekte miteinander verbinden.
Als inhaltliche Grundlage der Leerstandsaktivierung diente die Vision „BIOROOTZ Inno-BIC Pongau“. Diese sieht vor, auf den ehemaligen Handelsflächen eine regionale Anlaufstelle sowie ein Unterstützungsprogramm für Start-ups im Bereich Bioökonomie und Kreislaufwirtschaft zu etablieren. Die Konzepte von Katrin Sempelmann und Raphael Pargfrieder überzeugten durch ihre fundierte Analyse, den klaren Fokus auf Bioökonomie sowie die schlüssige Verknüpfung von Bestand, Nutzung und regionalem Mehrwert. Als Anerkennung ihrer Arbeit durften sie ihre Ergebnisse beim Brachflächengipfel in Wien präsentieren.

Impact für viele Leerstandsobjekte
Der Brachflächengipfel 2026, der in der Wiener Brotfabrik – einer ehemaligen Brachfläche - stattfand, zeigte einmal mehr: Brachflächen sind weit mehr als ungenutzter Raum – sie sind Orte voller Zukunftschancen. Vertreter*innen aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft sowie Studierende diskutierten gemeinsam, wie ungenutzte Flächen nachhaltig aktiviert, Gebäude sinnvoll umgenutzt und Projekte langfristig tragfähig entwickelt werden können.
Die Präsentation der studentischen Arbeiten verdeutlichte, welchen wertvollen Beitrag Hochschulen und Studierende zur Lösung aktueller raumplanerischer und gesellschaftlicher Herausforderungen leisten können – und wie aus Leerstand neue Perspektiven entstehen.


