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11. Juni 2026

KI Fair gestalten: Ein Tool für gendersensible KI-Prozesse

Gendergerechte KI: Warum wir neue Perspektiven in die Entwicklung künstlicher Intelligenz bringen müssen

Künstliche Intelligenz prägt zunehmend unseren Alltag, unsere Arbeitswelt und unternehmerische Entscheidungsprozesse. Doch während KI-Systeme immer häufiger eingesetzt werden, bleibt ein zentrales Problem bestehen: Geschlechterspezifische Verzerrungen und Diskriminierungen werden in der Entwicklung und Integration von KI oft nicht ausreichend berücksichtigt.

Frauen sind nach wie vor in vielen Bereichen der KI-Entwicklung unterrepräsentiert. Dadurch fehlen wichtige Perspektiven, die notwendig sind, um Biases frühzeitig zu erkennen und faire, inklusive Technologien zu gestalten.

Die Folgen können weitreichend sein: Von voreingenommenen Empfehlungssystemen über diskriminierende Entscheidungsprozesse bis hin zu KI-Anwendungen, die bestehende gesellschaftliche Ungleichheiten verstärken. Gleichzeitig wächst der Bedarf an AI Literacy, also dem Verständnis dafür, wie KI funktioniert, welche Risiken sie birgt und wie sie verantwortungsvoll eingesetzt werden kann.

Genau hier setzt das Forschungsprojekt „KI Fair gestalten“ an. Aufbauend auf einem bereits entwickelten digitalen Tool zur ethischen Reflexion von KI-Prozessen integrieren wir gezielt genderspezifische Aspekte und erweitern das Tool für neue Anwendungsbereiche und Zielgruppen.

Partizipative Entwicklung eines Self-Assessment-Tools 

Im ersten Schritt arbeiten wir gemeinsam mit Frauen in partizipativen Workshops und Diary Studies. Dabei werden Erfahrungen, Herausforderungen und Perspektiven im Umgang mit KI erhoben. Gleichzeitig fördern die Workshops die AI Literacy der Teilnehmerinnen und sensibilisieren für ethische Fragestellungen, Risiken und mögliche Biases in KI-Systemen. Ziel ist es, Frauen zu befähigen, KI-Technologien kritisch zu hinterfragen und aktiv mitzugestalten.

Die daraus gewonnenen Erkenntnisse fließen direkt in die Weiterentwicklung des bestehenden Tools ein. Das Ergebnis wird ein digitales Self-Assessment-Tool sein, das Organisationen dabei unterstützt, KI-Entwicklungs- und Integrationsprozesse geschlechtergerechter, nachhaltiger und ethisch verantwortungsvoller zu gestalten. Unternehmen erhalten damit die Möglichkeit, potenzielle Risiken bereits vor der Einführung eines KI-Systems zu erkennen, systematisch zu bewerten und geeignete Maßnahmen zur Risikominimierung abzuleiten.

Mehrwert für Frauen und Organisationen

Unser Projekt leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Förderung von Frauen im MINT-Bereich, stärkt technische Kompetenzen und kritisches Denken und macht Frauen als aktive Gestalterinnen einer fairen und verantwortungsvollen KI sichtbar. Gleichzeitig unterstützt es Organisationen dabei, den steigenden Anforderungen an vertrauenswürdige und inklusive KI gerecht zu werden.

Gemeinsam Zukunft gestalten

Für die Weiterentwicklung des Tools und die praxisnahe Validierung suchen wir Privatpersonen und Organisationen, die KI-Systeme entwickeln, integrieren oder einsetzen und gemeinsam mit uns an einer gendergerechten und ethisch verantwortungsvollen KI arbeiten möchten.

Als Forschungspartner erhalten sie die Möglichkeit, ihre Erfahrungen und Anforderungen direkt in die Entwicklung des Tools einzubringen, neue Perspektiven auf KI-Risiken und Biases zu gewinnen und an der Gestaltung praxisnaher Lösungsansätze mitzuwirken.

Wir freuen uns auf den Austausch!

FH-Prof. Dr. Bernhard Maurer, MSc

T: +43-50-2211-1259 E: bernhard.maurer@fh-salzburg.ac.at

Studiengangsleiter Human-Computer Interaction
Fachbereichsleiter Human-centered Technologies
Senior Lecturer
Department Creative Technologies
 

Dieses Projekt wird durch den Österreichischer Fonds zur Stärkung und Förderung von Frauen und Mädchen finanziert.