Aktuelles
15. April 2020

Die – fast – unsichtbaren ExpertInnen der Krise

Wer macht eigentlich die zigtausend Coronatests, die über Maßnahmen, Quarantänen und Lockerungen entscheiden? Biomedizinische Analytikerinnen und Analytiker, auf Englisch bekannt als Biomedical Scientists, führen tagtäglich lebens- und entscheidungsnotwendige Labordiagnostik durch – nicht nur in Coronazeiten. Am 15. April ist Internationaler Tag der Biomedizinischen Analytik – neben Corona ein weiterer Grund die – fast – unsichtbaren Helfer und Helferinnen ins Rampenlicht zu rücken.

Biomedizinische Analytikerinnen und Analytikern (Biomedical Scientists) führen tagtäglich lebens-wichtige Labordiagnostik durch – nicht nur in Coronazeiten.
Biomedizinische Analytikerinnen und Analytikern (Biomedical Scientists) führen tagtäglich lebens-wichtige Labordiagnostik durch – nicht nur in Coronazeiten.

„Eine Diagnose ohne Biomedizinischen AnalytikerInnen? Undenkbar!“, fasst Isabella Esl, Senior Lecturer am Studiengang Biomedizinische Analytik an der FH Salzburg die wichtige Arbeit der Profis im Labor zusammen. Ihre Kollegin Ulrike Fötschl, ebenso Senior Lecturer am Studiengang ergänzt: „Es ist für die Mehrheit eine zumeist nicht wahrgenommene Berufsgruppe von Health Professionals des gehobenen medizinisch-technischen Diensts (MTD), die tagtäglich, auch unabhängig von der Coronakrise, zahllose lebens- und entscheidungsnotwendige Labordiagnostik durchführt.“

Vorbereitet, professionell und genau

Alle Biomedizinischen AnalytikerInnen sind auf die derzeitigen Einsätze sehr gut vorbereitet. Ihr beruflicher Alltag hat sich seit der Krise natürlich geändert. Vor allem die Sicherheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter steht nun im Vordergrund: „Klar unterscheidet sich unsere Arbeit in diesen Zeiten vom Alltag. Ressourcenschonung und Risikominimierung haben oberste Priorität. Es wird auf Teamsplitting-Maßnahmen zurückgegriffen. Immer dieselben 4er-Teams arbeiten tagsüber zusammen“, erzählt Isabella Esl über die Einteilung am Krankenhaus Schwarzach, wo sie neben ihrer Lehrtätigkeit an der FH Salzburg weiterhin im Labor arbeitet.

„Einen nicht zu vernachlässigenden Anteil nimmt momentan auch die Beratungstätigkeit hinsichtlich Corona-Testung, Probengewinnung usw. ein. Hinzu kommt der ordnungsgemäße und vorschriftsgerechte Versand, sowie die Koordination bzw. Organisation des Probentransportes.  Aber gemeinsam schaffen wir es, die täglichen Herausforderungen zu bewältigen, alle ziehen an einem Strang“, spricht Isabelle Esl den Zusammenhalt der Berufsgruppen in diesen Zeiten an.

Lebensnotwendige Laborarbeit auch abseits von Corona

Mit ihrem fundierten Fachwissen führen Biomedizinische AnalytikerInnen täglich tausende Analysen durch. Ohne diese Arbeit gäbe es keine Diagnostik – ohne Diagnostik keine Therapien. Neben dem hochspezifischen Wissen ist es in Krisensituationen umso wichtiger Sozialkompetenz zu zeigen. „Teamarbeit und Zusammenhalt sind gefragter denn je“, bekräftigt Isabella Esl ihren täglichen Einsatz.

Ein Blick hinter die Labortür im Kardinal Schwarzenberg Klinikum verrät: Biomedizinische AnalytikerInnen haben gerade in Corona-Zeiten alle Hände voll zu tun. Auch wenn das Labor keine Coronatests durchführt, bedarf es einiges an Organisation, damit auch in Zeiten wie diesen ein 24-Stunden-Laborbetrieb aufrechterhalten werden kann. Denn: akut eintretende Erkrankungsfälle und behandlungspflichtige chronische Erkrankungen nehmen keine Rücksicht auf die aktuelle Lage. Krisenzeiten hin oder her, auf Laborergebnisse kann keinesfalls verzichtet werden.

Interesse? Studium an der FH Salzburg

Wer sich für eine Karriere als Biomedizinische AnalytikerIn interessiert kann sich noch bis zum 19. April für das Bachelorstudium an der FH Salzburg bewerben.