Aktuelles
05. Oktober 2021

Die Zukunft der E-Mobilität

Michael Engl, Absolvent des Diplomstudiums sowie des Masters Informationstechnik & System-Management (ITS), ist leidenschaftlicher Informatiker und Teil des Management Boards eines der erfolgreichsten Startups Österreichs. Als CTO hat er das Radstädter Unternehmen has.to.be in den größten Startup Exit Österreichs geführt und ist damit mittendrin in der Gestaltung der Zukunft der E-Mobilität.

.

ITS-Absolvent Michael Engl wollte nie aus der Heimat weg. Viele Jahre pendelte der Pongauer einst nach Puch und später nach Salzburg, um in der Technik tätig zu bleiben. Jetzt konnte er beides vereinen: in seiner Heimat zu bleiben und noch dazu eine steile Karriere in der IT hinzulegen. Schon während seiner Schulausbildung in der Handelsakademie St. Johann mit dem Schwerpunkt „Wirtschaftsinformatik“ macht sich Michael Engl mit nur 18 Jahren selbstständig. Er gestaltete unter anderem Webseiten, um sich das Taschengeld aufzubessern und ein späteres Studium zu finanzieren.

Fundierte Basis: Studium & Berufspraktikum

Bepackt mit den Grundlagen aus Wirtschaft, Betriebsführung und Informatik startete Michael 2006 den vierjährigen Diplomstudiengang Informationstechnik & System-Management an der FH Salzburg. Bereits während des Studiums pendelte Michael täglich nach Puch und später weiter nach Salzburg. „Es war nicht immer einfach, täglich zu pendeln, aber ich wollte mein Zuhause nicht verlassen“, verrät der gebürtige Wagrainer.

Sein Berufspraktikum absolvierte Michael bei Bosch in Hallein. Dort implementierte er eine Bilderkennung für die Defekte an Zahnradpumpengehäusen. Das Berufspraktikum nutzte der Informatiker auch als Ausgangspunkt für seine Diplomarbeit. Für die Forschungsarbeit im Bereich industrielle Bildverarbeitung wechselte er einige Monate an den Bosch-Forschungsstandort in Schwieberdingen in Stuttgart, Deutschland. „In der Abteilung wurde an der Technologie von Übermorgen gearbeitet“, erzählt Michael lachend. Für seine Abschlussarbeit wurde er mit dem „Best of…“ Preis der WKS ausgezeichnet.

Über das Studium sagt der erfolgreiche Unternehmer: „Es war sehr generalistisch, aber genau dieser Zugang hat mir immer sehr geholfen in Spezialgebiete einzutauchen. Unterm Strich ging und geht es bei mir immer um Software – und das Feld wandelt sich ohnehin sehr schnell, da muss man sich laufend weiterbilden“.

Nach der Diplomprüfung 2010 begann Michael eine Beschäftigung bei Sony DADC und startete zusätzlich das berufsbegleitende Masterstudium Informationstechnik & System-Management. „Ich wollte mir die Option auf ein Doktorat offenhalten“, erklärt er den ungewöhnlichen Schritt. Das berufsbegleitende Studium war neben dem Job sehr fordernd, die Masterarbeit entstand vor allem im Flugzeug zwischen Europa und den USA.

Nach dem Abschluss sammelte der Radstädter weitere Berufserfahrung bei Liebherr, bevor er als Gründungsmitglied das IT-Unternehmen Ognios GmbH mit aufbaute, wo er in weiterer Folge als CTO und CEO tätig war. „Wir haben ein Kommunikationssystem für die Schifffahrt geschaffen. Wir, das waren 7 Personen und einige Partnerunternehmen, die von Software über Hardware Entwicklung, Mechanik und Akustik alles aufgebaut haben“, erklärt der Absolvent mit Gründergen. 2018 wurde das Unternehmen an einen Konzern in den Niederlanden verkauft. Nach einem Jahr als Geschäftsführer wechselte er zurück in die Heimat nach Radstadt – wieder zu einem Startup.

Nach Radstadt in die Chef-Etage

Seit etwas mehr als zwei Jahren ist der Radstädter als Chief Technology Officer (CTO) bei has.to.be beschäftigt. Das Radstädter-Unternehmen vertreibt ein Betriebssystem zur Verwaltung von e-Ladestationen. „Mit unserem Angebot bieten wir Unternehmen ein umfassendes Service für E-Mobilität: vom sorgenfreien Betrieb von E-Ladestationen bis zum kompletten Management weltweiter Mobilitätsangebote", erklärt Michael.

Bei has·to·be bin ich nun seit über zwei Jahren als CTO beschäftigt. Mittlerweile sind es 125 Mitarbeiter aus 15 Nationen, die am Firmensitz in Radstadt und den Niederlassungen in Berlin, Düsseldorf, München und Wien arbeiten. Seit Juli 2021 sind wir Teil der Chargepoint Holding Inc. als 100%ige Tochtergesellschaft.“ Der Verkauf des Unternehmens gilt in Österreich derzeit als größter Startup-Exit in Österreich.

Das Radstädter-Unternehmen ist außerdem ein wichtiger Partner des 2020 eröffneten Josef Ressel Centre for Dependable System-of-Systems Engineering der FH Salzburg. „Seit letztem Jahr bin ich auch im Advisory Board des Josef Ressel Zentrums tätig. Mit digitalen Lösungen für die Verwaltung von Ladestationen agieren wir direkt an der Schnittstelle zwischen Automotive und Smart Grid. Daher ist das JRZ der perfekte Partner, um in diesem Bereich Fortschritte erzielen zu können“, erzählt er über die Verbindung.