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21. Dezember 2022

Nachhaltig im Familienbetrieb

Gerrit Woerle führt in fünfter Generation die Privatkäserei WOERLE in Henndorf. Vor der Firmenübernahme von seinem Vater arbeitete er sich nicht nur praktisch als Trainee in alle Bereiche im Familienbetrieb ein, sondern holte sich zusätzliches fachliches Rüstzeug durch das Betriebswirtschaftsstudium an der FH Salzburg.

Gerrit Woerle ist in der Käserei groß geworden. Gegründet wurde der Familienbetrieb WOERLE 1889 von seinem Ururgroßvater. Er selbst hatte als Kind erstmal sportliche Ambitionen, entschied sich aber nach der Unterstufe am Sport- und Musik-Realgymnasium in Salzburg gegen die Profi-Tenniskarriere und machte die Matura an der HAK in Neumarkt. Die Zeit als Zivildiener nutzte er auch, um sich über seine berufliche Zukunft Gedanken zu machen.

„Meine Entscheidung, im Familienbetrieb tätig zu werden, erfolgte aus freien Stücken. Beschäftigt hat mich das Thema natürlich immer wieder“, erzählt er. Gerrit startete schließlich an der Basis: als Trainee im eigenen Unternehmen.

„Ich habe zweieinhalb Jahre alle Stationen in der Produktion durchgemacht, habe mit diversen Tätigkeiten begonnen, um zu sehen, was es eigentlich bedeutet, Käse zu produzieren. Ich glaube, es ist gerade in einem Unternehmen, in dem die Produktion naturgemäß das Herzstück ist, wichtig zu wissen, was für ein Aufwand dahintersteckt, ein Naturprodukt herzustellen. So habe ich nach und nach alle Prozesse im Unternehmen kennengelernt. Ich habe mit Menschen in verschiedensten Positionen zu tun gehabt und mir selbst ein Bild machen können“, erzählt er über die ersten Monate im Familienbetrieb.

Theorie trifft Praxis 

Mitte 20 merkte Gerrit, dass neben den praktischen Erfahrungen auch die theoretischen Grundlagen wichtig für die persönliche und fachliche Entwicklung sind. So entschied er sich für den Bachelor Betriebswirtschaftan der FH Salzburg. „Besonders gefallen hat mir die Verknüpfung von Theorie und Praxis, die sehr qualifizierten Vortragenden und die Möglichkeit von Auslandspraktika.“ In seiner Bachelorarbeit setzte er sich mit dem Thema „Stakeholderintegration in der Entwicklungs- und Einführungsphase in einem nachhaltigen KMU am Beispiel Codpa Valley Project‘ auseinander. Hier sammelte er erste Hintergrundinformationen zum Thema Nachhaltigkeit, das ihm auch in seiner aktuellen Rolle ein wichtiges Anliegen ist. Das Studium nutzte Gerrit vor allem auch für Auslandsaufenthalte: er verbrachte ein Auslandssemester in Paris und absolvierte ein Auslandspraktikum in Chile.

Jungunternehmer mit Weitblick

Studium und auch Auslandserfahrung haben Gerrit den Blick über den Tellerrand ermöglicht. WOERLE ist nicht nur regional sehr stark, sondern auch am internationalen Markt vertreten. „Im Ausland kennt man uns unter der Marke ‚Happy Cow‘. Die Idee zu Happy Cow ist meinem Vater bereits Ende der 80er Jahre gekommen. Er war der Überzeugung, dass wir, wenn wir konkurrenzfähig bleiben wollen, auch mal raus müssten, um den internationalen Wettbewerb kennenzulernen“, erzählt er über den Startschuss der international erfolgreichen Marke.

Innovationsgeist hält Gerrit für besonders wichtig und ist für ihn essentieller Teil seines Führungsstils und der Unternehmenskultur von WOERLE:

„Weiterbildung ist für mich die Voraussetzung für einen guten Führungsstil. Man kann gar nicht alt genug werden, um offen für Neues zu sein, sei es im Ausbildungsbereich oder privat – man muss neugierig bleiben, gerade auch wenn man den Weg in die Selbstständigkeit geht. Schön ist, dass man als Selbstständiger an den Hebeln sitzt und das eine oder andere ausprobieren kann. Wenn etwas einmal nicht so gut funktioniert, sollte man das akzeptieren. Ich habe auch schon ein paar Fehlschläge zu verkraften gehabt. Schlimmer ist für mich, es nie probiert zu haben.“

Studierende sitzen im Hörsaal

Betriebswirtschaft (Bachelor)

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